Der Sommer in Deutschland (23.05 – 05.07.2026) und ein weiterer Reisestart, aber diesmal zu fünft (06.07. – 22.07.2026)

Es war so schön endlich einmal wieder in der Heimat zu sein. Während unseres Aufenthalts in Deutschland pendelten wir zwischen Jena und Saalfeld. Wir wollten viele Freunde und unsere Familie besuchen und so versuchten wir ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Familienbesuchen und den Treffen mit Freunden und Bekannten hinzubekommen. Dabei entstand fast eine Art von Freizeitstress, um alle „Termine“ unter einen Hut zu bekommen und nebenbei auch noch nötige Arbeiten am LKW sowie diverse Arztbesuche zu koordinieren, um die Prophylaxe am Laufen zu halten.

So hatten wir einiges zu tun und verbrachten eine gute Zeit mit vielen lieben Menschen bei etlichen Treffen sowie zu unserer großen Wiedersehensfeier. Doch unser Heimatbesuch fühlte sich auch etwas seltsam an. Irgendwie war es so, als ob wir nie wirklich weg gewesen wären. Und so gesellte sich zu all der Freude und Vertrautheit auch noch ein weiteres Gefühl. Wir waren wieder da, aber eben auch nicht so richtig. Eine wilde Mischung aus Heimweh, Willkommensfreude und Fernweh stellte sich ein. Beim Vorbeifahren an unserer alten Wohnung fühlte sich die Tatsache, dass dort nun jemand anderes wohnt, mehr als befremdlich an. Uns wurde in dem Moment auch noch einmal vor Augen geführt, was wir alles aufgegeben haben…

Als wir in der Nähe unserer alten Wohnung standen, wurde unser Fahrzeug dann direkt von Milas ehemaligen Klassenkameraden wiedererkannt. Es folgte wenig später eine überraschende Einladung für Mila zum Sportunterricht am nächsten Tag, der sie liebend gern und zur Freude aller nachkam.

Ansonsten mussten wir in der Umgebung einige Stellplätze für mehrere Wochen finden, was teilweise gar nicht so einfach war. Zudem hatten viele Freunde letztendlich gar nicht so viel Zeit wie gedacht – klar, denn deren Alltag mit all ihren Routinen und Arbeit ging ja weiter. Und wir mussten irgendwie auch die Vor- und Nachmittage in der Woche rumbekommen, wo so ziemlich jeder arbeitete. So zogen sich manche Tage dann eben doch ein bisschen hin, was unser Fernweh wieder befeuerte.

Mit einem Stellplatz, nämlich dem Kulturschlachthof in Jena, hatten wir aber großes Glück. Einer unsere Freunde organisierte, dass wir hier für ein paar Tage stehen durften. So hatten wir einen zentralen Stellplatz mit Wasser, Toilette und Dusche. Da es sich beim Kulturschlachthof e.V. um ein soziales Bündnis aus den Bereichen urbaner Jugendkultur, Theater und Musik handelt, mit jeder Menge ehrenamtlicher Unterstützung gestemmt, waren auch immer ein paar Leute bis spät abends auf dem Gelände. So war dieser Aufenthalt dann doch irgendwie ein Teil unserer Reise: wir konnten neue Sachen ausprobieren, neue Leute kennenlernen und wurden dazu direkt am ersten Tag überrascht: wir durften vor Ort die Sauna mitbenutzen. Dass es hier überhaupt eine Sauna gab, die kurz nach unserer Ankunft angeheizt wurde, war wieder einer dieser verrückten Zufälle, die wir so lieben. Nach und nach haben wir dann auch ein paar Leute aus dem Verein kennengelernt. Wir konnten die dortige Skatehalle nutzen, welche wir ab und an völlig für uns alleine hatten. Das war mega cool, denn so konnte Christian endlich mal sein Surfskate ausprobieren und Mila mit lauter Musik durch den Raum turnen. Sogar ein Vertikaltuchkurs wurde angeboten, zu dem Mila ging. Letztendlich trafen wir eine Absprache mit den Vorstandsmitgliedern und standen dann insgesamt circa 3 Wochen auf dem Gelände. Das hat unseren Aufenthalt also definitiv um einiges erleichtert und uns alle extrem bereichert. Vielen Dank dafür!!

Heimweh, Wiedersehensfreude und Fernweh machten den Aufenthalt in unserer Heimat also zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Da war die Freude alle wiederzusehen, die Wehmut, was alles aufgegeben wurde sowie die Freude und Neugier in der Vorbereitung und Auseinandersetzung mit der weiteren Reise. Und dann gab es am Ende doch auch wieder jede Menge Abschiedsschmerz. Und wie immer, lief nicht alles nach Plan. Vieles ergab sich dann doch irgendwie… genau wie das nun Folgende.

Bei einem Besuch unserer Freunde in Leipzig entwickelte sich bei Mila und Marian (Sohn der Familie, 13 Jahre) die fixe Idee, wir könnten Marian doch mit auf unsere Reise nehmen. Immerhin sind ja bald Sommerferien und „er hat noch nichts vor“.  Wir sprachen dann über die Reisevorstellungen der Kinder, unseren Alltag unterwegs (der eben nicht vergleichbar mit einem 14 Tage-Camping-Urlaub ist) und die Kompatibilität mit Marian. Danach gönnten wir uns allen ein paar Tage Bedenkzeit. Außerdem stand für uns fest, dass uns unser Weg nach Rumänien führt und das „One way“ heißt – Marians Rückfahrt musste also irgendwie organisiert und umgesetzt werden. Christian fand die Idee einen temporären „Gefährten“ für Mila mitzunehmen schon länger gut, da wir genügend Sitz- und Schlafplätze haben und es bestimmt ein prägendes Erlebnis ist, Abschnittsreisegefährte bei uns zu sein. Der Reisezeitraum über die Sommerferien bot sich dafür natürlich auch super an. Nachdem wir Eltern uns gesammelt hatten, durchdachten wir das Szenario und kamen zu dem Schluss: was soll schon passieren? Im besten Fall haben alle Beteiligten eine gute Zeit, Erfahrungen werden gemacht, Neues kennengelernt und die Kinder verstehen sich gut. Für alle anderen Eventualitäten werden dann schon irgendwie spontan Lösungen gefunden. Da die Abholung durch Konrad (Marians Papa) und deren Rückweg mittels Flixbus 2,5 Wochen später umsetzbar war, starteten wir somit unsere Reise am 06.07.2026 – einen Tag nach Malous Geburtstag – zu fünft in unserem LKW.

Wir planten unseren Transit nach Rumänien in circa einer Woche, um im Anschluss noch eine Woche Aufenthalt in Rumänien zu haben. Gesagt, getan. Es folgte ein schneller Ritt durch Tschechien und die Slowakei, bis wir in Ungarn ankamen und uns erstmal drei Nächte Erholung auf einem Campingplatz an der Donau gönnten. Hier konnten wir baden, Tischtennis und Badminton spielen und uns an der Bar mit dem stets überdreht gutgelaunten, singenden Inhaber unterhalten. Wir waren Pizza essen, haben Pancakes gebacken, spontan ein Labyrinth, sowie eine Art denkmalgeschütztes Dorf im Nationalen Historischen Gedenkpark von Ópusztaszer besucht und ansonsten war die Fahrt recht unspektakulär. Wobei der Stress, den wir mit den verschiedenen Mautgeräten hatten dafür umso größer war. Ein Mautgerät pro Land. -.- Jedes Gerät musste an einer grenznahen Stadt abgeholt und eingerichtet werden. Über die Kosten wollen wir hier gar nicht schreiben… es war in der Beziehung definitiv keine gute Idee, unser Reisefahrzeug als LKW Typ N2 zuzulassen, anstatt als Wohnmobil. Aber naja.

Außerdem waren wir dann doch ziemlich von den Preisen in Ungarn überrascht. Das fing bei dem Campingplatz an, der wirklich keinen hohen Standard hatte (dafür aber 53 Euro die Nacht kostete), ging weiter beim Supermarkteinkauf, bis zum Restaurantbesuch – quasi alles war hier genauso teuer oder teurer als in Deutschland. Also low-budget Urlaub in Ungarn – das war einmal… Aber wir waren ja nur auf der Durchreise…

Am 13.07. war es dann endlich soweit: über die Stadt Arad erreichten wir Rumänien. Nach einem Einkauf (deutlich günstiger als in Ungarn, aber jetzt auch nicht so viel günstiger als in Deutschland) steuerten wir einen Campingplatz am See an. Hier konnten wir das sonnige Wetter ausgiebig genießen und die Bademöglichkeiten nutzen. Dabei kamen vor allem Mila und Marian auf einer riesen Hüpfburg im Wasser auf ihre Kosten. Ebenso konnten wir uns im SUP-fahren erproben. Nach zwei Nächten beschlossen wir weiterzufahren, als 5 Minuten vor unserer Abfahrt auf einmal ein Mann mit Kamera vor uns stand. Er sagte, er käme vom rumänischen Privatfernsehen und mache eine Doku über Camper und ob er uns denn vielleicht interviewen konnte. Ich verkrümelte mich gleich, aber Christian übernahm mutig und bekam sofort das Mikrofon angesteckt. Vor laufender Kamera sprach er über unser Fahrzeug und dessen Besonderheiten, über unsere Reise und wie so unser Alltag aussieht… Ob wir nun Berühmtheiten in Rumänien sind oder nicht konnten wir bisher nicht erfahren. Den Beitrag haben wir leider noch nicht gefunden. Falls dies noch geschieht, werden wir ihn auf jeden Fall mit euch teilen! 😉

Anschließend ging es weiter auf einen Campingplatz am Fluss. Hier konnten die Kinder im Fluss Staudämme bauen und endlich das ersehnte Lagerfeuer machen. Außerdem konnten wir Erwachsene die Kinder mit einer „Wanderung“ quälen. Hierbei handelte es sich um eine Stunde laufen durch den Wald mit leichtem Kontakt zur einheimischen Käfer- und Mückenwelt, was leider auf nicht viel Begeisterung stieß. Unser Weg führte uns über Jibou, wo wir den Botanischen Garten besuchten, weiter Richtung Baia Mare.

Nachdem sich unser erwählter Stellplatz als Reinfall herausstellte, planten wir spontan um und bekamen die rumänische Gastfreundschaft zu spüren. So durften wir auf dem Parkplatz eines Hotels/Restaurants kostenfrei übernachten und als am Abend der Anlagenbesitzer mit einer riesen Schüssel voll Himbeeren und für die Region typischen Mohnstrudel vor unserer Tür stand, war der Abendsnack perfekt! Zum Dank und aufgrund des super Wetters am nächsten Tag besuchten wir die Schwimmanlage des Hotels. Zwei Erwachsene, drei Kinder, den ganzen Tag Aufenthalt für rund 50 Euro. Wir staunten erst nicht schlecht, als wir die Eintrittspreise sahen. Immerhin glich auf dem ersten Blick alles einem deutschen Freibad, welches man in dieser Konstellation bereits für um die 20 Euro besuchen kann. Aber auch das Freibad ein paar hundert Meter weiter war nicht günstiger. Und so drückten wir aufgrund mangelnder Alternativen dann doch die 50 Euro ab und wurden immerhin mit einem beheizten Kinderbecken belohnt. Das haben dann auch alle, unabhängig von ihrem tatsächlichen Alter, ausgiebig genutzt. 

Am 19.7. war es dann endlich soweit: wir trafen unsere lieb gewonnen Nachbarn Luisa, Martha und Volkmar. Die drei waren die letzten drei Wochen mit ihrem Camper in Rumänien unterwegs und da bot sich ein gemeinsames Treffen ja geradezu an. Wir trafen uns in Baia Mare an einem freien Parkplatz ein ganzes Stück von der Stadt entfernt, mitten in einem Waldstück, neben einer alten Mine. Unsere Wiedersehensfreude war riesig und wir genossen gleich ein gemeinsames Abendessen, als uns reichlich Hundegebell, aus dem Wald kommend, aufhorchen ließ. Ein großer, bäriger Mann kam mit fünf Hunden aus dem Wald auf uns zu gelaufen, wobei er einen großen Stock quer über die Schultern gelegt hatte und Rumänisch sprach. Die Situation wirkte erst einmal wenig bedrohlich. Wir verstanden, dass er eine Art „Patron“ der Mine sei und wir hier nicht schlafen können („Ihm sei das ja egal, aber sein Chef…“) und das Betreten der verlassenen Mine sei sowieso streng verboten. Christians insgeheimes Lost-Place-Abendteuer war damit vom Tisch. Es war mittlerweile schon recht spät am Abend und nun war die Frage, ob wir hier überhaupt stehen dürfen oder uns um diese Uhrzeit doch noch einen anderen Platz suchen müssen. Dann telefonierte der „Patron“ noch einmal mit seinem „Chef“ und auf einmal war das Übernachten hier doch okay, nur die Mine dürften wir nicht betreten. Soweit so gut. Wir waren zufrieden und aßen weiter. Auf dem Parkplatz hinter uns hörten wir nach ein paar Minuten eine (lautstarke) Diskussion zwischen dem Patron und einer Frau auf Rumänisch. Die Situation wurde kurios als diese Frau zu uns kam und uns hektisch erklärte, sie wolle uns unbedingt etwas mitteilen. Wir verstanden nichts. Der Internetübersetzer konnte aufgrund mangelnden Empfangs kaum helfen und so versuchten wir die super lange Nachricht der Frau gemeinschaftlich zu übersetzen. Dazu muss man wissen, dass vor der Mine noch eine kleine Andachtsstätte mit Heiligenfiguren, Kerzen, Blumen und Fotos von Minenopfern war. Es kam dann heraus, dass sie laut ihrer Aussage die Wächterin dieser kleinen Heiligen Stätte hier war, der Patron sie schon öfter bedroht hätte und wir uns bloß nicht vertreiben lassen sollten (denn für sie war unsere Anwesenheit irgendwie schon okay). Und wenn es doch Probleme gibt, sollen wir einfach die Polizei rufen. Wir bedankten uns bei ihr und beschlossen, nach ein bisschen Restverwirrung, dass wir an diesem Platz dennoch gut übernachten konnten und das Ganze wohl eher ein Konflikt zwischen den beiden zu seien schien. Nach einer ganzen Weile zogen dann alle weiter und wir konnten endlich das Feuerholz sammeln und ein Lagerfeuer machen. Unsere Nacht war dann auch ohne weitere Vorkommnisse.

Am 20.7.waren dann 14 Tage zu fünft im LKW vorbei und Konrad, Marians Vater, kam nach 21 Stunden Busfahrt in Baia Mare an. Zuvor besuchte unsere Reisegruppe noch eine berühmte Holzkirche in Surdesti. Die 1721 erbaute, griechisch-katholische Kirche war bis 2003 die höchste Kirche der Welt, die konstruktiv vollständig aus Eichenholz und ohne Metallnägel erbaut wurde. Im Anschluss daran ging es noch typisch rumänisch essen, wobei sich vor allem Christian die Speisekarte rauf und runter bestellte und am Ende noch mit einer landestypischen Palinka (zweifach gebrannter Obstbrand mit einem Alkoholgehalt von meist über 50%) abschließen wollte. Anstatt der bestellten 50cl bekamen wir dann eine kleine Karaffe voll mit Palinka. Das wir danach nicht alle blind waren, war ein Wunder. Geschmacklich konnte der Palinka jedenfalls nicht besonders punkten. Was natürlich nur meine Meinung wiederspiegelte. Christian konnten dem Getränk einiges abgewinnen und als wir Konrad noch ein paar cl mitbrachten, war er ebenfalls durchaus angetan.

Den Abend ließen wir dann noch mit einem Lagerfeuer und dem sichtlich erschöpften Konrad auf einem freien Platz auf einer großen Wiese ausklingen. Martha und Mila entschlossen sich spontan und trotz aller vorstellbarer Gefahren (Bären, Hunde, … 😉) gemeinsam im Zelt zu übernachten. Und so hatten Mila und Martha eine Abendteuer-Übernachtung, Konrad konnte ein weiches Bett im LKW erhaschen und wir mussten uns den kleinen Kabinen-Raum nicht zu sechst teilen.

Nach einem weiteren entspannten Tag am See und einem letzten gemeinsamen Lagerfeuerabend trennten sich unsere Wege, da Luisa, Martha und Volkmar die Heimreise in Richtung Deutschland antreten mussten. Wir verabschiedeten uns (wieder einmal mit tränendem Auge), fuhren nach Baia Mare, wo wir alle Vorräte wieder auffüllten und anschließend auch Marian und Konrad am Busbahnhof verabschiedeten.

So waren unsere 16 Tage zu fünft bzw. kurzzeitig sogar zu sechst nun zu Ende. Die Zeit fühlte sich eher wie ein Urlaub und weniger wie das sonst typische Reisen für uns an, einfach auch durch die Tatsache zeitlich und auch räumlich so „verplant“ zu sein. Ebenso haben wir noch nie so viele Campingplätze angefahren wie in diesen Tagen. 😊 Das Leben zu fünft bedurfte einiger Umstellung, war aber durchaus machbar auf so wenig Raum. Eine spannende Erfahrung für uns alle, von der wir hoffen, dass jeder viel Positives mitnehmen konnte.

Für uns begann nun das „eigentliche Reisen“ zu viert…

Deutschland rückt näher – unser Rückweg durch Frankreich (4.5.-22.5.2026)

Nach der Menge an Kultur stand uns nun die Überfahrt nach Frankreich bevor. Ich wollte unbedingt noch einmal an den Stellplatz in der Nähe von Beziers, um dort die naheliegenden Parcours zu laufen. Gesagt getan. Der Platz war schnell gefunden, wir konnten uns erholen und die Kids hatten ausreichend Platz zum Spielen. Außerdem stand wiedermal ein Geburtstag an. Ben wurde 10 Jahre alt und wir feierten diesen Tag mit einem leckeren Mittagessen, ausreichend Kuchen und einem Parcour. Während die Kinder spielten, hatten wir Erwachsenen Zeit zum Quatschen, in der Sonne sitzen und Pläne schmieden. Während dieser Tage durften wir auch Teil von Isabells und Daniels Weinprobe sein, wobei wir extra die kleinere Flasche (375 ml) testeten, in dem Glauben, es sei die für 14€. Was soll ich sagen… sehr süß, schwer und ein bisschen muffig im Abgang. 😀 Aber man gönnt sich ja sonst nix. Alle waren der Meinung, dass die Flasche wohl geschmacklich kaum die 14€ wert wäre. Als Daniel dann jedoch die Rechnung überprüfte und feststellte, dass diese kleine Flasche die für 60€ war, wurde uns dann schon etwas anders. Wahrscheinlich sind wir eben doch keine echten Weinkenner/ -genießer! 😉

Bei aller Planerei entschlossen wir uns zu einem weiteren, letzten gemeinsamen Stopp mit Isabell und Daniel in Frankreich. Wir wollten zusammen zum Pont du Gard, einem großen Aquädukt und stellten uns dafür zwei Nächte auf einen Naturcampingplatz am Fluss.

Nach ein paar letzten Tagen mit lieben Gesprächen, Spielen und Toben am Wasser, einer kleinen Wanderung, Kinderhöhlen bauen und leckerem Essen stand der (tränende) Abschied bevor. Schweren Herzens ließen wir Isabell, Daniel und die Jungs ziehen. Wir hatten eine tolle Zeit mit euch! Vielen lieben Dank dafür – irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder! 😉 

Nach all dem Herzschmerzabschied musste ein aufbauendes Erlebnis her – ein Besuch im Dinopark. Dieser lag auf unserem Weg durch Frankreich, bot uns einen kostenlosen Stellplatz für zwei Nächte und verhalf uns zu einem super entspannten Tag mit vielen lehrreichen Dinoinfos. Klare Empfehlung! Besonders die Fahrgeschäfte mit einer kleinen Wildwasserbahn, einem Dinoritt auf Schienen und das Flugsauerier-Karussell haben es den Kids angetan. Da wir fast die einzigen im Park waren, konnten so die Kinder ohne Wartezeit ihre Runden drehen – immer und immer wieder. 😀

Auf unserem weiteren Rückweg in die Heimat überlegten wir uns noch zwei größere Stopps in Deutschland einzulegen. Tübingen und Schwäbisch Hall. Christian und ich stellten fest, dass wir innerhalb Deutschlands noch nicht wirklich viel rumgekommen waren und so wollten wir die Chance nutzen uns (bspw.) Tübingen näher anzusehen.

Über die Plattform bewelcome (ähnlich Couchsurfing) machte Christian „Jonny“ ausfindig. Einen Anfang 20-jährigen Medizinstudenten aus Tübingen, der ein paar Stunden Zeit hatte und sich bereit erklärte, uns sein Tübingen etwas näher zu bringen. Wir parkten unseren LKW also etwas außerhalb der Stadt und fuhren am nächsten Tag mit den Rädern ins Zentrum. Wir trafen uns am Hölderlinturm, um dort eine „Stocherkahnfahrt“ (DAS traditionelle Highlight in Tübingen) mit Jonny zu machen. Jonny war super lieb. Er gab uns einen Einblick in die Historie der Stadt, zeigte uns sehenswerte Gebäude und wir tauschten uns über unsere verschiedenen Lebenspläne aus. Wir hatten mit Jonny wirklich riesiges Glück, denn einerseits ist so eine Stocherkahnfahrt relativ teuer, andererseits ist dies quasi immer ein Gruppenevent. Die Fachschaft Medizin in Tübingen hat allerdings einen eigenen Stocherkahn. Da unser Stocherkahnführer Jonny Humanmedizin studiert und Mitglied in der Fachschaft ist, hatten wir so ein Boot für uns alleine. Und das Beste – Christian durfte auch mal eine Runde Stochern. Das war tatsächlich viel schwerer als angenommen.

Nach unserer Bootsfahrt gesellte sich noch Jonnys Freundin zu unserer Gruppe und beide führten uns zu einem veganen Restaurant. Hier nahmen wir uns etwas „auf die Hand“ mit und genossen unser Essen im Klostergarten der Stadt. Wunderschön! Nach einem kleinen spontanen Fotoshooting, welches Christian von Jonny und seiner Freundin machte, verabschiedeten wir uns von beiden und stromerten allein weiter durch die Altstadt Tübingens. Fachwerk über Fachwerk, viele vegane Restaurants, super kleine niedliche Lädchen und Kaffeestuben. Alles wirkte so besinnlich und friedlich. Warum Tübingen als Stadt mit der höchsten Lebensqualität Deutschlands gilt, wurde uns hier klar. Nachdem wir erschöpft wieder zurück zum LKW radelten, informierte ich mich spaßendhalber mal über die Mietpreise in Tübingen und ich verstand, warum Tübingen nicht nur eine hohe Lebensqualität mit sich bringt, sondern auch die Stadt Deutschlands mit den höchsten Mietpreisen ist. Teuer teuer- sag ich mal. Nach einer weiteren Nacht zogen wir mit all unserer Begeisterung für Tübingen weiter – wer weiß, vielleicht sieht uns Tübingen zu gegebener Zeit wieder! 😉

Panorama Tübingen, bitte anklicken:

Panorama Tübingen

Unser nächster Stopp war eine Wohngemeinschaft in Schwäbisch Hall. Durch eine Reisebekanntschaft aus Spanien erfuhren wir von einem kreativen Wohnprojekt: einer Art Kommune in der Nähe von Schwäbisch Hall, in der 15 Menschen (9 Erwachsene und 6 Kinder) gemeinsam auf einem Grundstück lebten. Wir hatten deren Kontaktdaten und meldeten uns spontan bei ihnen, mit der Bitte ein paar Tage auf ihrem Grundstück stehen zu dürfen und ein paar Einblicke in ihr Zusammenleben zu erhaschen. Zusätzlich wurde unser Aufenthaltswunsch durch den Umstand befeuert, dass Teile der Gruppe Mitglieder eines Wanderzirkus waren und es dort vor allem für Mila die Möglichkeit gäbe etwas akrobatisch aktiv zu werden. Nach einigen Nachrichten hin und her durften wir vorfahren. Wir blieben rund 5 Tage und lernten nacheinander fast alle Bewohner (oberflächlich) kennen. Malou hatte dadurch mal wieder Kontakt zu Kindern in ihrer Altersgruppe und wir haben uns über das Wohnen, Reisen und Fahrzeugtechnik unterhalten. Solche Wohnkonzepte mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen/Räumen und eigenem Wohnraum sind durchaus attraktiv. Man muss aber dazu schreiben, dass es die Rechtssituation in Deutschland solchen alternativen Wohnprojekten wirklich schwer macht(baurechtliche Zulässigkeit usw.). Gerade die dort entstandenen verschiedenen Behausungen (Wohnwagen/Wohnanhänger, Eigenbauten, Jurte, großes Haus/Restaurationsobjekt) als legale Dauerwohnnutzung genehmigt zu bekommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also entweder man hat das Budget, Zeit und die Ressourcen das rechtssicher umzusetzen (welche dann eventuell für die Umsetzung der Behausungen fehlen), oder man macht das halt einfach und schaut, was passiert. 😉

Wobei es die Frage ist, wie man mental mit so einer Rechtsunsicherheit umgeht, denn die Frage ist, wie lange so ein Wohnprojekt bestehen bleiben kann, bevor es dann doch aufgrund der baurechtlichen Belange gestoppt wird. Für uns war das jedenfalls ein wirklich spannendes Thema, sowas mal in der praktischen Umsetzung zu erleben.

Natürlich war es für uns auch interessant zu erfahren, wie so ein gemeinsames Wohnen mit verschiedenen Generationen funktioniert und was es für Vor- und Nachteile mit sich bringt. Es würde jetzt den Beitrag sprengen dies tiefgehend zu erörtern (wer möchte, kann sich mit uns dazu ja direkt austauschen), aber für uns hat sich das soziale Miteinander dort sehr stimmig angefühlt. Es braucht aber definitiv viel Austausch, Kommunikation und Toleranz. Letztendlich steht und fällt alles mit den gemeinsam vereinbarten Vorstellungen und Werten UND einem stetigen Austausch und Meinungsabgleich. Für uns war es definitiv eine sehr bereichernde Erfahrung, mit unserem alternativen Wohnprojekt für ein paar Tage hier zusammen zuwohnen – vielen Dank für eure Gastfreundschaft!

Die letzten Tage in Deutschland und der schnelle Ritt durch Frankreich

Mit nun wieder vollem Tank und funktionierender Standheizung blieben wir zwei Tage auf dem Campingplatz in Schellbronn. Wir nutzten die Zeit zum Duschen, Wäsche waschen und gönnten uns eine leckere Pizza beim Italiener um’s Eck. Ebenso saßen wir die angekündigten Orkanböen aus und sahen zu, wie der Schnee im Stundentakt schmolz und anschließend wieder 10 cm Neuschnee fielen.

Christian war immer noch nicht auf dem Wege der Besserung aber als wir erfuhren, dass am nächsten Tag der „Schellbronner Nachtumzug“ stattfand, welcher in einem riesigen Partyzelt nah neben unserem Campingplatz enden sollte und wir den Soundcheck der Generalprobe mitbekamen, war Bleiben keine Option.

Also… Paracetamol reingeschmissen und so fuhren wir am nächsten Tag also nach Bahlingen. Wir standen am Ende eines Gewerbegebietes in einer ruhigen Nebenstraße und blieben dort für 3 Tage.

Christians Gesundheitszustand verbesserte sich nicht wirklich. Dies und die Tatsache, dass wir hier irgendwie „festsitzen“ und nicht weiterkommen, frustrierte mich zu Beginn. Aber was soll man machen. Manche Dinge kann man nicht beeinflussen, also sitzen wir die Sache eben aus! Logistisch hätten wir einen schlechteren Ort treffen können, immerhin gab es dort einen Edeka sowie einen Spielplatz für die Kids in Laufnähe. Und als sich auch noch ein paar Sonnenstrahlen zeigten und der Schnee weggeschmolzen war, wurde alles doch ein wenig erträglicher. 😉

Am 13.01.2026 geschah dann das Wunder – Christian hatte kein Fieber mehr. Er war augenscheinlich über den Berg und so beschlossen wir weiterzufahren. Also – endlich ab nach Frankreich!! 😊

Wir fuhren die 240 km bis nach Jouhe, um dort neben einem Sportplatz zu übernachten. Hier war es recht ruhig und die Kinder konnten am nächsten Morgen den nebengelegenen Spielplatz erkunden, bevor es weitere 350 km durch Frankreich bis nach Grane ging. Dies war unsere bisher längste Tagestour und alle waren recht erschöpft. Wir sind mit dem LKW nur mit circa 75 km/h unterwegs und für so eine Strecke brauchen wir eine gefühlte Ewigkeit. Doch das Ziel lohnte sich.

Wir landeten auf einem Bio-Schweinehof mit eigenem Verarbeitungsbetrieb und vielfältigem Hofladen. Ein Trampolin, ein kleiner Spielplatz und jede Menge Platz wurden ebenfalls geboten. Wir blieben zwei Tage, um nach der langen Tour einen Tag zum Verschnaufen, Spielen und Duschen zu haben. Wir besuchten Schweine und Esel, ließen einige Euros im Hofladen (um die tierischen Produkte machten wir einen Bogen 😉) und genossen die Sonnenstrahlen.

Doch auch hier sollte sich das Wetter allmählich verschlechtern. Regen wurde angesagt und so machten wir uns auf den Weg. Wir füllten die Vorräte in einem großen Intermarché (vergleichbar mit Kaufland oder Globus) und fuhren die rund 250 km nach Béziers. Wir hielten auf einem großen Schotterparklatz direkt neben einem Wandergebiet und bereiteten unser Nachtlager vor. Gerne hätte wir ein paar Wanderwege erkundet, doch der Regen und das gebietsweise angekündigte Hochwasser motivierten uns doch die verbliebenen Kilometer in Frankreich hinter uns zu lassen und weiter in Richtung Spanien zu fahren…

Aller Anfang ist schwer

Man denkt ja immer beim zweiten Mal ist alles viel leichter!! Das gilt allerdings nicht für unseren Reisestart.

Wieder einmal haben wir es nicht geschafft vor dem Winter loszukommen. Zu viele Sachen waren noch zu erledigen. Allen voran gab es da die Probleme mit der Kraftstoffversorgung am LKW. Ständig ging er im Standgas einfach aus… und danach nur mit viel Aufwand wieder an. Manchmal lief er problemlos 15 Minuten, bis ihm ganz langsam die Puste ausging. Manchmal wurde er nur kurz gestartet – läuft, läuft, läuft. Nichtmehr. Dann war immer Entlüften angesagt… rödel, rödel, rödel… manchmal lief er dann schon wieder. Manchmal brauchte er das Ganze aber zwei bis drei Mal. Die ersten Male war es deshalb ziemlich stressig, wenn der LKW völlig überraschend in der Speditionseinfahrt unserer Miethalle ausging. Dann standen da über 7 Tonnen Altmetall in der Gegend rum, die nicht einfach so um die Ecke geschoben werden konnten.

Christian hat die letzten Wochen schon so einiges durchprobiert und erneuert, leider ohne durchschlagenden Erfolg. Deshalb war es nun an der Zeit das Problem jemandem zu übertragen, der sowas beruflich macht.

Wer allerdings die Geschichten der letzten Monate bei uns mitbekommen hat, weiß, dass Christian bei der Wahl eines Reparaturbeauftragten einfach kein Glück hat. Kein Glück ist dabei ziemlich untertrieben. Vielleicht veröffentlichen wir irgendwann mal die „unglaubliche Geschichte von Burkhard“ – der schlechtesten Entscheidung für unsere LKW Instandsetzung überhaupt.

Dieses Mal erwischte es uns nicht ganz so schlimm. In der ersten Woche ließ die Werkstatt nicht viel von sich hören. Auch nach dem fünften Anruf war dort niemand zu erreichen. Ende der Woche wollte man zurückrufen, was nicht passiert ist. Am darauffolgenden Montag dann die Nachricht: der LKW läuft wieder. Alle Leitungen nachgezogen – das war es schon. Super! Am Dienstag will Christian den LKW abholen. Er lässt sich vom Meister noch kurz zeigen, dass der LKW läuft. Quatscht noch etwas mit ihm. Dann wollte er noch wissen, wie der Diesel im Schauglas nun bei höherer Drehzahl aussieht. Der Meister setzte sich also rein und will gerade Gas geben, da klingt der LKW komisch. Christian meinte: „warte mal kurz“… da läuft der LKW plötzlich unrund und stirbt langsam ab. Darauf der Meister: „OK, da ist ja doch noch ein Problem… aber ich bin ihn doch gestern problemlos gefahren. Der lief gut. Ja, schauen wir uns an“. Ich kürze es Mal ab: am Ende dauerte es geschlagene 5 Wochen und es waren insgesamt drei Meister am Werk. Zwischenzeitlich haben sie in der Werkstatt sogar einen alten Veteranen, mit deutlich über 70 Jahren rangeholt. Woran lag es nun? Christian hatte die Dieselleitungen auf Verdacht bei einem Fachbetrieb für Hydraulikleitungen erneuern lassen. Dort wurde allerdings die alte Kraftstoffleitung einfach am Schlauchnippel abgeschnitten und dann die neue Leitung einfach über die alte gecrimpt. Und das wurde wohl nie so richtig dicht. Jedenfalls hat uns das, anstatt prognostizierten drei Tagen, am Ende fünf Wochen und jede Menge Geld und Nerven gekostet. Parallel haben wir den Auszug vorbereitet, was dieses Mal gefühlt noch mehr Arbeit war. Aber das kann auch daran liegen, dass wir durch Malou mit ihren 3 Jahren zu nicht viel kamen. Einer musste immer die Betreuung übernehmen, damit der andere Zeit zum Arbeiten hat. So kamen wir die letzten Tage dann auch echt ins Schwitzen: Wohnung streichen, Dinge aussortieren, Sachen einlagern, inserieren oder gleich ab damit zum Verschenken vor die Haustür oder als letzte Option: Wertstoffhof. Die Tage gingen nur so ins Land. Bei unserer ersten Reise hatten wir den Winter auch schon im Nacken. Dieses Mal waren wir allerdings noch später dran.

Der 16.12.2025 – was für ein Tag!

Am 16.12.2025 war es dann endlich so weit – wir übergaben unsere schöne Wohnung an unsere Nachmieter, meldeten unseren Wohnsitz in Jena ganz offiziell ab, verabschiedeten uns von unseren lieb gewonnenen Nachbarn und zogen in den LKW, der eine Straße weiter parkte.

Die ersten Tage im LKW zog es uns noch nicht in die Ferne. Wir verbrachten 2 Tage in Niedersynderstedt, um Arbeiten am Innenausbau zu beenden und noch etwas Zeit mit Freunden zu verbringen. Im Anschluss ging es für knapp zwei Wochen in unser Domizil nach Hermsdorf. Hier hatten wir in einer Halle die letzten 2 ½ Jahre den LKW umgebaut. Domizil klingt jetzt schon sehr nach Urlaub, aber das Gegenteil war der Fall. Denn es gab dort leider noch einige Arbeiten zu erledigen. Wir mussten alle Rester vom LKW Ausbau sortieren, einlagern, entsorgen oder im LKW verstauen. Alles war chaotisch vollgestellt mit Werkzeug, Schrauben, Elektroniksachen, Sachen vom Wassersystem, Dämmung, LKW Teilen, etc. pp. Parallel gab es noch Arbeiten am LKW zu erledigen, welche Christian zusätzliche Arbeit machten. Ein paar Sachen wurden bisher zwar eingebaut, aber nie so richtig auf Funktion überprüft… und gingen dann natürlich nicht wie gedacht. Außerdem haben wir am Tag des Auszuges erstmal alles nur provisorisch im LKW verteilt. Und das war viel zu viel und ohne System. In Hermsdorf musste nun zusätzlich das ganze Werkzeug usw. an Board. Also alles aus- und wieder einräumen. Euroboxen kaufen. Nochmal einräumen.

So verging Tag um Tag. Immerhin hatten wir in der Halle unbegrenzten Strom und Wasser, eine funktionierende Toilette und schützende Hallenwände. Denn mittlerweile war es wirklich kalt geworden, jeden Tag unter 0°C. In der Halle waren es meist „noch“ um die 5°C. Ein kleiner, aber signifikanter Unterschied.

Dafür hatten wir allerdings in der Umgebung nicht viele Möglichkeiten für die Kinder. Das alles machte es im zugestopften LKW nicht wirklich leicht und so sorgten der geringe Platz und die fehlenden Möglichkeiten sich aus dem Weg zu gehen für einige stressige Momente. Zum Glück hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch unseren PKW und konnten so ab und zu Freunde und Familie besuchen. So haben wir bspw. die Weihnachtsfeiertage noch mit unserer Familie verbracht. Aber jeder Besuch war auch irgendwie mit einem kleinen oder großen Abschied verbunden. Das hatten wir von der ersten Reise auch irgendwie alles leichter in Erinnerung… Insofern waren es schon insgesamt stressige und emotionale Zeiten, die nun hinter uns liegen.

Das neue Jahre beginnt – … mit Fieber und Erbrechen

Den Jahreswechsel verbrachten wir dann auf einer Silvester-/Geburtstagsfeier von Christians Onkel in Saalfeld. Wir nutzen den Zeitpunkt und fuhren mit der Feuerwehr zum Partyort und konnten so problemlos vor Ort übernachten. Am Neujahrstag posteten wir unseren Standort an Freunde und Familie und freuten uns so über spontanen Besuch, welcher unser Mobil bestaunte und sich nach einiger Zeit unter ein paar Tränen von uns verabschiedete.

Am Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg nach Hermsdorf und als ob das Jahr nicht besser starten könnte, fing Mila noch am Abend an über Kopfschmerzen zu klagen. Nächster Tag – Mila hat Fieber, Husten, Bauchschmerzen und musste sich den ganzen Tag über mehrfach übergeben. Nichts half. Ihr Leiden war groß. Noch waren wir guter Dinge, dass das alles nicht schön aber händelbar ist. Aber, zu früh gefreut. Einen Tag später liege ich mit Husten und Fieber flach. Nichts geht mehr. Christian hat natürlich noch eine Menge im Lager zu tun, also mussten wir Malou irgendwie durch den Tag bringen. Wieder ein Tag später – Malou hat hohes Fieber und liegt ebenfalls flach. Christian ist der Einzige der wacker durchhielt! Er musste alle verbliebenen Arbeiten (Lagerplatz beräumen, Feuerwehr einräumen, PKW nach SLF bringen, Restaufgaben abarbeiten) allein wuppen – immerhin mussten wir am 05.01. das Lager auflösen. … und er hat es geschafft!

Und als der 05.01. am Kalender stand, entschlossen wir uns, unsere Reise zu starten!

Mila ging es besser. Sie schlug sich noch mit Husten und Schnupfen rum, was aber kein Vergleich zu vorher war. Malou und ich fieberten noch etwas vor uns hin, was mit dem ein oder anderen Schmerzmittel aber halbwegs erträglich war und so weite lange Strecken wollten wir ja sowieso nicht fahren.

Also starteten wir in Hermsdorf, machten einen Abstecher über Coburg, um meinen Opa noch einmal zu sehen und zu verabschieden und kamen an diesem Tag bis Kitzingen, bei Würzburg. Unser Nachtlager lag neben einem Sportplatz, war gerade und halbwegs ruhig. Aber es war kalt, sooo kalt. Bereits zur Mittagspause in Coburg brauchte die Standheizung rund eine Stunde, um die Bude wieder halbwegs warm zu bekommen. „Erfrieren“ ist eines der schlimmsten Szenarien für uns also entschlossen wir uns, die Standheizung einfach die ganze Nacht anzulassen. Es zeigt sich, das war genau richtig. Die -4 Grad konnten uns nichts anhaben. 😉

Der nächste Morgen begann für Christian mit starken Kopfschmerzen und Husten. Uns schwante Böses. Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn es ihn verschont hätte. Schnell schmiedeten wir den Plan noch so lange es geht rund 100km weiter zu fahren. So konnte sich die Batterie aufladen und wir einen noch ruhigeren Stellplatz finden. Gesagt getan, gegen Mittag erreichten wir Ravenstein. Wieder ein Platz neben einem Sportplatz. Die Kinder konnten diesen am Nachmittag für eine Runde Schneefußball nutzen und wurde so gleich ein bisschen „gelüftet“. Christian sackte in der Zwischenzeit zusammen. Mit voller Breitseite erwischte es ihn – an die 40°C Fieber, Kopf-/und Gliederschmerzen, Erbrechen – den ganzen Tag. Wir drei anderen vergammelten den Tag, spielten Spiele, schauten Film.

Wir blieben für zwei Nächte, mussten dann aber aufgrund geleerter Batterien weiterfahren. Christian schmiss sich also ein paar Paracetamol und wir entschlossen uns auf einen Campingplatz zu fahren, um dort weiter zu regenerieren.

Und so ging es nach Schellbronn, in der Nähe von Pforzheim. Ein überteuerter, etwas in die Jahre gekommener Platz mit kleinem italienischen Restaurant, Fitnessraum und Sauna. Wir bezahlten für zwei Nächte rund 100Euro, hatten dafür aber wenigstens unbegrenzt Strom, konnten duschen und ich nutzte diese Gelegenheit zum Wäsche waschen.

Ach ja, jetzt hab ich doch fast vergessen zu berichten, dass wir, kaum auf dem Campingplatz angekommen, keinen Sprit mehr im Tank hatten. -.-

Es lag ja reichlich Schnee. Wir machten also die Standheizung an. Doch zu unserem Erschrecken blieb sie einfach aus. Die Standheizung hat ein kürzeres Rohr, damit sie den Tank nicht leer saugen kann. Ein Blick in den Tank zeigte: da ist nicht mehr viel drin. :/

So wenig, dass Christian auch nicht mehr die 5 Minuten bis zur nächsten Tankstelle fahren wollte. Also ist Christian mit dem netten Campingplatzbetreiber und den Reservekanistern zur nächsten Tankstelle gefahren, um Diesel zu holen. Nach 20 Litern und Entlüften der Dieselleitung sprang unsere lebensrettende Standheizung dann auch wieder an. Man man man. Also der neue Tank ist mit unserer alten Tankanzeige nicht kompatibel. Man merke sich: bei halber Tankanzeige ist der Tank nicht halb voll, sondern so gut wie leer.