Sella Teil 1 – (28.1.2026 – 20.2.2026)

Von unserem letzten Besuch in Sella Anfang des Jahres 2020 konnten wir uns noch ein bisschen an den Weg zu Olis Haus erinnern. Dabei blieb uns die „vermeintliche Abkürzung durch das Dorf“ besonders im Kopf, welche wir uns dieses Mal natürlich ersparen wollten. Wir vereinbarten daher einen Treffpunkt am Dorfrand mit Oli, welcher uns bis zu seinem Haus, unserem neuen Stellplatz, eskortierte.

Die ersten 3/4 der Strecke bis zu Olis Grundstück waren echt OK, aber dann kamen ein paar Stellen mit tiefhängenden Ästen. Zähneknirschend fuhr Christian im Schritttempo drunter durch, mit dem Resultat, dass am Ende zwei Scheinwerfer vom Dach baumelten. Direkt an der Einfahrt vom Grundstück zeigte sich das nächste Hindernis. Ein Baum, mit viel zu tief hängenden Ästen, machte jede Weiterfahrt unmöglich. Zur Zeit unserer Ankunft besuchten zwei weitere Freunde die Familie – Katrin und „Zotti“. Nach kurzer Begutachtung der Situation lief Oli hoch zum Haus und kam mit einer Motorsäge und Zotti, als tätkräftigem Unterstützer, zurück. Dann hieß es Motorsäge an und leider mussten reichlich Äste dran glauben… eben so viele, bis wir mit unseren rund 3,80m mühelos drunter durch passten. Beim Wegräumen der Äste und Stämme ist es dann passiert: Christian rutschte ein Stamm aus der Hand und fiel ihm direkt auf den kleinen Zeh. Das fühlte sich aufgrund fehlender Stahlkappe im Schuhwerk ziemlich unangenehm an. Es war aber durchaus noch ertragbar, sodass er den LKW noch bis zum Stellplatz fahren konnte und nach erfolgreichem Abstellen seinen Zeh erstmal vergaß. Unser neuer Stellplatz war nur 50 Meter von Olis Haus entfernt und sogar eingeebnet und betoniert. Luxus pur also.

unser Stellplatz für die nächsten Wochen

Nach der ersten Aufregung begrüßten wir uns erstmal alle oben am Haus. Matilda („Tili“) hatte ihren 11. Geburtstag, der an diesem Tag nur klein in der Familie gefeiert wurde. Tili und Mila brauchten etwas Zeit um miteinander „warm“ zu werden. Aber irgendwann haben sie dank Tilis Hobby-Horses/Steckenpferden zusammengefunden. Es folgte an diesem Tag ein gemeinsames Abendessen mit Olis Freunden Katrin und Zotti sowie Oli, Antje und den beiden Kindern Max und Tili, ergänzt durch uns Vier. Es gab gutes Essen, wir redeten und blödelten rum und am Ende des Tages freute sich Tili, das Geburtstagskind, und sagte, dass ihr Geburtstagswunsch heute in Erfüllung gegangen sei: wir sind zu ihrem Geburtstag bei ihnen. 😊

Als wir am Abend zurück in den LKW gingen, meldete sich auch Christians Zeh zurück. Dieser war mittlerweile leider total blau/schwarz angelaufen und gut angeschwollen. Sicher gebrochen, so unsere Vermutung. Einen Arzt braucht man bei sowas ja nicht unbedingt aufzusuchen. Also war klar: Christian wird die nächsten Wochen wohl etwas kürzertreten müssen. So ein „mobility Detox“ passt natürlich sehr gut zum laufenden „digitalen Detoxing“ (aufgrund des immer noch defekten Smartphones, welches auch die nächsten 4 Wochen nicht repariert wurde). Folglich kommt es also entweder bald zum „Total Shutdown & Restart“ oder zum psychischen Zusammenbruch von Christian. Bleibt gespannt! 😉

In den nächsten Tagen folgte dann der angekündigte Sturm. Die erste Nacht war super. Wir dachten schon der Wetterbericht hat sich vertan, doch die zweite Nacht lehrte uns etwas anderes. Sturmböen, die gegen unseren LKW knallten, grollender Lärm, der LKW schwankte, die Möbel im LKW knarzten und das alles obwohl der Stellplatz noch relativ windgeschützt lag. Das Ergebnis dieser Nacht waren ganze 4 Stunden Schlaf. Wir mussten den LKW also für die kommende Nacht „upgraden“. Damit der LKW nicht bei jeder stärkeren Böe hin und her schwankte, stützte Christian zusammen mit Oli diesen mit ein paar Holzpfählen unter dem Fahrzeugrahmen ab. Ebenso montierten wir die Fahrräder samt Plane ab, um die Geräuschkulisse zu minimieren. Das Ergebnis überzeugte! Nach weiteren zwei bis drei Sturmnächten wurde das Wetter auch endlich wieder besser, sodass wir kleine Ausflüge mit Olli und dessen Familie machten, bei denen Mila zusammen mit den beiden Kindern am Fels klettern durfte.

Dann kam das erste Wochenende – Tilis Geburtstag im Dorf. Üblicherweise mietet man zu Geburtstagen eine Barraca (Art Clubhaus) im Dorf und es kommt die ganze Schulklasse des Kindes – plus Eltern(-teil). Erweitert durch ein paar Freunde und Verwandte kann das schnell zu einer gefühlten Großveranstaltung werden. Tili feierte gemeinsam mit einem anderen Kind aus ihrer Schule. Die Feier fand am Samstag von 17-20 Uhr statt. Es war schon stark unterschiedlich zu dem, was man so von deutschen Kindergeburtstagen kennt. Es gab eigentlich kein Programm. Einige Frauen (Mütter der Geburtstagskinder plus Helfer) fertigten über den gesamten Zeitraum ständig neue Snacks und Pizza für ein Buffet an. Die Erwachsenen saßen rum und erzählten, während die Kinder in Kleingruppen draußen im Dorf unterwegs waren und fangen spielten. Alles endete mit dem großen Finale – dem Geburtstagslied mit anschließendem Kuchenessen. Der Geburtstag endete an diesem Tag jedoch recht abrupt durch einen Stromausfall im gesamten Dorf, der durch den Sturm an diesem Tag verursacht wurde.

In der nächsten Woche folgte Olis Familie ihrem normalen Alltag, welchen wir ein bisschen begleiten durften. Vormittags ging bei uns meistens nicht viel. Ausschlafen, frühstücken, aufwaschen, ein bisschen aufräumen und schon ist es wieder Zeit zum Mittagessen. Mila nutzte die Zeit um etwas für die Schule zu machen. Hierfür zeigte sich, dass sie am besten mit einem Wochenplan für alle Fächer und Aufgaben zur eigenständigen Erarbeitung arbeiten kann.

Die Gestaltung der Nachmittage passte sich meist dem AG- und Hobby-Angebot der Familienkinder Max und Tili an. So spazierten wir mal im Dorf, fuhren mit den Rädern auf einem Pumptrack, Mila war mit Tili beim Reitunterricht, wir kauften ein, usw. In der verbliebenen Freizeit haben die Kinder meist etwas zusammen gemacht. Obwohl Max mit seinen 7 Jahren deutlich älter als Malou war, haben sie oft zusammengespielt. Hier konnten die beiden nicht genug von Christians Kuscheltier-Rollenspiele bekommen und forderten sich dieses regelmäßig ein. Oft aßen wir am Abend zusammen und gingen gegen 21 Uhr zurück in unseren LKW.

Neben den vielen kleinen Fahrten und Ausflügen besuchten wir außerdem gemeinsam einen Trampolin-/Indoor-Spielplatz „Airjump“ (in Finistrat), sowie die Stadt Benidorm. In Benidorm machten wir am Ende einen Essensstopp bei Oli’s Bekannten. Diese hatte ein englisches Fish & Chips Restaurant. Das wir in Spanien mal in einem Fish & Chips Restaurant essen gehen – damit haben wir echt nicht gerechnet. Aber ganz ohne landestypisches Essen mussten wir dann doch nicht auskommen, denn Oli hat für uns an einem Wochenende auch Paella gekocht, die wirklich super lecker war. Kulinarisch kamen wir also auf unsere Kosten.

Bällebad und Indoorspielplatz als Kleinkindbereich in der Trampolinhalle

Tili und Mila hatten zwischendurch sehr viel Freude daran, synchron die Ausgaben von ChatGPT vorzulesen oder uns Eltern zu testen, indem sie möglichst identisch „Mama“ oder andere Sachen zu uns sagten. Dies führte tatsächlich zu der ein oder anderen Verwechslung und die synchronen ChatGPT Sprachausgaben der beiden Mädels waren für alle ziemlich lustig und etwas gruselig zugleich.

Wochentags gab es dann abends öfter von den Kindern ausgewählte YouTube-Videos auf dem Fernseher zu sehen. Besonders in den ersten Wochen liefen abends ständig „The Voice Kids“ Szenen, in denen zumeist talentierten Kinder die Lieder nachsingen. Besonders „cover me in sunshine“ von Pink hat es den beiden Mädels angetan. In den kommenden Tagen und Wochen wurde das Lied ständig abgespielt und mitgesungen – ob im Auto oder mit kleinem Bluetooth-Lautsprecher durchs Dorf spazierend. Irgendwann kam die Idee auf, mal eine Videoaufnahme von ihrer Performance machen zu wollen. Christian schlug daraufhin vor, dass er doch mit seiner Kamera die Szenen aufnehmen könnte. Naja und wenn er schon dabei ist, kann er den Audio-Aufnahmeteil mithilfe von Laptop und Mikro auch gleich übernehmen. Daraus wurde dann schnell ein umfangreiches Projekt, mit einem ordentlichen Zeitaufwand und damit verbundenen Motivationshöhen und -tiefen. Aber alle Beteiligten haben es bis zum Ende durchgezogen und bestimmt viel daraus mitgenommen. Bis dato ist die Nachbearbeitung jedoch noch in vollem Gange und wir müssen mal schauen, ob wir das Videoergebnis hier online stellen dürfen.

Wir haben dann einerseits aufgrund der immer mal wieder auftretenden Unwetterwarnung bzgl. Sturm und Regen, andererseits aufgrund der vielen Unternehmungen und dem Kontakt zu Oli und seiner Familie unsere Abreise immer weiter nach hinten geschoben.  Eigentlich wollten wir ja nur für circa drei Tage bleiben und dann weiterfahren. Stattdessen haben wir in den ersten vier Wochen in Sella super viel unternommen und die Kinder hatten sehr viel Spaß zusammen…

verlassenes Haus

Es folgen noch ein paar Landschaftsaufnahmen rund um Sella 🙂

Endlich in Spanien…  (17.-24.01.2026)

Am 17.01. war es nun dann endlich soweit- wir überquerten die Grenze nach Spanien.

Spanien, das Land der Palmen, Mittelmeer, Berge, Sonne, Cocktails und gute Laune – oder graue Wolken und jede Menge Regen. Tja, man kann nicht alles haben.

Bei mäßig gutem Wetter überquerten wir und scheinbar auch die Regenwolken aus Frankreich die Grenze nach Spanien. Nach einer ersten, sehr regnerischen, Nacht auf einem Platz nahe Girona, führte uns unsere Stellplatzsuche nach Montbrió del Camp. Wir suchten eine Spanierin auf, die erst seit kurzem auf ihrem privaten Grundstück direkt an ihrem Haus Stellplätze anbot. Das Grundstück wurde von ihren zwei großen und auf den ersten Blick einschüchternden Hunden bewacht. Bei unserer Ankunft stellte sich heraus, dass die freundlich aussehende Frau jedoch nur Spanisch spricht und vorerst nicht so richtig wusste, was wir von ihr wollten. Ihr Übersetzungsprogramm auf dem Handy half wenig, da es lustigerweise nur spanische Texte ausgab und so oft sie auch sagte, dass es „Englisch“ übersetzen soll, dies nicht tat. Irgendwann war klar, dass wir mit unserem LKW hier stehen wollen, was zum Glück auch kein Problem war. Dank einiger Rateversuche und Tiergeräuschen bekamen wir sogar noch eine Hand voll Eier und frische Zitronen vom Baum geschenkt. Ein riesiges Trampolin im Hof lud vor allem Mila zum Turnen ein. Und auch mit den erst skeptisch wirkenden Hütehunden freundeten wir uns, zum Erstaunen der Besitzer, schnell an. Gerade die ausgiebigen Streicheleinheiten von Mila und ihre plötzlich handzahm wirkenden Hunde sorgten bei der Besitzerin für irritierte Blicke, Kopfschütteln und Lachen. Nach einer zweiten Nacht dort führte uns unsere Reise jedoch wieder weiter zu altbekannten Stränden.

Am 20.01. fuhren wir (wieder mal im Regen) nach Sant Jaume d’Enveja, einem kostenlosen Stellplatz mit Wasser-/ und Abwasserentsorgung. Wir verbrachten den Regentag mit kleineren Besorgungen und einer Menge Spielen. Auf unserer ersten Reise waren wir hier in der Region an einem zauberhaften, weiten, naturbelassenen Sandstrand namens Els Eucaliptus im Elbro-Delta, welcher sich besonders bei Christian ins Gedächtnis eingebrannt hat. Dort wollten wir unbedingt wieder hin. Gesagt getan, die Route klar, doch unterwegs standen wir vor riesigen Straßensperren, die den letzten Zufahrtsweg zum Strand versperrten. Wir suchten eine andere Route, parkten und sahen Wasser, viel Wasser. Nur leider keinen Strand mehr. Die großen Regenmengen der letzten Tage haben viele Küstengebiete des Deltas überschwemmt. Trotz vieler Versuche und verschiedener Zugangswege war an einen Strandspaziergang nicht mehr zu denken. Die Enttäuschung war groß. Kein Sand zwischen den Zehen, kein Muschelsuchen, kein über die Wellen hüpfen.

Nach einem kleinen Spaziergang auf einem Holzsteg nahe dem Strand führte unser Weg weiter nach Peniscola. Auf dem Weg dorthin hielten wir spontan an einem kleinen Stück Küste um wenigstens kurz einmal Sand unter den Füßen zu haben, doch auch hier war der Wind bereits zu stark, der Strand zu verschmutzt, sodass auch hier kein Sonne-, Strand-, Urlaubsfeeling aufkam.

Wir übernachteten auf einem „Bauernhof“. Auch hier regnete es wieder ordentlich und wir bemerkten, dass unser riesiges, durchgehendes Staufach am Heck unserer Kabine innen komplett nass war. Scheinbar schaffte es der viele Regen der letzten Tage an den Türdichtungen vorbei in die Klappen zu laufen. Mist, wie sollen wir das jetzt mal eben wieder trocken bekommen? Zumal es ja weiter regnete, ein einfaches Lüften hilft da wohl nicht mehr. Unsere Laune war also dementsprechend mies. Und die Umgebung bzw. die Tierhaltung auf unserem Hof machte es nicht besser. Wir haben schon einige schlecht gehaltene Tiere in verschiedenen Ländern gesehen, doch warum ein Bauernhof, der Stellplätze vermietet einen Strauß (ein Laufvogel in einem kleinen Gehege ohne Auslauf) benötigt, erschloss sich uns nicht. Wir lassen mal die Bilder für sich sprechen.

Am nächsten Tag suchten wir also nach einem Platz, um vor allem unsere Garage und deren Inhalt zu trocknen und mal wieder Wäsche zu waschen. Hier bot sich El Cid, ein mittelgroßer Campingplatz, in nur 8 km Entfernung an.

Nach Ankunft breiteten wir unseren gesamten Garageninhalt in unserer Parzelle aus, trockneten den Teppich, wuschen Wäsche und nutzten die Trockenzeit für einen ersten Fahrradausflug an die Promenade. Und siehe da, Sommer-/Urlaubsfeeling!! 😊

Wir besorgten uns verschiedene leckere Empanadas (gefüllte Teigtasche) und Croquetas (spanische Krokette mit verschiedenen Füllungen), turnten am Sandstrand, sammelten Muscheln, hüpften über Wellen – zumindest so lange bis Malou ins Wasser fiel und wir natürlich keine Wechselsachen dabei hatten. 😉 Herrlich!

Da unser Campingplatz völlig überlaufen und ausgebucht war, mussten wir schon nach einer Nacht weiterreisen. Wir verbrachten daraufhin zwei Tagen in Castello am Strand und mit einem Stadtspaziergang.

Danach beschlossen wir, dass wir uns als nächstes Valencia einmal näher anschauen wollen…