Ostern auf dem Reiterhof (geschrieben von Mila) (02.-06.04.2026)

Mila liebt Pferde und das Reiten. Daher kam der Wunsch auf einen Reiterhof zu gehen immer mal wieder auf. Da wir über Ostern einen ruhigen Platz im Inland suchten, ließ sich dies gut verbinden.

Mila beschreibt daher nun ihre Eindrücke von unserem Aufenthalt. Viel Spaß! 😊

Endlich fuhren wir weiter auf den Pferdehof in Sorbas. Die Begeisterung war groß, da es die Möglichkeit für mich gab dort reiten zu gehen. Wir fuhren ca. eine Stunde mit dem LKW und machten auf der Hälfte eine Pause zum Einkaufen und Mittagessen. Mit vollem Bauch fuhren wir also weiter und wurden bei unserer Ankunft von dem freundlichen Hund „Balou“ begrüßt, welcher uns von nun an überall hin begleitete. Die Eigentümer, namens Melanie und Roland, zeigten uns das Gelände und wir begrüßten nach dem Ankommen die Ponys/Pferde. Zwei super süße Islandponys kamen auf uns zu und beschnupperten uns. Sie waren sehr zutraulich und neugierig. Es gab dort auch ein Mini-Schettlandpony namens Schneewitchen und noch zwei weitere Pferde, sowie Hühner und neben Balou noch 3 andere Hunde.  

Nach einer Besprechung wie wir unsere nächsten Tage gestalten wollen, machten wir zwei Reittermine für Freitag und Sonntag, für jeweils 45Minuten, aus. Ich freute mich natürlich sehr darauf und konnte es kaum erwarten auf dem netten Islandpony Poka zu reiten. Die Tage verliefen recht entspannt. Wir knuddelten Balou, spielten Gesellschafts- oder Outdoorspiele (ein lustiges Klettspiel) oder erledigten die üblichen Alltagsaufgaben.

Dann war es endlich so weit, Melanie kam runter und holte Poka von der Koppel. Sie legte eine Voltegierdecke auf Pokas Rücken. Sie führte das Pferd zum Platz und ich stieg auf. Nun wurde ich im Kreis im Schritt, Trab und Galopp geführt. Ich turnte etwas auf dem Pferd und wir machten verschiedene Übungen. Es machte mir riesen Spaß und Melanie war eine super Lehrerin, die gut erklären konnte. Am Stundenende sagte sie, dass ich eine gute Koordination und Balance habe und sie nun einen guten Eindruck für die nächste Reitstunde von mir hat.

Papa beschloss am Nachmittag mit dem Fahrrad ins Dorf zu fahren, um sich eine Osterprozession auszusehen. Dabei beschrieb er seine Eindrücke wie folgt:

Melanie hatte uns schon bei unserer Anreise informiert, dass es an den folgenden Tagen einige Prozessionen im Dorf zu sehen gibt. Wir wussten, dass es in Spanien aufwändige Festlichkeiten zu den Osterfeiertagen gibt, hatten aber eigentlich schon abgehakt, uns irgendwas davon anzusehen. Zum einen können wir mit der Christlich-Katholischen Religiosität nicht viel anfangen, zum anderen dachten wir nicht, dass das hier so halb im Hinterland auf dem Dorf großartig gefeiert wird. Anne und Mila hatten trotzdem wenig Interesse sich das mal anzuschauen und so beschloss ich am nächsten Tag alles alleine mit dem Rad zu erkunden.

Sorbas hat nur ungefähr 2500 Einwohner und liegt auf einem Plato, welches von einer Art Canyon umgeben ist. Das Dorf mit Umgebung sieht so unterschiedlich zu den letzten Standorten aus, dass es einem vorkommt, als wäre man plötzlich in einem anderen Land. Hier gibt es auf google maps ein 360° Drohnen Panorama:

<https://maps.app.goo.gl/2qLbr52RB5sdoFW58?g_st=ac>

Mit dem Fahrrad ist man schnell vom Reiterhof durch den Canyon, hoch in das Dorf gefahren. Dieses ist nicht besonders groß, hat dafür aber viele kleine, verwinkelte Gassen. An diesem Tag war wirklich super viel los, sodass ich mein Fahrrad direkt irgendwo angeschlossen habe und zu Fuß zum Kirchplatz gelaufen bin. Dieser war voller Menschen und die Prozession schon in vollem Gange. Laute Musik von der Kapelle, jede Menge Menschen die zuschauten, wobei die Träger der jeweiligen Bruderschaft schon dabei waren eine schwere Pasos Konstruktion um den Platz zu schaukeln. Insgesamt war das schon ein ziemliches Spektakel, zumal ich mich im Vorfeld nicht weiter über die Semana Santa („Heilige Woche“) informiert hatte. Insofern war ich von der Größe der Menschenansammlung und dem Aufwand, der betrieben wurde, überrascht. Gerade wenn man dabei die Größe des kleinen Dorfes in Relation sieht. Anscheinend war hier wirklich das ganze Dorf involviert. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass hier oftmals auch ganze Familien mit den Großeltern und Onkel/Tanten dabei waren. Überrascht hat mich außerdem, dass gerade so viele junge und sehr junge Menschen Teil der Prozession waren. Denn in meiner Wahrnehmung identifizieren sich immer weniger junge Menschen mit dem christlichen Glauben und speziell mit der katholischen Konfession. Insgesamt sehe ich es kritisch, dass dieses Fest den christlichen Glauben in einer derart öffentlichen und nach außen gerichteter Weise repräsentiert hat. Als Außenstehender habe ich dies eher als ein aufwendig inszeniertes, performatives Schauspiel wahrgenommen. Aber eigentlich werden hier ja tief verwurzelte Glaubens- und Wertvorstellungen nach außen getragen und vermittelt. Und genau genommen werden diese mit solchen Festlichkeiten auch an die nächste Generation weitergegeben. Man kann schon davon ausgehen, dass sich die jungen Menschen in so einem Dorfverbund dem kaum entziehen können. Entweder man ist Teil dieser Inszenierung oder wahrscheinlich schnell Außenseiter. Jedenfalls wird der soziale Druck hier sicherlich eine gewisse Rolle spielen…

Davon unabhängig hatten die ganzen Traggestelle, Gewänder, Symbole und Zeichen, sowie die dazugehörige Musik, eine gewisse Ästhetik und Anmutung. Daran hat man auch wunderbar erkennen können, wie über Ästhetik eine große Bedeutsamkeit vermittelt wird. Gerade bei den jungen Menschen ist mir besonders aufgefallen, dass sie diese Bedeutsamkeit mit Körperhaltung, Mimik und Gestik selbstbewusst nach außen trugen. So war dies einerseits irgendwie schön anzusehen, gleichzeitig hatte es aber einen eher unangenehmen Beigeschmack. Ich wäre jedenfalls dafür, dass Kinder erst ab einem bestimmten Alter über ihre religiöse Zugehörigkeit entscheiden sollten. Im Sinne der Religionsfreiheit sollten sie hier auch frei selbst darüber entscheiden können. Insofern halte ich es für problematisch, Kinder schon in so jungen Jahren in religiöse Rituale einzubinden. Aber naja…  Nach zwei Stunden bin ich jedenfalls mit vielen Gedanken, Eindrücken und ein paar neuen Fotos zurück zu unserem Stellplatz gefahren.

Dazu eine Anmerkung: die Kopfbedeckungen (Capirotes oder Capuchones) der Büßer (Nazarenos) sollen die Demut vor Gott symbolisieren und es den Büßern ermöglichen, anonym zu bleiben. Es hat also nichts mit einer Mitgliedschaft im KKK zutun.

Weiter geht‘s im Text mit Milas Beschreibungen.

Am Samstag sollte Mama eigentlich zur Massage gehen, doch Melanie wurde krank und ihr Termin musste auf Montag verschoben werden. So hatten wir viel Zeit miteinander, also spielten wir viele Spiele. Ich suchte ganz viele Seile um mit Malou Pferd zu spielen. Wir bauten uns eine Koppel und ich benutzte meine Hürden zum Training des Pferdes Murmel (so hieß Malou als Pferd.). Es machte ihr und mir viel Spaß, auch wenn das Pferd Murmel recht frech war und manchmal abhaute. Später durfte ich mit Melanies Erlaubnis dann sogar noch ein echtes Pferd putzen und es so richtig verwöhnen.

Am Nachmittag machten Papa, Mama, Malou und ich dann noch eine kleine Fahrradtour ins Dorf. Hier gab es allerdings, bis auf einen geöffneten Keramikladen, nicht besonders viel zu entdecken.

Die Nächte auf dem Reiterhof waren angenehm und nur manchmal hörte man ein Pferd mit dem Futtereimer spielen. Die Zeit verging wie im Flug und schon war Sonntag, Ostersonntag.

Nach einer kurzen abgewandelten Ostereiersuche im LKW, wobei wir 5 Paar Socken finden mussten, erhielten Malou und ich ein Überraschungsei. Doch das Schönste kam noch. Pünktlich um 11Uhr war ich bereit, um draußen bei der Pflege der Pferde zu helfen. Danach vertrieb ich mir mit einem Ballspiel und dem Basteln einer Karte für die Eigentümer die Zeit. Endlich kam Melanie und machte Poka bereit. Die Wartezeit fühlte sich einfach ewig an, doch jetzt musste ich nicht mehr warten. Wir gingen auf den Platz und sie erklärte mir, wie ich bei einem Islandpony richtig aufsteige, da das anders ist als bei anderen Pferden. Am Anfang wurde ich noch geführt. Wir übten die korrekte Treibweise und andere Sachen. Dann durfte ich frei reiten, ohne führen. Sie zeigte mir ein paar Tricks wie man die Pferde besser unter Kontrolle hat. Das machte mir riesen Spaß. Ich habe sehr viel gelernt und Neues erlebt.

Nach dem Reiten waren Spiele angesagt. Ich zeichnete manchmal was oder knuddelte Balou. Ich fand es super schön dort, war aber auch traurig, dass wir nur noch einen Tag hatten. Am Montag ging Mama 10:30 Uhr zur Massage und ich war mit Papa und Malou im LKW. Wir spielten Spiele und ich durfte mit Halfter und Putzzeug allein in die Box von Schneewitchen, dem Mini Schettlandpony. Ich ging also in die Box und band sie an, um sie dort zu striegeln. Das machte mir viel Spaß und die anderen Pferde in der Nähe schauten uns zu. Nachdem ich fertig war, kochten wir Mittagessen und räumten nebenbei immer mal etwas auf. Danach machten wir den LKW startklar und verabschiedeten uns von den Leuten dort. Nun fuhren wir los – zum Strand Cabo de Gata.

Kleine abschließende Anmerkung von den Eltern: Malou hatte auch sehr viel Freude an den Pferden, aber seht selbst:

Holen wir uns einen Hund? – Hundewelpen am Playa de Carolina – (23.03.-02.04.2026)

Nach der Franzosen-Techno-Party haben wir uns entschieden, ein paar Buchten weiter zu einem neuen Strandabschnitt „Playa de Carolina“ zu fahren. Obwohl dieser mit dem Auto nur 15 km entfernt war, musste sich Mila leider nach einer Woche Spiel und Spaß von Lou und Nelly verabschieden. Dafür haben wir unsere neuen Bekanntschaften (Ina, Martin mit ihrem Sohn Jona + Isabell und Daniel mit den Kindern Till, Ben) zum neuen Stellplatz mitgenommen. Die Anfahrt haben wir gleich noch mit einer Versorgungsrunde (Frischwasser, Abwasser, Wäsche waschen und Einkaufen bei Aldi) kombiniert, sodass wir am Ende doch wieder ewig unterwegs waren…

Playa Carolina hat sich dabei signifikant von Arroz unterschieden. Es gab für die Stellplätze nur zwei Ebenen und der Platz war auch sehr beschränkt, sodass die Fahrzeuge relativ eng-an-eng standen. Wir haben trotzdem noch mit allen drei Fahrzeugen einen guten Platz hintereinander bekommen und die Unebenheiten wurden schnell mit ein paar großen Steinen unter den Rädern ausgeglichen.

Stellplatz

Am Playa Carolina gab es die Möglichkeiten binnen weniger Minuten fußläufig vier verschiedene Strände zu erreichen, wobei deren Buchten alle in andere Windrichtungen zeigten, sodass wir je nach Wetterlage entscheiden konnten, ob wir den Wind und die Wellen suchen oder lieber meiden wollten. Außerdem verteilten sich so die ganzen Menschen und wir fanden stets ruhige, menschenleere Stellen zum Chillen.

Bereits am zweiten Tag besuchten wir den sogenannten Palmenstrand. Dies war eher etwas traurig, denn obwohl der Strand wunderschön und verlassen war – von den früher mal dagewesenen Palmen waren nur noch rund 10 Stück zu finden.

Auf dem 10-minütigen Weg dorthin kamen wir an einer alten Ruine vorbei. Diese war mit reichlich Graffiti besprayed, Sofas standen vor der Tür, ebenso zwei größere Trucks. Im Vorbeigehen wurde uns überschwänglich gewunken und wir wurden mit einem „Wir haben ganz kleine Hundewelpen. Schaut mal.“ begrüßt. Marie und Christian, zwei Deutsche, die diese schöne Ruine seit drei Jahren besetzten, stellten sich uns vor. Sie erklärten, dass sie drei kleine Hundewelpen (erst rund 4 Wochen alt) ausgesetzt in einem Karton an der Straße gefunden haben und nun neue Besitzer für diese suchen. So gleich schauten wir uns die drei kleinen – zuckersüßen – Welpen an und zumindest Mila und ich verliebten uns etwas. In den darauffolgenden Tagen lernten wir Christian und Marie noch etwas besser kennen und verbrachten Zeit mit ihnen und den Welpen am Strand oder beim gemeinsamen Lagerfeuer. Um Mila war es nun vollends geschehen. Ben und sie fuhren jeden Tag mehrfach mit seiner kleinen Elektro-Cross zu den Welpen. Nach ihrer Rückkehr führten wir dann tägliche Diskussionen, ob wir nicht einen der Welpen adoptieren könnten.

Dieses Welpenvideo ist ohne Ton

Dank des guten Wetters unternahmen wir einige Strandausflüge mit den anderen und saßen oft bei einem alkoholischen Getränk abends noch quatschend zusammen. Die Kinder sausten durch Büsche, pflückten Blumen, spielten Phantasiespiele usw. Groß und Klein waren also zufrieden!

Höhepunkt für die Kids und uns junggebliebene Erwachsene war der Partyabend mit Fake-Lagerfeuer. Den Kids wurde irgendwann harter, spanischer Techno in die Playlist gespült und so tanzten wir wild drauf los. Wir Erwachsene versuchten natürlich mitzuhalten, was in einer guten Dance-Session für alle endete.  

Technoparty dafür mit Ton 🙂

An einem Abend waren wir dann aber doch noch am Palmenstrand und haben dort ein gemeinsames, richtiges Lagerfeuer gemacht. Unser erstes Lagerfeuer auf unserer Reise überhaupt. Es gab dann sogar Pizza vom Lieferdienst. *Herzlichen Dank an den „spanischen“ Christian an dieser Stelle.*

Nach 6 Tagen verabschiedeten wir Ina, Martin und Jona, die weiter Richtung süden fuhren. Wir blieben mit Isabell und Daniel noch ein paar Tage am Stellplatz. Sie hatten sich tatsächlich dazu entschieden, einen der Welpen zu adoptieren und haben deshalb ihre Reisepläne geändert. Es war somit klar, dass Isabell und Daniel samt Kinder noch länger in der Gegend um Carolina verweilen, um dem Welpen noch etwas Zeit mit seinen Geschwistern zu ermöglichen.

Kurz vor Ostern wurde es dann aber immer voller, da nun auch vermehrt spanische PKWs und Wohnmobile auf dem Platz parkten. Wir hatten immer wieder von anderen Reisenden gehört, dass es über Ostern an den Stränden sehr voll werden soll. Auch Spanier können lautstark und lange feiern und darauf hatten wir irgendwie keine Lust. Daher haben wir uns nach längerem Überlegen für die Tage um Ostern einen Platz auf einem Pferdehof gebucht.

Wir verabschiedeten uns also herzlich von Isabell, Daniel und den Jungs – und wussten insgeheim schon, dass wir uns wohl schon bald wiedersehen werden.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fotos.

Begegnungen am Playa del Arroz (16.03.-23.03.2026)

Über eine WhatsApp Reisegruppe erfuhr ich von einem Strand namens Arroz, an welchem man freistehen kann und an dem derzeit viele (deutschsprachige) Familien stehen sollen. Das klang perfekt. Ein kostenloser Platz mit bestenfalls vielen neuen Kontakten und Spielgelegenheiten für die Mädels.

Wir machten uns also auf den Weg zum rund 240 km entfernten neuen Ziel. Die übliche Versorgung (Frischwassertank befüllen, Abwassertank und Toilette entleeren, sowie Vorräte auffüllen) erledigten wir unterwegs. Wir erreichten gegen 18:30 den Stellplatz und hatten Glück, denn wir ergatterten einen erste Reihe Platz am Meer. Nach dem kurzen Erkunden der Gegend stellten wir fest, dass dieser Ort aufgrund seiner Umgebung nicht unbedingt besucht werden muss…aber….

Der Ort überzeugte uns schnell durch die offenen und herzlichen Menschen.

Kaum angekommen, kam ein junger Mensch, leicht untersetzt, mit langen Haaren und Hippiehose im geschätzten Alter von 11 Jahren auf uns zu und eröffnete ein Gespräch über die Vorteile unseres Fahrzeuges, wobei er seine Begeisterung kaum zurückhalten konnte. Er stellte sich unter dem Namen „Piu“ vor, gab uns schnell eine kleine Platzeinweisung, samt aller stattfindenden Veranstaltungen, und kehrte dann schnell zurück, um mit Christian über diverse technische Details zu fachsimpeln. Dabei scheute er sich auch nicht vor indirekter Kritik, als er nachfragte, warum wir den LKW nicht einfach verlängert haben um mehr Platz zu bekommen. Er hätte das ja so gemacht. Am Ende verabschiedete er sich mit den Worten „wir werden uns morgen sicher wiedersehen“. Was für ne Type… 😀 In den kommenden Tagen lernten wir auch Pius Mutter kennen und führten noch weitere Gespräche. Ich musste dabei regelmäßig herzhaft lachen, da sich zeigte, dass Piu ein alter Mann/Rentner gefangen im Körper eines 11-Jährigen war. Wie jeder gute Platzwart machter er täglich seine Runde mit einer Tasse Kakao in der Hand (Zitat: „Uuhh. Der Kakao ist heute aber ein bisschen süß geworden. Da muss ich nochmal ran….“) und schaute, dass alles seine Ordnung hatte. Er fachsimpelte über das Leben, die alltäglichen Verpflichtungen und den Sinn oder Unsinn von Schule. Als er eines Morgens neben mir am LKW stand und ich ihn fragte, was er heute noch vor hatte, bekam ich ein: „Naja…. eigentlich wollten wir heute auf diesen Hügel da laufen… aaaaaber … (er streckte sich und sein Bauch blitzte unten am Shirt raus) ich glaub, dass wird heut nix mehr!“ Ich musste innerlich sehr lachen… Diese Situationskomik. Ich konnte nicht mehr!

Mila schlug noch am Abend unserer Ankunft zwei, drei Räder am Strand und schon gesellten sich zwei französische Mädchen in ihrem Alter zu ihr. Die Zwei „Lou und Nelly“, sprachen allerdings nur Französisch und Spanisch, was der gegenseitigen Verständigung mit Mila aber keinen Abbruch tat. Mit Händen und Füßen und mit Hilfe des google Übersetzers vereinbarten sie ein Treffen für den nächsten Tag. Und ab da war Mila nicht mehr gesehen. Täglich gegen 11:30 Uhr wurde sie, ausgestattet mit Handy und Schlüssel, von den beiden abgeholt und kam erst am Abend wieder zurück. An guten Tagen sahen wir sie kurz zum Mittagessen. Mila hatte eine tolle Zeit. Sie konnte SUP und Schlauchboot fahren, gut gewärmt durch ihren Neoprenanzug. Gemeinsam turnten sie, spielten Fangen oder Gesellschaftsspiele und erweiterten ihre Sprachkenntnisse. Und wenn das alles erledigt war, knuddelten sie die zahlreichen Hunde am Platz. 

Am nächsten Morgen fiel mir auf wie ruhig und harmonisch alles zuging. Es standen rund 70 Camper an diesem Strandabschnitt verteilt und bildeten eine bunt gemischte Vanlife community. Von jung bis alt, von alleinreisend bis zu Familien – alle waren vor Ort vertreten. Dabei bildeten Deutsche, Franzosen und Belgier den Hauptanteil der Camper. Alle Menschen waren sehr offen und kontaktfreudig, grüßten sich gegenseitig und wenn man wollte, entwickelte sich sehr schnell ein Gespräch. Zu all den vielen Menschen kamen 15-20 Hunde, von denen fast alle frei am Platz umherliefen.

Jedes Lebewesen genoss große Freiheit und verhielt sich gleichzeitig total rücksichtsvoll.

Doch dann… kamen „die Franzosen“. Auf dem zentralen Platz stand ein großer LKW eines französischen Paares mit drei Hunden, welche dort dauerhaft lebten. Am Freitag bekamen diese Besuch von Freunden und feierten dies mit lauter Musik. Wir standen ja nur eine LKW-länge entfernt und was mit tänzelnder Begeisterung begann, verwandelte sich gegen Mitternacht in Missmut über den laut dröhnenden Bass. Aber was solls… gönnt man den anderen ja mal. In vorauseilendem Pessimismus, dass es ab jetzt jede Nacht zu derartiger Lärmbelästigung kommen wird, entschieden wir unseren LKW umzuparken. Wir nutzen die Gelegenheit, fuhren ins Nachbardorf um einzukaufen und stellten uns dann auf einen Platz weiter hinten am Strand.

Dort lernten wir Ingmar kennen (ein rund 60-jähriger Langzeitreisender) sowie unsere neuen Stellplatznachbarn Ina, Martin und deren 4-jährigen Sohn Jona. Endlich hatte Malou auch jemanden zum Spielen in ihrem Alter und auch wir Erwachsene stellten schnell ein paar Gemeinsamkeiten fest und verquatschten uns den ganzen Tag. Nach einer Platzrunde stellten wir fest, dass die angereisten Franzosen am Abend eine größere Party planten. Sie zogen dazu zwar extra hinter eine kleine Anhöhe abseits des Strandes, doch ihre Musik war bereits am Nachmittag hörbar. Wir schauten uns das also einfach mal an. Angekommen wurden wir herzlich begrüßt, man bot uns Getränke an und lud uns ein zur Party wiederzukommen. Die Ausstattung wirkte fast professionell, mit Turntables, großen PA-Boxen und Generator…  was auf eine lange und laute Partynacht schließen ließ. Wir bedankten uns nach kurzen Gesprächen und wollten am Abend für 1-2h zurückkommen. Wenn man der Party schon nicht entkommen kann, kann man sie ja wenigstens sinnvoll nutzen.

Wir sind also gegen 21 Uhr nochmal zur Partylocation gegangen. Wobei die Teilnehmerzahl mit 10-15 Franzosen relativ überschaubar war. Dafür hatten sie sogar ein paar Laser und Projektoren für stimmungsvolles Ambiente aufgestellt. Dazu gab es ziemlich laute, schlechte Technomusik und standesgemäß ein Lagerfeuer in der Tonne, an welchem der Großteil herumlungerte. Zu unserer Überraschung jonglierten bei unserer Ankunft zwei Menschen mit Feuer-Pois und einem Feuerstab, was aufgrund ihres berauschten Zustands einen amateurhaft bis gewagten Eindruckt auf uns machte. Dennoch wurden wir wieder sehr aufgeschlossen und freudig empfangen. Uns wurden sofort Getränke angeboten und die beiden „DJs“ und Eigentümer der Audiotechnik begrüßten uns überschwänglich. Fast so als wären sie froh, dass endlich jemand vom eigentlichen Arroz-Stellplatz zu ihnen stößt. Den Eindruck hatten wir am Nachmittag auch schon, doch von dem mitschwingenden schlechten Gewissen war jetzt aufgrund des berauschten Zustands der beiden DJs nicht mehr viel zu bemerken. Vielmehr waren es so ziemlich die einzigen beiden, die die Musik lautstark beklatschten und sich regelmäßig so nah wie möglich von der Audioanlage beschallen ließen. Wir haben uns das dann ungefähr eine Stunde lang mit angeschaut und angehört. Dazu muss man erwähnen – es waren auch zwei Deutsche anwesend, mit denen wir uns unterhielten (also nicht nur Franzosen). Danach kehrten wir wieder in unseren LKW zurück und begaben uns nach und nach zur Nachtruhe. Wobei es sowas wie Ruhe quasi nicht mehr gab. Obwohl die Anlage ziemlich weit entfernt aufgestellt wurde, war der Bass bei uns noch sehr deutlich hörbar. Selbst mit sehr guten Ohrstöpseln.

Die Musik wurde im Laufe der Nacht nicht besser…

Am nächsten Tag sah man den enormen Schlafmangel sowie den damit verbundenen Frust allen Campern im Gesicht an. Daher stand rumgammeln auf dem Plan. Die Kids waren ja alle mit Spielpartnern versorgt und wir konnten so den Tag in Ruhe über die Bühne bringen. 😉 Um einer weiteren Partynacht zu entkommen, entschlossen wir uns am Nachmittag die Partyfranzosen mal nach ihren Plänen für den Abend zu fragen. Nach einem „Heute ist Ruhetag.“, waren wir beruhigt und dem Nachholen des fehlenden Schlafes stand scheinbar nichts im Wege.

An diesem Tag lernten wir auch noch Isabell und Daniel mit ihren zwei Jungs Til und Ben kennen. Die Familie reiste bereits seit 3 Jahren und sollte uns noch weiter begleiten. Doch dazu im nächsten Blogbeitrag mehr… 

Sella Teil 2 – (21.2. – 15.3)

Nach rund drei Wochen Aufenthalt in Sella eröffnete sich uns die Möglichkeit ein Leihauto zu mieten. Wir nahmen die Chance wahr und besorgten uns einen kleinen Toyata Jaris für die Zeitdauer von 13 Tage zu einem günstigen Preis von 160€, ohne Selbstbeteiligung. Ein richtiges Schnäppchen also 😉.

Wir hatten nun also unsere Wohnbasis auf dem Grundstück von Oli und seiner Familie in Sella und konnten durch diesen kleinen Flitzer unabhängig über die schmalen Wege und Straßen der Region düsen.

In diesen 13 Tagen unternahmen wir einige Tagesflüge. Hier eine kleine Aufzählung mit anschließenden fotografischen Eindrücken.

  • Wir fuhren nach Elche um Christians geschrottetes Handy reparieren zu lassen, Miniburger zu essen, ein bisschen zu shoppen sowie einen wunderschönen Palmenhain inklusive Spielplatz zu besuchen.
  • Wir besuchten die Wasserfälle Fonts d’Algar.
  • Wir wanderten zum Leuchtturm von Albir und genossen den wunderbaren Ausblick auf das Meer und die Costa Blanca.
  • Wir verbrachten zwei Tage an einem tollen Strand (Platja Torres) in Villajoyosa.
  • Wir verlebten einen Tag im Dino Park Algar.
  • Wir tauchten ein ins Stadtleben von Alicante, besuchten das Museum für zeitgenössische Kunst und bestaunten die Altstadt.
  • Wir bildeten uns in Murcia weiter im Science & Water Museum, schlenderten durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale und schlugen uns die Bäuche voll mit einem 4-Gänge-Menü in einem super leckeren veganen Restaurant.  

Nach rund 6 Wochen Aufenthalt bei Oli und seiner Familie war es für uns Zeit weiterzuziehen. Wir fühlten uns in dieser Zeit bei Ihnen stets willkommen, wurden bei allem unterstützt und erhielten die Chance uns auszuruhen und Kräfte zu sammeln.

Durch viele Unternehmungen entdeckten wir auch die Region um Sella noch einmal neu.

Außerdem war es eine besondere Erfahrung, so viel privaten Kontakt zu einer Familie zu haben, wie man ihn im normalen Alltag sonst nicht hat – es sei denn, man lebt in einer Kommune oder einer ähnlichen Gemeinschaftsform.

Vielen Dank für diese schöne Zeit!!

Für euren weiteren Weg wünschen wir euch nur das Beste – möge eure Zukunft voller Freude, Gesundheit und wunderbarer gemeinsamer Erlebnisse sein…

Elche

Wasserfälle Fonts d’Algar

Leuchtturm von Albir

Dino Park Algar

Alicante

Murcia

Sella Teil 1 – (28.1.2026 – 20.2.2026)

Von unserem letzten Besuch in Sella Anfang des Jahres 2020 konnten wir uns noch ein bisschen an den Weg zu Olis Haus erinnern. Dabei blieb uns die „vermeintliche Abkürzung durch das Dorf“ besonders im Kopf, welche wir uns dieses Mal natürlich ersparen wollten. Wir vereinbarten daher einen Treffpunkt am Dorfrand mit Oli, welcher uns bis zu seinem Haus, unserem neuen Stellplatz, eskortierte.

Die ersten 3/4 der Strecke bis zu Olis Grundstück waren echt OK, aber dann kamen ein paar Stellen mit tiefhängenden Ästen. Zähneknirschend fuhr Christian im Schritttempo drunter durch, mit dem Resultat, dass am Ende zwei Scheinwerfer vom Dach baumelten. Direkt an der Einfahrt vom Grundstück zeigte sich das nächste Hindernis. Ein Baum, mit viel zu tief hängenden Ästen, machte jede Weiterfahrt unmöglich. Zur Zeit unserer Ankunft besuchten zwei weitere Freunde die Familie – Katrin und „Zotti“. Nach kurzer Begutachtung der Situation lief Oli hoch zum Haus und kam mit einer Motorsäge und Zotti, als tätkräftigem Unterstützer, zurück. Dann hieß es Motorsäge an und leider mussten reichlich Äste dran glauben… eben so viele, bis wir mit unseren rund 3,80m mühelos drunter durch passten. Beim Wegräumen der Äste und Stämme ist es dann passiert: Christian rutschte ein Stamm aus der Hand und fiel ihm direkt auf den kleinen Zeh. Das fühlte sich aufgrund fehlender Stahlkappe im Schuhwerk ziemlich unangenehm an. Es war aber durchaus noch ertragbar, sodass er den LKW noch bis zum Stellplatz fahren konnte und nach erfolgreichem Abstellen seinen Zeh erstmal vergaß. Unser neuer Stellplatz war nur 50 Meter von Olis Haus entfernt und sogar eingeebnet und betoniert. Luxus pur also.

unser Stellplatz für die nächsten Wochen

Nach der ersten Aufregung begrüßten wir uns erstmal alle oben am Haus. Matilda („Tili“) hatte ihren 11. Geburtstag, der an diesem Tag nur klein in der Familie gefeiert wurde. Tili und Mila brauchten etwas Zeit um miteinander „warm“ zu werden. Aber irgendwann haben sie dank Tilis Hobby-Horses/Steckenpferden zusammengefunden. Es folgte an diesem Tag ein gemeinsames Abendessen mit Olis Freunden Katrin und Zotti sowie Oli, Antje und den beiden Kindern Max und Tili, ergänzt durch uns Vier. Es gab gutes Essen, wir redeten und blödelten rum und am Ende des Tages freute sich Tili, das Geburtstagskind, und sagte, dass ihr Geburtstagswunsch heute in Erfüllung gegangen sei: wir sind zu ihrem Geburtstag bei ihnen. 😊

Als wir am Abend zurück in den LKW gingen, meldete sich auch Christians Zeh zurück. Dieser war mittlerweile leider total blau/schwarz angelaufen und gut angeschwollen. Sicher gebrochen, so unsere Vermutung. Einen Arzt braucht man bei sowas ja nicht unbedingt aufzusuchen. Also war klar: Christian wird die nächsten Wochen wohl etwas kürzertreten müssen. So ein „mobility Detox“ passt natürlich sehr gut zum laufenden „digitalen Detoxing“ (aufgrund des immer noch defekten Smartphones, welches auch die nächsten 4 Wochen nicht repariert wurde). Folglich kommt es also entweder bald zum „Total Shutdown & Restart“ oder zum psychischen Zusammenbruch von Christian. Bleibt gespannt! 😉

In den nächsten Tagen folgte dann der angekündigte Sturm. Die erste Nacht war super. Wir dachten schon der Wetterbericht hat sich vertan, doch die zweite Nacht lehrte uns etwas anderes. Sturmböen, die gegen unseren LKW knallten, grollender Lärm, der LKW schwankte, die Möbel im LKW knarzten und das alles obwohl der Stellplatz noch relativ windgeschützt lag. Das Ergebnis dieser Nacht waren ganze 4 Stunden Schlaf. Wir mussten den LKW also für die kommende Nacht „upgraden“. Damit der LKW nicht bei jeder stärkeren Böe hin und her schwankte, stützte Christian zusammen mit Oli diesen mit ein paar Holzpfählen unter dem Fahrzeugrahmen ab. Ebenso montierten wir die Fahrräder samt Plane ab, um die Geräuschkulisse zu minimieren. Das Ergebnis überzeugte! Nach weiteren zwei bis drei Sturmnächten wurde das Wetter auch endlich wieder besser, sodass wir kleine Ausflüge mit Olli und dessen Familie machten, bei denen Mila zusammen mit den beiden Kindern am Fels klettern durfte.

Dann kam das erste Wochenende – Tilis Geburtstag im Dorf. Üblicherweise mietet man zu Geburtstagen eine Barraca (Art Clubhaus) im Dorf und es kommt die ganze Schulklasse des Kindes – plus Eltern(-teil). Erweitert durch ein paar Freunde und Verwandte kann das schnell zu einer gefühlten Großveranstaltung werden. Tili feierte gemeinsam mit einem anderen Kind aus ihrer Schule. Die Feier fand am Samstag von 17-20 Uhr statt. Es war schon stark unterschiedlich zu dem, was man so von deutschen Kindergeburtstagen kennt. Es gab eigentlich kein Programm. Einige Frauen (Mütter der Geburtstagskinder plus Helfer) fertigten über den gesamten Zeitraum ständig neue Snacks und Pizza für ein Buffet an. Die Erwachsenen saßen rum und erzählten, während die Kinder in Kleingruppen draußen im Dorf unterwegs waren und fangen spielten. Alles endete mit dem großen Finale – dem Geburtstagslied mit anschließendem Kuchenessen. Der Geburtstag endete an diesem Tag jedoch recht abrupt durch einen Stromausfall im gesamten Dorf, der durch den Sturm an diesem Tag verursacht wurde.

In der nächsten Woche folgte Olis Familie ihrem normalen Alltag, welchen wir ein bisschen begleiten durften. Vormittags ging bei uns meistens nicht viel. Ausschlafen, frühstücken, aufwaschen, ein bisschen aufräumen und schon ist es wieder Zeit zum Mittagessen. Mila nutzte die Zeit um etwas für die Schule zu machen. Hierfür zeigte sich, dass sie am besten mit einem Wochenplan für alle Fächer und Aufgaben zur eigenständigen Erarbeitung arbeiten kann.

Die Gestaltung der Nachmittage passte sich meist dem AG- und Hobby-Angebot der Familienkinder Max und Tili an. So spazierten wir mal im Dorf, fuhren mit den Rädern auf einem Pumptrack, Mila war mit Tili beim Reitunterricht, wir kauften ein, usw. In der verbliebenen Freizeit haben die Kinder meist etwas zusammen gemacht. Obwohl Max mit seinen 7 Jahren deutlich älter als Malou war, haben sie oft zusammengespielt. Hier konnten die beiden nicht genug von Christians Kuscheltier-Rollenspiele bekommen und forderten sich dieses regelmäßig ein. Oft aßen wir am Abend zusammen und gingen gegen 21 Uhr zurück in unseren LKW.

Neben den vielen kleinen Fahrten und Ausflügen besuchten wir außerdem gemeinsam einen Trampolin-/Indoor-Spielplatz „Airjump“ (in Finistrat), sowie die Stadt Benidorm. In Benidorm machten wir am Ende einen Essensstopp bei Oli’s Bekannten. Diese hatte ein englisches Fish & Chips Restaurant. Das wir in Spanien mal in einem Fish & Chips Restaurant essen gehen – damit haben wir echt nicht gerechnet. Aber ganz ohne landestypisches Essen mussten wir dann doch nicht auskommen, denn Oli hat für uns an einem Wochenende auch Paella gekocht, die wirklich super lecker war. Kulinarisch kamen wir also auf unsere Kosten.

Bällebad und Indoorspielplatz als Kleinkindbereich in der Trampolinhalle

Tili und Mila hatten zwischendurch sehr viel Freude daran, synchron die Ausgaben von ChatGPT vorzulesen oder uns Eltern zu testen, indem sie möglichst identisch „Mama“ oder andere Sachen zu uns sagten. Dies führte tatsächlich zu der ein oder anderen Verwechslung und die synchronen ChatGPT Sprachausgaben der beiden Mädels waren für alle ziemlich lustig und etwas gruselig zugleich.

Wochentags gab es dann abends öfter von den Kindern ausgewählte YouTube-Videos auf dem Fernseher zu sehen. Besonders in den ersten Wochen liefen abends ständig „The Voice Kids“ Szenen, in denen zumeist talentierten Kinder die Lieder nachsingen. Besonders „cover me in sunshine“ von Pink hat es den beiden Mädels angetan. In den kommenden Tagen und Wochen wurde das Lied ständig abgespielt und mitgesungen – ob im Auto oder mit kleinem Bluetooth-Lautsprecher durchs Dorf spazierend. Irgendwann kam die Idee auf, mal eine Videoaufnahme von ihrer Performance machen zu wollen. Christian schlug daraufhin vor, dass er doch mit seiner Kamera die Szenen aufnehmen könnte. Naja und wenn er schon dabei ist, kann er den Audio-Aufnahmeteil mithilfe von Laptop und Mikro auch gleich übernehmen. Daraus wurde dann schnell ein umfangreiches Projekt, mit einem ordentlichen Zeitaufwand und damit verbundenen Motivationshöhen und -tiefen. Aber alle Beteiligten haben es bis zum Ende durchgezogen und bestimmt viel daraus mitgenommen. Bis dato ist die Nachbearbeitung jedoch noch in vollem Gange und wir müssen mal schauen, ob wir das Videoergebnis hier online stellen dürfen.

Wir haben dann einerseits aufgrund der immer mal wieder auftretenden Unwetterwarnung bzgl. Sturm und Regen, andererseits aufgrund der vielen Unternehmungen und dem Kontakt zu Oli und seiner Familie unsere Abreise immer weiter nach hinten geschoben.  Eigentlich wollten wir ja nur für circa drei Tage bleiben und dann weiterfahren. Stattdessen haben wir in den ersten vier Wochen in Sella super viel unternommen und die Kinder hatten sehr viel Spaß zusammen…

verlassenes Haus

Es folgen noch ein paar Landschaftsaufnahmen rund um Sella 🙂

Endlich in Spanien…  (17.-24.01.2026)

Am 17.01. war es nun dann endlich soweit- wir überquerten die Grenze nach Spanien.

Spanien, das Land der Palmen, Mittelmeer, Berge, Sonne, Cocktails und gute Laune – oder graue Wolken und jede Menge Regen. Tja, man kann nicht alles haben.

Bei mäßig gutem Wetter überquerten wir und scheinbar auch die Regenwolken aus Frankreich die Grenze nach Spanien. Nach einer ersten, sehr regnerischen, Nacht auf einem Platz nahe Girona, führte uns unsere Stellplatzsuche nach Montbrió del Camp. Wir suchten eine Spanierin auf, die erst seit kurzem auf ihrem privaten Grundstück direkt an ihrem Haus Stellplätze anbot. Das Grundstück wurde von ihren zwei großen und auf den ersten Blick einschüchternden Hunden bewacht. Bei unserer Ankunft stellte sich heraus, dass die freundlich aussehende Frau jedoch nur Spanisch spricht und vorerst nicht so richtig wusste, was wir von ihr wollten. Ihr Übersetzungsprogramm auf dem Handy half wenig, da es lustigerweise nur spanische Texte ausgab und so oft sie auch sagte, dass es „Englisch“ übersetzen soll, dies nicht tat. Irgendwann war klar, dass wir mit unserem LKW hier stehen wollen, was zum Glück auch kein Problem war. Dank einiger Rateversuche und Tiergeräuschen bekamen wir sogar noch eine Hand voll Eier und frische Zitronen vom Baum geschenkt. Ein riesiges Trampolin im Hof lud vor allem Mila zum Turnen ein. Und auch mit den erst skeptisch wirkenden Hütehunden freundeten wir uns, zum Erstaunen der Besitzer, schnell an. Gerade die ausgiebigen Streicheleinheiten von Mila und ihre plötzlich handzahm wirkenden Hunde sorgten bei der Besitzerin für irritierte Blicke, Kopfschütteln und Lachen. Nach einer zweiten Nacht dort führte uns unsere Reise jedoch wieder weiter zu altbekannten Stränden.

Am 20.01. fuhren wir (wieder mal im Regen) nach Sant Jaume d’Enveja, einem kostenlosen Stellplatz mit Wasser-/ und Abwasserentsorgung. Wir verbrachten den Regentag mit kleineren Besorgungen und einer Menge Spielen. Auf unserer ersten Reise waren wir hier in der Region an einem zauberhaften, weiten, naturbelassenen Sandstrand namens Els Eucaliptus im Elbro-Delta, welcher sich besonders bei Christian ins Gedächtnis eingebrannt hat. Dort wollten wir unbedingt wieder hin. Gesagt getan, die Route klar, doch unterwegs standen wir vor riesigen Straßensperren, die den letzten Zufahrtsweg zum Strand versperrten. Wir suchten eine andere Route, parkten und sahen Wasser, viel Wasser. Nur leider keinen Strand mehr. Die großen Regenmengen der letzten Tage haben viele Küstengebiete des Deltas überschwemmt. Trotz vieler Versuche und verschiedener Zugangswege war an einen Strandspaziergang nicht mehr zu denken. Die Enttäuschung war groß. Kein Sand zwischen den Zehen, kein Muschelsuchen, kein über die Wellen hüpfen.

Nach einem kleinen Spaziergang auf einem Holzsteg nahe dem Strand führte unser Weg weiter nach Peniscola. Auf dem Weg dorthin hielten wir spontan an einem kleinen Stück Küste um wenigstens kurz einmal Sand unter den Füßen zu haben, doch auch hier war der Wind bereits zu stark, der Strand zu verschmutzt, sodass auch hier kein Sonne-, Strand-, Urlaubsfeeling aufkam.

Wir übernachteten auf einem „Bauernhof“. Auch hier regnete es wieder ordentlich und wir bemerkten, dass unser riesiges, durchgehendes Staufach am Heck unserer Kabine innen komplett nass war. Scheinbar schaffte es der viele Regen der letzten Tage an den Türdichtungen vorbei in die Klappen zu laufen. Mist, wie sollen wir das jetzt mal eben wieder trocken bekommen? Zumal es ja weiter regnete, ein einfaches Lüften hilft da wohl nicht mehr. Unsere Laune war also dementsprechend mies. Und die Umgebung bzw. die Tierhaltung auf unserem Hof machte es nicht besser. Wir haben schon einige schlecht gehaltene Tiere in verschiedenen Ländern gesehen, doch warum ein Bauernhof, der Stellplätze vermietet einen Strauß (ein Laufvogel in einem kleinen Gehege ohne Auslauf) benötigt, erschloss sich uns nicht. Wir lassen mal die Bilder für sich sprechen.

Am nächsten Tag suchten wir also nach einem Platz, um vor allem unsere Garage und deren Inhalt zu trocknen und mal wieder Wäsche zu waschen. Hier bot sich El Cid, ein mittelgroßer Campingplatz, in nur 8 km Entfernung an.

Nach Ankunft breiteten wir unseren gesamten Garageninhalt in unserer Parzelle aus, trockneten den Teppich, wuschen Wäsche und nutzten die Trockenzeit für einen ersten Fahrradausflug an die Promenade. Und siehe da, Sommer-/Urlaubsfeeling!! 😊

Wir besorgten uns verschiedene leckere Empanadas (gefüllte Teigtasche) und Croquetas (spanische Krokette mit verschiedenen Füllungen), turnten am Sandstrand, sammelten Muscheln, hüpften über Wellen – zumindest so lange bis Malou ins Wasser fiel und wir natürlich keine Wechselsachen dabei hatten. 😉 Herrlich!

Da unser Campingplatz völlig überlaufen und ausgebucht war, mussten wir schon nach einer Nacht weiterreisen. Wir verbrachten daraufhin zwei Tagen in Castello am Strand und mit einem Stadtspaziergang.

Danach beschlossen wir, dass wir uns als nächstes Valencia einmal näher anschauen wollen…