Der Sommer in Deutschland (23.05 – 05.07.2026) und ein weiterer Reisestart, aber diesmal zu fünft (06.07. – 22.07.2026)

Es war so schön endlich einmal wieder in der Heimat zu sein. Während unseres Aufenthalts in Deutschland pendelten wir zwischen Jena und Saalfeld. Wir wollten viele Freunde und unsere Familie besuchen und so versuchten wir ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Familienbesuchen und den Treffen mit Freunden und Bekannten hinzubekommen. Dabei entstand fast eine Art von Freizeitstress, um alle „Termine“ unter einen Hut zu bekommen und nebenbei auch noch nötige Arbeiten am LKW sowie diverse Arztbesuche zu koordinieren, um die Prophylaxe am Laufen zu halten.

So hatten wir einiges zu tun und verbrachten eine gute Zeit mit vielen lieben Menschen bei etlichen Treffen sowie zu unserer großen Wiedersehensfeier. Doch unser Heimatbesuch fühlte sich auch etwas seltsam an. Irgendwie war es so, als ob wir nie wirklich weg gewesen wären. Und so gesellte sich zu all der Freude und Vertrautheit auch noch ein weiteres Gefühl. Wir waren wieder da, aber eben auch nicht so richtig. Eine wilde Mischung aus Heimweh, Willkommensfreude und Fernweh stellte sich ein. Beim Vorbeifahren an unserer alten Wohnung fühlte sich die Tatsache, dass dort nun jemand anderes wohnt, mehr als befremdlich an. Uns wurde in dem Moment auch noch einmal vor Augen geführt, was wir alles aufgegeben haben…

Als wir in der Nähe unserer alten Wohnung standen, wurde unser Fahrzeug dann direkt von Milas ehemaligen Klassenkameraden wiedererkannt. Es folgte wenig später eine überraschende Einladung für Mila zum Sportunterricht am nächsten Tag, der sie liebend gern und zur Freude aller nachkam.

Ansonsten mussten wir in der Umgebung einige Stellplätze für mehrere Wochen finden, was teilweise gar nicht so einfach war. Zudem hatten viele Freunde letztendlich gar nicht so viel Zeit wie gedacht – klar, denn deren Alltag mit all ihren Routinen und Arbeit ging ja weiter. Und wir mussten irgendwie auch die Vor- und Nachmittage in der Woche rumbekommen, wo so ziemlich jeder arbeitete. So zogen sich manche Tage dann eben doch ein bisschen hin, was unser Fernweh wieder befeuerte.

Mit einem Stellplatz, nämlich dem Kulturschlachthof in Jena, hatten wir aber großes Glück. Einer unsere Freunde organisierte, dass wir hier für ein paar Tage stehen durften. So hatten wir einen zentralen Stellplatz mit Wasser, Toilette und Dusche. Da es sich beim Kulturschlachthof e.V. um ein soziales Bündnis aus den Bereichen urbaner Jugendkultur, Theater und Musik handelt, mit jeder Menge ehrenamtlicher Unterstützung gestemmt, waren auch immer ein paar Leute bis spät abends auf dem Gelände. So war dieser Aufenthalt dann doch irgendwie ein Teil unserer Reise: wir konnten neue Sachen ausprobieren, neue Leute kennenlernen und wurden dazu direkt am ersten Tag überrascht: wir durften vor Ort die Sauna mitbenutzen. Dass es hier überhaupt eine Sauna gab, die kurz nach unserer Ankunft angeheizt wurde, war wieder einer dieser verrückten Zufälle, die wir so lieben. Nach und nach haben wir dann auch ein paar Leute aus dem Verein kennengelernt. Wir konnten die dortige Skatehalle nutzen, welche wir ab und an völlig für uns alleine hatten. Das war mega cool, denn so konnte Christian endlich mal sein Surfskate ausprobieren und Mila mit lauter Musik durch den Raum turnen. Sogar ein Vertikaltuchkurs wurde angeboten, zu dem Mila ging. Letztendlich trafen wir eine Absprache mit den Vorstandsmitgliedern und standen dann insgesamt circa 3 Wochen auf dem Gelände. Das hat unseren Aufenthalt also definitiv um einiges erleichtert und uns alle extrem bereichert. Vielen Dank dafür!!

Heimweh, Wiedersehensfreude und Fernweh machten den Aufenthalt in unserer Heimat also zu einer emotionalen Achterbahnfahrt. Da war die Freude alle wiederzusehen, die Wehmut, was alles aufgegeben wurde sowie die Freude und Neugier in der Vorbereitung und Auseinandersetzung mit der weiteren Reise. Und dann gab es am Ende doch auch wieder jede Menge Abschiedsschmerz. Und wie immer, lief nicht alles nach Plan. Vieles ergab sich dann doch irgendwie… genau wie das nun Folgende.

Bei einem Besuch unserer Freunde in Leipzig entwickelte sich bei Mila und Marian (Sohn der Familie, 13 Jahre) die fixe Idee, wir könnten Marian doch mit auf unsere Reise nehmen. Immerhin sind ja bald Sommerferien und „er hat noch nichts vor“.  Wir sprachen dann über die Reisevorstellungen der Kinder, unseren Alltag unterwegs (der eben nicht vergleichbar mit einem 14 Tage-Camping-Urlaub ist) und die Kompatibilität mit Marian. Danach gönnten wir uns allen ein paar Tage Bedenkzeit. Außerdem stand für uns fest, dass uns unser Weg nach Rumänien führt und das „One way“ heißt – Marians Rückfahrt musste also irgendwie organisiert und umgesetzt werden. Christian fand die Idee einen temporären „Gefährten“ für Mila mitzunehmen schon länger gut, da wir genügend Sitz- und Schlafplätze haben und es bestimmt ein prägendes Erlebnis ist, Abschnittsreisegefährte bei uns zu sein. Der Reisezeitraum über die Sommerferien bot sich dafür natürlich auch super an. Nachdem wir Eltern uns gesammelt hatten, durchdachten wir das Szenario und kamen zu dem Schluss: was soll schon passieren? Im besten Fall haben alle Beteiligten eine gute Zeit, Erfahrungen werden gemacht, Neues kennengelernt und die Kinder verstehen sich gut. Für alle anderen Eventualitäten werden dann schon irgendwie spontan Lösungen gefunden. Da die Abholung durch Konrad (Marians Papa) und deren Rückweg mittels Flixbus 2,5 Wochen später umsetzbar war, starteten wir somit unsere Reise am 06.07.2026 – einen Tag nach Malous Geburtstag – zu fünft in unserem LKW.

Wir planten unseren Transit nach Rumänien in circa einer Woche, um im Anschluss noch eine Woche Aufenthalt in Rumänien zu haben. Gesagt, getan. Es folgte ein schneller Ritt durch Tschechien und die Slowakei, bis wir in Ungarn ankamen und uns erstmal drei Nächte Erholung auf einem Campingplatz an der Donau gönnten. Hier konnten wir baden, Tischtennis und Badminton spielen und uns an der Bar mit dem stets überdreht gutgelaunten, singenden Inhaber unterhalten. Wir waren Pizza essen, haben Pancakes gebacken, spontan ein Labyrinth, sowie eine Art denkmalgeschütztes Dorf im Nationalen Historischen Gedenkpark von Ópusztaszer besucht und ansonsten war die Fahrt recht unspektakulär. Wobei der Stress, den wir mit den verschiedenen Mautgeräten hatten dafür umso größer war. Ein Mautgerät pro Land. -.- Jedes Gerät musste an einer grenznahen Stadt abgeholt und eingerichtet werden. Über die Kosten wollen wir hier gar nicht schreiben… es war in der Beziehung definitiv keine gute Idee, unser Reisefahrzeug als LKW Typ N2 zuzulassen, anstatt als Wohnmobil. Aber naja.

Außerdem waren wir dann doch ziemlich von den Preisen in Ungarn überrascht. Das fing bei dem Campingplatz an, der wirklich keinen hohen Standard hatte (dafür aber 53 Euro die Nacht kostete), ging weiter beim Supermarkteinkauf, bis zum Restaurantbesuch – quasi alles war hier genauso teuer oder teurer als in Deutschland. Also low-budget Urlaub in Ungarn – das war einmal… Aber wir waren ja nur auf der Durchreise…

Am 13.07. war es dann endlich soweit: über die Stadt Arad erreichten wir Rumänien. Nach einem Einkauf (deutlich günstiger als in Ungarn, aber jetzt auch nicht so viel günstiger als in Deutschland) steuerten wir einen Campingplatz am See an. Hier konnten wir das sonnige Wetter ausgiebig genießen und die Bademöglichkeiten nutzen. Dabei kamen vor allem Mila und Marian auf einer riesen Hüpfburg im Wasser auf ihre Kosten. Ebenso konnten wir uns im SUP-fahren erproben. Nach zwei Nächten beschlossen wir weiterzufahren, als 5 Minuten vor unserer Abfahrt auf einmal ein Mann mit Kamera vor uns stand. Er sagte, er käme vom rumänischen Privatfernsehen und mache eine Doku über Camper und ob er uns denn vielleicht interviewen konnte. Ich verkrümelte mich gleich, aber Christian übernahm mutig und bekam sofort das Mikrofon angesteckt. Vor laufender Kamera sprach er über unser Fahrzeug und dessen Besonderheiten, über unsere Reise und wie so unser Alltag aussieht… Ob wir nun Berühmtheiten in Rumänien sind oder nicht konnten wir bisher nicht erfahren. Den Beitrag haben wir leider noch nicht gefunden. Falls dies noch geschieht, werden wir ihn auf jeden Fall mit euch teilen! 😉

Anschließend ging es weiter auf einen Campingplatz am Fluss. Hier konnten die Kinder im Fluss Staudämme bauen und endlich das ersehnte Lagerfeuer machen. Außerdem konnten wir Erwachsene die Kinder mit einer „Wanderung“ quälen. Hierbei handelte es sich um eine Stunde laufen durch den Wald mit leichtem Kontakt zur einheimischen Käfer- und Mückenwelt, was leider auf nicht viel Begeisterung stieß. Unser Weg führte uns über Jibou, wo wir den Botanischen Garten besuchten, weiter Richtung Baia Mare.

Nachdem sich unser erwählter Stellplatz als Reinfall herausstellte, planten wir spontan um und bekamen die rumänische Gastfreundschaft zu spüren. So durften wir auf dem Parkplatz eines Hotels/Restaurants kostenfrei übernachten und als am Abend der Anlagenbesitzer mit einer riesen Schüssel voll Himbeeren und für die Region typischen Mohnstrudel vor unserer Tür stand, war der Abendsnack perfekt! Zum Dank und aufgrund des super Wetters am nächsten Tag besuchten wir die Schwimmanlage des Hotels. Zwei Erwachsene, drei Kinder, den ganzen Tag Aufenthalt für rund 50 Euro. Wir staunten erst nicht schlecht, als wir die Eintrittspreise sahen. Immerhin glich auf dem ersten Blick alles einem deutschen Freibad, welches man in dieser Konstellation bereits für um die 20 Euro besuchen kann. Aber auch das Freibad ein paar hundert Meter weiter war nicht günstiger. Und so drückten wir aufgrund mangelnder Alternativen dann doch die 50 Euro ab und wurden immerhin mit einem beheizten Kinderbecken belohnt. Das haben dann auch alle, unabhängig von ihrem tatsächlichen Alter, ausgiebig genutzt. 

Am 19.7. war es dann endlich soweit: wir trafen unsere lieb gewonnen Nachbarn Luisa, Martha und Volkmar. Die drei waren die letzten drei Wochen mit ihrem Camper in Rumänien unterwegs und da bot sich ein gemeinsames Treffen ja geradezu an. Wir trafen uns in Baia Mare an einem freien Parkplatz ein ganzes Stück von der Stadt entfernt, mitten in einem Waldstück, neben einer alten Mine. Unsere Wiedersehensfreude war riesig und wir genossen gleich ein gemeinsames Abendessen, als uns reichlich Hundegebell, aus dem Wald kommend, aufhorchen ließ. Ein großer, bäriger Mann kam mit fünf Hunden aus dem Wald auf uns zu gelaufen, wobei er einen großen Stock quer über die Schultern gelegt hatte und Rumänisch sprach. Die Situation wirkte erst einmal wenig bedrohlich. Wir verstanden, dass er eine Art „Patron“ der Mine sei und wir hier nicht schlafen können („Ihm sei das ja egal, aber sein Chef…“) und das Betreten der verlassenen Mine sei sowieso streng verboten. Christians insgeheimes Lost-Place-Abendteuer war damit vom Tisch. Es war mittlerweile schon recht spät am Abend und nun war die Frage, ob wir hier überhaupt stehen dürfen oder uns um diese Uhrzeit doch noch einen anderen Platz suchen müssen. Dann telefonierte der „Patron“ noch einmal mit seinem „Chef“ und auf einmal war das Übernachten hier doch okay, nur die Mine dürften wir nicht betreten. Soweit so gut. Wir waren zufrieden und aßen weiter. Auf dem Parkplatz hinter uns hörten wir nach ein paar Minuten eine (lautstarke) Diskussion zwischen dem Patron und einer Frau auf Rumänisch. Die Situation wurde kurios als diese Frau zu uns kam und uns hektisch erklärte, sie wolle uns unbedingt etwas mitteilen. Wir verstanden nichts. Der Internetübersetzer konnte aufgrund mangelnden Empfangs kaum helfen und so versuchten wir die super lange Nachricht der Frau gemeinschaftlich zu übersetzen. Dazu muss man wissen, dass vor der Mine noch eine kleine Andachtsstätte mit Heiligenfiguren, Kerzen, Blumen und Fotos von Minenopfern war. Es kam dann heraus, dass sie laut ihrer Aussage die Wächterin dieser kleinen Heiligen Stätte hier war, der Patron sie schon öfter bedroht hätte und wir uns bloß nicht vertreiben lassen sollten (denn für sie war unsere Anwesenheit irgendwie schon okay). Und wenn es doch Probleme gibt, sollen wir einfach die Polizei rufen. Wir bedankten uns bei ihr und beschlossen, nach ein bisschen Restverwirrung, dass wir an diesem Platz dennoch gut übernachten konnten und das Ganze wohl eher ein Konflikt zwischen den beiden zu seien schien. Nach einer ganzen Weile zogen dann alle weiter und wir konnten endlich das Feuerholz sammeln und ein Lagerfeuer machen. Unsere Nacht war dann auch ohne weitere Vorkommnisse.

Am 20.7.waren dann 14 Tage zu fünft im LKW vorbei und Konrad, Marians Vater, kam nach 21 Stunden Busfahrt in Baia Mare an. Zuvor besuchte unsere Reisegruppe noch eine berühmte Holzkirche in Surdesti. Die 1721 erbaute, griechisch-katholische Kirche war bis 2003 die höchste Kirche der Welt, die konstruktiv vollständig aus Eichenholz und ohne Metallnägel erbaut wurde. Im Anschluss daran ging es noch typisch rumänisch essen, wobei sich vor allem Christian die Speisekarte rauf und runter bestellte und am Ende noch mit einer landestypischen Palinka (zweifach gebrannter Obstbrand mit einem Alkoholgehalt von meist über 50%) abschließen wollte. Anstatt der bestellten 50cl bekamen wir dann eine kleine Karaffe voll mit Palinka. Das wir danach nicht alle blind waren, war ein Wunder. Geschmacklich konnte der Palinka jedenfalls nicht besonders punkten. Was natürlich nur meine Meinung wiederspiegelte. Christian konnten dem Getränk einiges abgewinnen und als wir Konrad noch ein paar cl mitbrachten, war er ebenfalls durchaus angetan.

Den Abend ließen wir dann noch mit einem Lagerfeuer und dem sichtlich erschöpften Konrad auf einem freien Platz auf einer großen Wiese ausklingen. Martha und Mila entschlossen sich spontan und trotz aller vorstellbarer Gefahren (Bären, Hunde, … 😉) gemeinsam im Zelt zu übernachten. Und so hatten Mila und Martha eine Abendteuer-Übernachtung, Konrad konnte ein weiches Bett im LKW erhaschen und wir mussten uns den kleinen Kabinen-Raum nicht zu sechst teilen.

Nach einem weiteren entspannten Tag am See und einem letzten gemeinsamen Lagerfeuerabend trennten sich unsere Wege, da Luisa, Martha und Volkmar die Heimreise in Richtung Deutschland antreten mussten. Wir verabschiedeten uns (wieder einmal mit tränendem Auge), fuhren nach Baia Mare, wo wir alle Vorräte wieder auffüllten und anschließend auch Marian und Konrad am Busbahnhof verabschiedeten.

So waren unsere 16 Tage zu fünft bzw. kurzzeitig sogar zu sechst nun zu Ende. Die Zeit fühlte sich eher wie ein Urlaub und weniger wie das sonst typische Reisen für uns an, einfach auch durch die Tatsache zeitlich und auch räumlich so „verplant“ zu sein. Ebenso haben wir noch nie so viele Campingplätze angefahren wie in diesen Tagen. 😊 Das Leben zu fünft bedurfte einiger Umstellung, war aber durchaus machbar auf so wenig Raum. Eine spannende Erfahrung für uns alle, von der wir hoffen, dass jeder viel Positives mitnehmen konnte.

Für uns begann nun das „eigentliche Reisen“ zu viert…

Eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Pros und Cons unseres Nomadenlebens

Sonne, Meer, grüne Natur oder leckeres Essen… auch unsere Statusbilder zeigen oft nur einen winzig kleinen Teil unserer Lebensrealität und begrenzen diesen dann oft auch noch auf die tollen, entspannten Herz-Momente. Doch wie immer im Leben ist auch auf Reisen nicht immer alles „Friede-Freude-Eierkuchen“. Daher gibt’s von uns nun ein kleinen Beitrag, in dem wir euch näher bringen wollen, was es auch bedeuten kann, dauerhaft auf Reisen zu sein.

Beginnen wir mal mit dem Negativen.

Eine Fahrt mit unserem LKW sieht oft so aus: das Fahrzeug ist fahrbereit, was schon rund 30 Minuten dauert (alles rumstehende wegräumen, einpacken, verschließen, Verschlüsse an Schranksystemen prüfen, Fenster verriegeln, Leiter verstauen, Fahrerkabine aufräumen, Sitzordnung klären, LKW starten und auf genügend Druckluft warten). Wir haben uns über die Strecke informiert und ein neuer Stellplatz wurde ausgewählt. Doch auf dem Weg merken wir schnell – wir sind an irgendeinem Punkt auf der Strecke zu hoch, zu breit, zu langsam. Es wird laut, anstrengend, unbequem. Dann kommt stets der Punkt, an dem eins oder beide Navigationsgeräte aussteigen. Erst funktionieren sie nicht, dann doch wieder, … Ergebnis – Abbiegung verpasst.

Typisch hierfür sind auch folgende Dialoge:

Christian: „Müssten wir hier nicht abbiegen?“

Anne: „Äääh… warte ich schaue… ja?!

Ergebnis: Neue Route wird berechnet…

Oder alternativ auch gerne:

Anne: „Die nächste rechts abbiegen.“

Anne: „JEEEETZT. Hier rechts abbiegen!“

Christian: fährt nach links.

Ergebnis: Neue Route wird berechnet…

Typischer Dialog, wenn in ein paar Metern weiter ein Kreisverkehr kommt:

Anne: „Nimm die dritte Ausfahrt!“

Christian: nimmt irgendeine beliebig andere.

Ergebnis: Neue Route wird berechnet…

Oder es teilt sich vor einem plötzlich die Straße…

Christian: Da vorne teilt sich die Straße. Wohin soll ich abbiegen?

Anne: Warte…

Christian: Hinter mir fahren Autos, ich kann jetzt nicht halten…Rechts oder Links?

Anne *flüstert*: Links?

Christian: WAS??? Wohin??? Links?          

Christian ist dabei links abzubiegen.

Anne: nee REEECHTS!!!

Ergebnis: Neue Route wird berechnet…

Anne: „Google fährt da lang… aber das TomTom LKW-Navi nimmt die andere Strecke. Dafür ist der Weg laut TomTom aber 40 Kilometer länger. Risiko und wir fahren mit Google?“

Christian: „Keine Ahnung – Risiko!?“

Ergebnis: Überraschend oft kommen wir damit gut durch… Aber manchmal kommt es vor, dass wir uns an irgendeiner Stelle entscheiden müssen: irgendwas illegales, wie eine einstellige Anzahl an Kilometern durch eine 3,5t Zone fahren, oder umdrehen und insgesamt 60 Kilometer Umweg in Kauf nehmen…

Irgendwann ist man dann nach so einer anstrengenden Fahrt endlich kurz vor dem Ziel, doch die letzten Meter haben es meist in sich: man muss irgendwie auf den Campingplatz oder Stellplatz kommen. Plötzlich ist die Einfahrt aber viel zu eng, Bäume sind im Weg oder ein Stromkabel hängt zu tief. Es wird also nochmal richtig stressig. Die Motivation dann einen anderen Platz anzufahren geht, genau wie das übriggebliebene Konzentrationsvermögen, gegen null. Da hilft dann meistens nur ganz viel Fluchen und Schimpfen, Säge auspacken oder Augen-zu-und-durch… Manchmal hilft aber auch alles nichts und ein neuer Platz muss her. Verflucht nochmal!

Interessant wird es auch, wenn wir in eine Stadt fahren wollen. Kurz vor der Stadt tauchen dann plötzlich überall Verbotsschilder für 3,5t auf. Das TomTom LKW-Navi bewahrt uns leider auch nicht immer vor solchen Situationen. Sowas kann dann die Tagesplanung mal schnell über den Haufen werfen.

Oft ergaben sich unsere Ziele oder Stellplätze recht spontan, auf Anraten anderer Reisender oder aus der Not heraus, weil wir an diesem Tag keine weitere Strecke mehr fahren konnten. Natürlich griffen auch wir häufig auf Apps zurück, die eine Vielzahl von Stellplätzen beschrieben und bewerteten. Dennoch weiß man immer erst was man bekommt, wenn man vor Ort ist. Und dann ist das mit dem (persönlichen) Sicherheitsempfinden immer so eine Sache. Das angefahrene Viertel erweist sich als wenig vertrauenserweckend, einheimische PKWs drehen auf dem Parkplatz ihre Runden und deren Insassen beäugen ungläubig unser Fahrzeug und rufen laut in fremder Sprache. Was tun – können wir hier sicher eine Nacht verbringen? Von Einbrüchen und Übergriffen gibt es selbst in Frankreich und Spanien genügend unschöne Geschichten. In solchen Situationen wägten wir ab, überdachten unsere Ängste oder hörten auf unser Bauchgefühl.

Wer gerne plant, kommt auf einer Reise wie der unsrigen vermutlich auch früher oder später an seine Grenzen. Nichts scheint mehr planbar! Man lernt neue Menschen kennen, die zu Reisebegleitern werden – Pläne ändern sich. Es stürmt wochenlang – Pläne ändern sich. Etwas am Fahrzeug geht kaputt – Pläne ändern sich. Wir schaffen weniger Strecke als gedacht – Pläne ändern sich. Der online als „offen“ beschriebene Lebensmittelladen hat doch geschlossen – Pläne ändern sich. … Ich könnte ewig so weitermachen.

Auch der Alltag an sich wird auf Reisen zeitintensiver und anstrengender. Dies ist sicherlich durch das Fehlen sonst gegenwärtiger Haushaltsgegenstände begründet. Kaffeekochen ohne Kaffeemaschine, Wäsche waschen per Hand, Geschirrspülen per Hand, auch ein Toaster oder die Mikrowelle erleichterten uns in unserer Wohnung so einiges, was sich nun veränderte. Da kann der Aufwasch schon zum Vormittag ausfüllenden Programm werden. 😉  Und fragt gar nicht erst nach den Tagen, an denen ich die Schmutzwäsche von vier Personen mit der Hand gewaschen habe… Dazu müssen wir jeden Tag selbst für drei Mahlzeiten sorgen, was in so einer winzigen Küche auch zur Herausforderung werden kann. Ein anderes Beispiel ist das Einkaufen. Standen wir nicht für längere Zeit mit größeren Vorräten an einem Platz gingen wir etwa alle 3-4 Tage einkaufen. Heißt – man suche ein Lebensmittelgeschäft mit großem Parkplatz, ohne Höhenbegrenzung und bestenfalls direkt an einer großen Landstraße oder Autobahn gelegen. Ab und an wurden wir dann kurz vor der Einfahrt auf den Parkplatz doch von Höhenbegrenzungen oder Parkplatzüberdachungen überrascht. Im Laden ging dann das große Suchen los. Alles steht immer irgendwo anders. Bestimmte Lebensmittel gibt es im Ausland nicht, oder man kann sie aufgrund fehlender Sprache und komischem Aussehen nicht identifizieren. Wenn dann noch hungrige Kinder ins Spiel kommen, kann das die reinste Geduldsprobe werden.

Eine Sache, die wir maßlos unterschätzt hatten, ist unsere Wetterabhängigkeit, selbst mit Fahrzeug. Regen ist laut, Wind ist laut und bringt das Fahrzeug ins Schwanken, Gewitter ist laut, Schnee ist kalt und nass… und alledem kann man nicht entkommen. Die Schlafqualität leidet während solcher Wettergegebenheiten enorm.

Und wenn wir einmal beim Thema Schlafqualität sind – auch die stetig wechselnde, ungewohnte Umgebung kann den eigenen Schlaf massiv negativ beeinträchtigen. Mal ist es das Wetter, mal der Hahn der Nachbarin, der ab 4:00 Uhr morgens kräht, mal ein Haufen Party-Franzosen 😉, mal ist das Meeresrauschen einfach zu dröhnend oder das Hundegebell geht die halbe Nacht. Gründe gibt es viele.

Auf unsere Reisen haben wir viele tolle Menschen kennengelernt. Manche beeindruckten uns, mit anderen konnten wir uns gut austauschen, mit wieder anderen erlebten wir einige gute Geschichten und verbrachten intensive Momente miteinander. Die Kinder knüpften viele Freundschaften. Doch alle Kontakte führten immer irgendwann zu einem oft traurigen Ende. Dieser intensivere Kontakt auf so begrenzte Zeit stellte uns und die Kinder immer wieder vor Herausforderungen. Trauer über den Abschied aushalten und gleichzeitig zu wissen, dass man sich, war der Kontakt auch noch so schön, vermutlich auf lange Zeit nicht wiedersehen wird, war jedes Mal schwer. Wir haben lieb gewonnene Menschen zuhause zurückgelassen und sind auch unterwegs ständig mit dem Abschiednehmen beschäftigt. „Ankommen, um wieder los zu lassen“ könnte auch das Mantra so einer Reise sein.

Auch unser Familienleben zu viert wird stetig auf die Probe gestellt. Bekanntermaßen gibt es in unserem LKW nur sehr wenig Raum für Rückzug. Potenzielle Konfliktquellen gibt es dafür aber umso mehr. Manchmal putzt der eine Zähne, der andere will an den Schrank um sich einen Pullover zu holen, währenddessen der Nächste schon raus will, aber nicht kann, weil wieder ein anderer auf Toilette sitzt und die Tür damit versperrt. Einfache Bewegungsabläufe brauchten also einiges an Koordination UND Kommunikation. Fast alles musste quasi mündlich angekündigt und besprochen werden. So schön es ist diese Reisezeit 24/7 mit unseren beiden Kindern zu verbringen, so herausfordernd ist diese auch. Besonders zu Beginn der Reise wurden wir als Spielpartner gefordert und mussten die fehlenden anderen Kinder oft stundenlang durch Rollenspiele, Brettspiele o.Ä. ersetzen. Emotionen, Enttäuschungen oder Konflikte wollten begleitet und abgefangen werden. Ständige Planänderungen oder Abschiede mussten unterstützt werden. Schlechte Launen oder Heimweh musste ertragen werden. Auch Krankheiten heilen auf engem Raum nicht schneller und brauchten ihre Begleitung und Fürsorge. Und alles immer, zu jeder Zeit, jeden Tag. Kein Kindergarten, keine Schule, keine Großeltern, keine Nachbarn- nur wir vier. Das alles zerrt und belastet mitunter auch die Paarbeziehung. Von Zeit für sich allein und der damit verbundenen Selbstfürsorge mal ganz abgesehen. All das sind Umstände, die ein Umdenken erfordern und die Tatsache, dass wir Räume schaffen mussten, um uns alle gesehen und geachtet zu fühlen.

Unsere Reise ist also nicht wie ein typischer Urlaub, in dem man die ganze Zeit abschaltet, entspannt und sich um nichts so richtig kümmern und sorgen muss. Es gibt natürlich auch solche Phasen. Dann, wenn wir lange mit netten Menschen an einem Platz stehen und uns dort so langsam auskennen. So eine Reise kann aber auch zu einer mentalen Belastung werden und es gibt definitiv einige Situationen, die zu einem ordentlichen Stresslevel führen. Dazu kommt der Nachteil, dass wir stetig viele Entscheidungen treffen müssen. Wohin fahren wir als nächstes? Wo stellen wir uns hin? Muss das wirklich (jetzt) repariert werden? Schaffen wir das? Können wir das? Und immer sind wir dabei direkt in der Verantwortung. Uns kann schlecht jemand von Deutschland aus helfen – bei Problemen sind wir erstmal auf uns allein gestellt. Je nach Entscheidung können die Konsequenzen auch ziemlich gravierend sein. Spaziergang im Bärengebiet – ja oder nein? Unwetterwarnung ignorieren – ja oder nein? In die LKW-Verbotszone fahren? Diesen Weg nehmen und riskieren sich fest oder kaputt zu fahren? Bei Fremden auf dem Grundstück übernachten? Naja und wer viel entscheidet, der macht auch mal Fehler… ist nur eine Frage der Zeit. Das dann wieder glatt zu bügeln oder damit umzugehen, gehört irgendwie auch zur Reise…

Doch nach all den negativen Seiten wollen wir auch ein paar positive Aspekte unseres Reiselebens vermitteln. Da ihr diese aber bestimmt aus unseren Beiträgen und Erzählungen kennt, geben wir diesen hier nicht ganz so viel Raum…

Auf Reisen haben wir die Chance uns unseren Lebensraum frei nach unseren Wünschen zu suchen und zu leben. Egal ob es unsere Reisebegleiter, ob es die Aktivitäten am Tag oder die Orte, an denen wir verweilen, sind. Wir brechen bewusst mit Routinen und suchen den stetigen Wandel, die Veränderung, probieren Neues aus. Wir verlassen unsere Komfortzone und dürfen lernen mit unseren Unsicherheiten und Ängsten umzugehen. (Das hört sich zuerst schrecklich an, lässt uns aber wachsen!)

Wir entschleunigen unser Leben ganz bewusst. Wir ruhen an schönen Platzen. Wir verlieren uns im Nichtstun und im gedankenlosen Sein. Wir sind präsent. Präsent gegenüber uns selbst und unseren Kindern oder Bekanntschaften. Wir können mit unseren Kindern spielen, ohne bereits die nächsten 100 Aufgaben im Kopf durchzuplanen. „Wann muss ich die Kinder zum Sport bringen? Wann muss das Auto in die Werkstatt? Hab ich schon den nächsten Arzttermin gemacht? Wann ist wohl die Waschmaschine fertig? Worum ging es nochmal im letzten Meeting? Und der Sport, ach ja, ich müsste mal wieder etwas für meine Gesundheit tun… das Gedankenkarussell dreht sich und dreht sich. Seien wir doch mal ehrlich. An vielen Tagen müssen wir rein gar nichts organisieren (höchstens unsere nächste Mahlzeit 😉) und sind damit frei und bereit für alle spontanen Ideen und Vorschläge.

Durch die ständige Nähe zueinander können wir unsere Erlebnisse und die gemeinsame Zeit wirklich gemeinsam verarbeiten und miteinander teilen. Man geht nicht nur zusammen ins Museum oder zu einer Ausstellung. Man bespricht das Gesehene, das Erlebte. Diskutiert über Vorlieben und Abneigungen. Erkundet was das mit einem macht. Setzt sich gemeinsam auseinander und lernt sich dabei noch mehr kennen. Selbst für die Auseinandersetzung mit Konfliktsituationen bleibt mehr Zeit. Auch hier merken wir, wir alle verändern uns. Besonders für Mila beginnt eine Zeit, in der sich viel verändert. Sie testet (sich) vermehrt aus, übernimmt und verwirft Ansichten, entwickelt eigene Meinungen, die es zu vertreten gilt. Hier lernen wir sie oftmals (wieder) neu kennen. Auch Malou hat um ihren vierten Geburtstag einen riesigen Entwicklungssprung gemacht. Die undurchdringbaren Wutanfälle werden weniger – sie ist wortgewandt, neugierig, mutig und kontaktfreudig gegenüber Kindern. Wir erleben viele neue Seiten an ihr.

Der auf Reisen gewonnene Input kann überwältigend (schön) sein. Manchmal ist es ein Ort, manchmal eine menschliche Begegnung, manchmal ein ausgestelltes Bild, was unsere Herzen höherschlagen lässt und uns ein wohlig warmes Gefühl von „Angekommen sein“ vermittelt. Wir kommen ständig in Kontakt mit neuen Menschen, deren Lebensmodellen, Gedanken und Meinungen. Wir lernen neue Sprachen kennen. Wir entdecken neue Städte und Orte; lernen die dortige Tier- und Pflanzenwelt näher kennen und erleben kulturelle Bräuche sowie gelebte Geschichte. So vieles unterscheidet sich von unserem Leben in Deutschland. Gebäude, Baustile, angebotene Lebensmittel, … das alles kann sehr intensiv sein. Und manchmal nehmen wir so viel Neues wahr, dass es Phasen gibt, in denen wir „nichts tun“ müssen, um alles zu verarbeiten. Alles was aufgenommen, regelrecht aufgesogen wurde, muss auch irgendwann durchdacht und eingeordnet werden. Wir merken dadurch aber auch viel intensiver, dass jeder Tag anders und einzigartig ist. Die Zeit scheint irgendwie langsamer zu vergehen und die Tage sind am Ende oftmals gefüllt mit vielen schönen Erlebnissen und Eindrücken. Zu Beginn der Reise waren wir oft von Kleinigkeiten (Fahren, einkaufen, Stellplatzsuche) vollkommen erschöpft und fragten uns oft, woran das liegt. Ich denke, es liegt genau am oben Beschriebenen.

Ein super großer Pluspunkt der Reise ist für uns die Möglichkeit viele neue verschiedene Menschen kennenzulernen. Gerade durch die Auffälligkeit unseres Fahrzeugs kommen wir überall schnell mit anderen Menschen in Kontakt. Oft ergeben sich dann kurze Gespräche über unser Fahrzeug, unser Vorhaben. Oder wir begegnen anderen Reisenden und man gleicht automatisch binnen weniger Minuten die Lebenswege, Entscheidungen und Reisepläne ab. Dabei trafen wir Menschen, deren Leben und Meinungen sich komplett von unseren unterschieden und die unser Weltbild herausforderten. Andere inspirierten uns durch ihre ruhige, geerdete Art. Wieder andere beeindruckten durch ihre offene Art und ließen uns binnen weniger Minuten Teil ihres Lebens und bisherigen Erfahrungen werden. Dieser intensive Austausch war manchmal beeindruckend und anstrengend zugleich. Auch die Kinder durften erfahren, dass sie überall und unabhängig ihrer Muttersprache Kontakt zu anderen Kindern knüpfen, sich verständigen und gemeinsam spielen können. Die Vielfalt der Kinder samt ihrer Eigenarten die uns hierbei begegnete, hätten wir in Deutschland wahrscheinlich nicht so getroffen (Man bewegt sich ja doch oft nur in seiner „Blase“.). Manchmal hatten wir auch das große Glück, dass wir Menschen kennenlernten, zu denen wir so eine gute Verbindung hatten, dass sich gemeinsame Reisepläne entwickelten und wir gemeinsam wertvolle Momente verbringen durften.

Wir sind bekanntermaßen eher GUT-Wetter-Menschen und daher in Klimazonen jenseits der 15 Grad nun doch wesentlich öfter draußen in der Natur zu finden als in Deutschland. Wir sind mehr draußen, wir bewegen uns mehr, sind aktiver. Definitiv ein großer Pluspunkt der Reise!

Von ein paar Rückschlägen abgesehen, erproben wir uns fortwährend in einer Art des bewussten Optimismus und der Dankbarkeit für unsere Situation und all der Besonderheiten, die damit verbunden sind. Oft sind wir regelrecht gezwungen an das „Gute im Menschen“ zu glauben. Wir vertrauen darauf, dass die Welt gut ist und es immer wieder Orte und Menschen geben wird, die uns auffangen, unterstützen und inspirieren. Und so lange das so ist, ist unsere Reise noch nicht zu Ende! 😊

Deutschland rückt näher – unser Rückweg durch Frankreich (4.5.-22.5.2026)

Nach der Menge an Kultur stand uns nun die Überfahrt nach Frankreich bevor. Ich wollte unbedingt noch einmal an den Stellplatz in der Nähe von Beziers, um dort die naheliegenden Parcours zu laufen. Gesagt getan. Der Platz war schnell gefunden, wir konnten uns erholen und die Kids hatten ausreichend Platz zum Spielen. Außerdem stand wiedermal ein Geburtstag an. Ben wurde 10 Jahre alt und wir feierten diesen Tag mit einem leckeren Mittagessen, ausreichend Kuchen und einem Parcour. Während die Kinder spielten, hatten wir Erwachsenen Zeit zum Quatschen, in der Sonne sitzen und Pläne schmieden. Während dieser Tage durften wir auch Teil von Isabells und Daniels Weinprobe sein, wobei wir extra die kleinere Flasche (375 ml) testeten, in dem Glauben, es sei die für 14€. Was soll ich sagen… sehr süß, schwer und ein bisschen muffig im Abgang. 😀 Aber man gönnt sich ja sonst nix. Alle waren der Meinung, dass die Flasche wohl geschmacklich kaum die 14€ wert wäre. Als Daniel dann jedoch die Rechnung überprüfte und feststellte, dass diese kleine Flasche die für 60€ war, wurde uns dann schon etwas anders. Wahrscheinlich sind wir eben doch keine echten Weinkenner/ -genießer! 😉

Bei aller Planerei entschlossen wir uns zu einem weiteren, letzten gemeinsamen Stopp mit Isabell und Daniel in Frankreich. Wir wollten zusammen zum Pont du Gard, einem großen Aquädukt und stellten uns dafür zwei Nächte auf einen Naturcampingplatz am Fluss.

Nach ein paar letzten Tagen mit lieben Gesprächen, Spielen und Toben am Wasser, einer kleinen Wanderung, Kinderhöhlen bauen und leckerem Essen stand der (tränende) Abschied bevor. Schweren Herzens ließen wir Isabell, Daniel und die Jungs ziehen. Wir hatten eine tolle Zeit mit euch! Vielen lieben Dank dafür – irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder! 😉 

Nach all dem Herzschmerzabschied musste ein aufbauendes Erlebnis her – ein Besuch im Dinopark. Dieser lag auf unserem Weg durch Frankreich, bot uns einen kostenlosen Stellplatz für zwei Nächte und verhalf uns zu einem super entspannten Tag mit vielen lehrreichen Dinoinfos. Klare Empfehlung! Besonders die Fahrgeschäfte mit einer kleinen Wildwasserbahn, einem Dinoritt auf Schienen und das Flugsauerier-Karussell haben es den Kids angetan. Da wir fast die einzigen im Park waren, konnten so die Kinder ohne Wartezeit ihre Runden drehen – immer und immer wieder. 😀

Auf unserem weiteren Rückweg in die Heimat überlegten wir uns noch zwei größere Stopps in Deutschland einzulegen. Tübingen und Schwäbisch Hall. Christian und ich stellten fest, dass wir innerhalb Deutschlands noch nicht wirklich viel rumgekommen waren und so wollten wir die Chance nutzen uns (bspw.) Tübingen näher anzusehen.

Über die Plattform bewelcome (ähnlich Couchsurfing) machte Christian „Jonny“ ausfindig. Einen Anfang 20-jährigen Medizinstudenten aus Tübingen, der ein paar Stunden Zeit hatte und sich bereit erklärte, uns sein Tübingen etwas näher zu bringen. Wir parkten unseren LKW also etwas außerhalb der Stadt und fuhren am nächsten Tag mit den Rädern ins Zentrum. Wir trafen uns am Hölderlinturm, um dort eine „Stocherkahnfahrt“ (DAS traditionelle Highlight in Tübingen) mit Jonny zu machen. Jonny war super lieb. Er gab uns einen Einblick in die Historie der Stadt, zeigte uns sehenswerte Gebäude und wir tauschten uns über unsere verschiedenen Lebenspläne aus. Wir hatten mit Jonny wirklich riesiges Glück, denn einerseits ist so eine Stocherkahnfahrt relativ teuer, andererseits ist dies quasi immer ein Gruppenevent. Die Fachschaft Medizin in Tübingen hat allerdings einen eigenen Stocherkahn. Da unser Stocherkahnführer Jonny Humanmedizin studiert und Mitglied in der Fachschaft ist, hatten wir so ein Boot für uns alleine. Und das Beste – Christian durfte auch mal eine Runde Stochern. Das war tatsächlich viel schwerer als angenommen.

Nach unserer Bootsfahrt gesellte sich noch Jonnys Freundin zu unserer Gruppe und beide führten uns zu einem veganen Restaurant. Hier nahmen wir uns etwas „auf die Hand“ mit und genossen unser Essen im Klostergarten der Stadt. Wunderschön! Nach einem kleinen spontanen Fotoshooting, welches Christian von Jonny und seiner Freundin machte, verabschiedeten wir uns von beiden und stromerten allein weiter durch die Altstadt Tübingens. Fachwerk über Fachwerk, viele vegane Restaurants, super kleine niedliche Lädchen und Kaffeestuben. Alles wirkte so besinnlich und friedlich. Warum Tübingen als Stadt mit der höchsten Lebensqualität Deutschlands gilt, wurde uns hier klar. Nachdem wir erschöpft wieder zurück zum LKW radelten, informierte ich mich spaßendhalber mal über die Mietpreise in Tübingen und ich verstand, warum Tübingen nicht nur eine hohe Lebensqualität mit sich bringt, sondern auch die Stadt Deutschlands mit den höchsten Mietpreisen ist. Teuer teuer- sag ich mal. Nach einer weiteren Nacht zogen wir mit all unserer Begeisterung für Tübingen weiter – wer weiß, vielleicht sieht uns Tübingen zu gegebener Zeit wieder! 😉

Panorama Tübingen, bitte anklicken:

Panorama Tübingen

Unser nächster Stopp war eine Wohngemeinschaft in Schwäbisch Hall. Durch eine Reisebekanntschaft aus Spanien erfuhren wir von einem kreativen Wohnprojekt: einer Art Kommune in der Nähe von Schwäbisch Hall, in der 15 Menschen (9 Erwachsene und 6 Kinder) gemeinsam auf einem Grundstück lebten. Wir hatten deren Kontaktdaten und meldeten uns spontan bei ihnen, mit der Bitte ein paar Tage auf ihrem Grundstück stehen zu dürfen und ein paar Einblicke in ihr Zusammenleben zu erhaschen. Zusätzlich wurde unser Aufenthaltswunsch durch den Umstand befeuert, dass Teile der Gruppe Mitglieder eines Wanderzirkus waren und es dort vor allem für Mila die Möglichkeit gäbe etwas akrobatisch aktiv zu werden. Nach einigen Nachrichten hin und her durften wir vorfahren. Wir blieben rund 5 Tage und lernten nacheinander fast alle Bewohner (oberflächlich) kennen. Malou hatte dadurch mal wieder Kontakt zu Kindern in ihrer Altersgruppe und wir haben uns über das Wohnen, Reisen und Fahrzeugtechnik unterhalten. Solche Wohnkonzepte mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen/Räumen und eigenem Wohnraum sind durchaus attraktiv. Man muss aber dazu schreiben, dass es die Rechtssituation in Deutschland solchen alternativen Wohnprojekten wirklich schwer macht(baurechtliche Zulässigkeit usw.). Gerade die dort entstandenen verschiedenen Behausungen (Wohnwagen/Wohnanhänger, Eigenbauten, Jurte, großes Haus/Restaurationsobjekt) als legale Dauerwohnnutzung genehmigt zu bekommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also entweder man hat das Budget, Zeit und die Ressourcen das rechtssicher umzusetzen (welche dann eventuell für die Umsetzung der Behausungen fehlen), oder man macht das halt einfach und schaut, was passiert. 😉

Wobei es die Frage ist, wie man mental mit so einer Rechtsunsicherheit umgeht, denn die Frage ist, wie lange so ein Wohnprojekt bestehen bleiben kann, bevor es dann doch aufgrund der baurechtlichen Belange gestoppt wird. Für uns war das jedenfalls ein wirklich spannendes Thema, sowas mal in der praktischen Umsetzung zu erleben.

Natürlich war es für uns auch interessant zu erfahren, wie so ein gemeinsames Wohnen mit verschiedenen Generationen funktioniert und was es für Vor- und Nachteile mit sich bringt. Es würde jetzt den Beitrag sprengen dies tiefgehend zu erörtern (wer möchte, kann sich mit uns dazu ja direkt austauschen), aber für uns hat sich das soziale Miteinander dort sehr stimmig angefühlt. Es braucht aber definitiv viel Austausch, Kommunikation und Toleranz. Letztendlich steht und fällt alles mit den gemeinsam vereinbarten Vorstellungen und Werten UND einem stetigen Austausch und Meinungsabgleich. Für uns war es definitiv eine sehr bereichernde Erfahrung, mit unserem alternativen Wohnprojekt für ein paar Tage hier zusammen zuwohnen – vielen Dank für eure Gastfreundschaft!

Familien-Geburtstage und Salvador Dali (23.4.- 4.5.2026)

Am 23.4. zogen wir weiter zum nächsten Tipp der Franzosen. Christians Geburtstag stand vor der Tür und das Beste war: wir waren zu diesem verabredet! Es sollte zu einem Wiedersehen mit Isabell, Daniel und ihren Jungs kommen. Der neue Stellplatz war wirklich riesig – viel größer als der von Arroz. Gleich bei unserer Ankunft sahen wir von Weitem wieder den Van der Franzosen mit den Mädels Lou und Nelly stehen. Verrückt wie oft sich die Wege von Reisenden doch kreuzen! 😉

Um den Weg für Mila gering zu halten, haben wir schonmal den Platz neben ihnen angepeilt. Als wir uns dem Stellplatz näherten ist uns dann gleich das Ausstattungsmerkmal des Stellplatzes schlechthin aufgefallen: eine Badewanne – direkt am Meer! Besonders Christian war davon total angetan – nach dem Motto: das Universum schenkt mir eine Badewanne zum Geburtstag. Wie cool ist das denn!?

Außerdem gab es direkt daneben noch eine kleine Feuerstelle, sodass Christians Geburtstag nun um zwei Highlights reicher war. Den Tag zuvor nutzen wir also schonmal zum Holz sammeln. Außerdem gesellten sich wie angekündigt Isabell und Daniel zu uns.

Ein paar fotografische Eindrücke vom Platz:

Zu Christians Geburtstag war dann einiges los. Wir befüllten die Badewanne mit Meerwasser und heizten diese über unser Solarstrom und einen Tauchsieder ordentlich CO2 neutral auf. Wir turnten mit Mila, Lou und Nelly über die Airtrack-Matte oder machten so eine Art Pogo-Autoscooter-Spiel, indem man sich anspringt oder einfach gegeneinander stößt. Dabei fiel uns auf, wie tough die französischen Mädels im Umgang sind. Aufgrund des überaus guten Wetters gab es dann anschließend noch eine Wasserbälleschlacht mit den Kids und Christian. Nach dieser Abkühlung gab es dann für Christian endlich das ersehnte heiße Vollbad, mit einem kleinen alkoholischen Getränk. Es folgte ein gemeinsames Kaffee & Kuchen mit den Kids sowie Daniel und Isabell. Wir ließen den Abend mit ein paar Getränken am Lagerfeuer ausklingen, wobei es sich Christian nicht nehmen lassen konnte und die Badewanne nochmal mit einem Feuer auf Temperatur brachte. Als wir ein paar Wochen zuvor über Christians Geburtstag redeten, hatten wir als Idee nur einen Restaurantbesuch oder als Familie allein zum Strand zu gehen. Das wir den Tag mit vielen lieben Menschen, einer heißen Badewanne und so viel Spaß und Freude verbringen würden, hätten wir nie erwartet.

Einen Tag nach Christians Geburtstag entschlossen wir uns noch ein größeres Stück unserer Reise mit Isabell und Daniel zu verbringen. Besonders die Kids waren happy über ihre mitreisenden Spielgefährten und wir waren auch sehr froh über unsere Wegbegleiter.

Doch wo sollte es nun hingehen? Wir entschieden unser Glück mit dem zu Reisebeginn überfluteten Ebro-Delta noch einmal herauszufordern und suchten uns einen Stellplatz in dessen Nähe. Da Eucaliptus in einem Naturschutzgebiet liegt, ist es untersagt, dort zu übernachten. Also fuhren wir dazu rund 8 km weiter an einen kostenlosen Platz neben einer Schule. Christian spannte die Slackline und die Kids nutzten den Spielplatz – das Abendprogramm war damit gesichert. Am nächsten Morgen, kurz vor unserem Ausflug zum Strand, nutzte Christian kurz seine Slackline, als er von zwei Frauen angesprochen wurde. Sie waren Lehrerinnen der Schule von nebenan und fragten, was er da tat und ob er der Schülerschaft nicht eine kleine Show geben könnte. Gesagt, getan. 15 Minuten später saßen rund 20 Schüler vor ihm und Christian erklärte die Grundlagen des Slacklining. Dann durfte jeder, einschließlich der Lehrkräfte, noch die eigenen Fähigkeiten auf der Slackline testen und alle gingen zufrieden wieder in ihre Klassenräume.

Wir verbrachten den restlichen Tag ausgelassen am Strand, gingen baden und genossen die Sonne.

Panorama vom Ebro Delta – bitte draufklicken:

Ebro Delta

Als nächstes stand Milas Geburtstag vor der Tür und wo feiert man den 12. Geburtstag der Tochter am Besten – genau: auf einem Weingut! 😊 Wir fuhren wieder ein Stück Richtung Norden und fanden einen kostenlosen Stellplatz, idyllisch gelegen zwischen den Weinreben auf einem Weingut. Den Geburtstag begingen wir mit reichlich Kuchen, die Kids fuhren den ganzen Tag Inlineskates und zum Abendessen gab es Milas Wunschmenü: „Burger“.

Zum Abschied beschlossen Isabell und Daniel noch zwei Flaschen Wein vom Gut mitzunehmen und wir vereinbarten unseren nächsten gemeinsamen Stopp in Figueres, denn wollten wir uns dort das Dali-Museum ansehen. Nach ein paar Fahrstunden kamen wir in Figueres an und trafen die anderen wieder. Stolz zeigten sie uns ihre erworbenen Weinflaschen, um gleich darauf die Bombe platzen zu lassen. Ein kleiner Übersetzungsfehler führte dazu, dass sie zwei Flaschen (insgesamt rund 1 Liter) Wein für stolze 75€ erwarben. Um den Schock zu verdauen, half nur sehr viel schwarzer Humor. Der Stellplatz lag direkt an einem Park mit Grünanlage, Spielplatz und Calisthenics Anlage, welcher sogleich von den Erwachsenen und Kindern genutzt wurde.

Am nächsten Tag fuhren wir die paar wenigen Kilometer zum Salvador Dali Museum mit dem Rad. Daniel und die Jungs begleiteten uns. Das Museum war der Hammer… Wir hatten uns im Vorfeld nur wenig darüber informiert, sodass wir wirklich beeindruckt waren. Es gibt weltweit ja einige Ausstellungen und Museen zu Dalis Werken. In Figueres wurde das Ausstellungsgebäude samt Inhalt allerdings von Dali selbst innerhalb von 10 Jahren aus einer Ruine zu einem Museum umgebaut. Dort zu finden waren Ölgemälde, Zeichnungen, Illustrationen, Fotos, Drucke, Skulpturen, und Installationen. So viel, vor allem surrealistischer, Input war einfach überwältigend. Nach circa 2 Stunden waren vor allem die kleinen Kinder dann auch wirklich geschafft. Interessanter Weise gingen die Meinungen zum Museum dann doch etwas auseinander. Während wir Erwachsene vom Museum sehr begeistert waren, fiel die Bewertung der älteren Kinder eher ernüchternd aus. Das war dann eher so „naja“ und etwas „langweilig“… ein paar Monate später zog Mila zwar rückblickend ein positiveres Fazit (schon ganz cool und abwechslungsreich), aber generell ist sie wohl vom unterhaltungswert des Konzepts „Museum“ nicht überzeugt…

 

Cabo de Gata und ein Wiedersehen mit „alten“ Bekannten (06.04.-22.04.2026)

Nach den letzten Tagen auf dem Reiterhof im Inland von Spanien zog es uns mal wieder an den Strand. Genauer gesagt in ein großes Naturschutzgebiet namens Cabo de Gata.

Panorama vom Inland – bitte draufklicken:

Panorama Inland

Die Gegend rund um das Kap ist vulkanischen Ursprungs. Wunderschöne Sandstrände liegen eingebettet in steile Küstenabschnitte. Trockene Täler bilden zwischen den Bergen der Sierra de Gata, die eine Höhe von knapp 500 Metern erreichen, einen starken Kontrast. Das alles hörte sich fantastisch an.

Wir verließen das Inland mit der malerischen Landschaft Richtung Küste…

Der Weg ins Naturschutzgebiet führte uns jedoch erst einmal durch zahlreiche Gewächshaussiedlungen. Diese sind typisch für Südspanien und werden oft als „Plastikmeer von Almeria“ bezeichnet. Das über 35.000 Hektar große zusammenhängende Anbaugebiet ist sogar aus dem Weltraum sichtbar und produziert jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Obst und Gemüse. Nicht unbedingt schön anzusehen, aber klar, irgendwo müssen die Tomaten im Winter in Deutschland ja herkommen. … Wir fuhren und fuhren, bis uns das Navigationsgerät mal wieder einen Streich spielte und uns direkt immer tiefer ins Plastikmeer führte. Irgendwann gab es keinen anderen Weg mehr zum ausgemachten Ziel, also hofften wir auf ausbleibenden Gegenverkehr und fuhren weiter bis ans Ende der Gewächshäuder… Danach, durchatmen, alles ging gut. Aber für den Rückweg brauchten wir eine Alternative. 😉

Wir erreichten unseren Stellplatz am späten Nachmittag und konnten direkt an einem Strandabschnitt parken. Den LKW gerade abgestellt erhielten wir Besuch von einem alten Freund – dem Wind. Es wurde wieder einmal laut, wackelig und unsere Laune sank etwas. Christian ließ sich davon nicht entmutigen und beschloss, ausgerüstet mit Stirnlampe und Wanderschuhen, noch eine Bergbesteigung anzugehen. Ich dagegen ging mit den Kindern an den Strand Muscheln sammeln. So verbrachten wir die letzten Stunden des Tages und auch Christian kam mit Einbruch der Dunkelheit wieder unbeschadet am LKW an.

Wir planten eine Wanderung durchs Naturschutzgebiet für den nächsten Tag. Wir wollten mit dem LKW ein paar Kilometer ins Gebiet reinfahren und anschließend die Wanderwege quer durch den Naturpark zu einer Wanderdüne laufen. Leider mussten wir schnell feststellen, dass wir mit unserem LKW kaum weiter als 2-3km ins Gebiet fahren konnten. Das hieß also die angestrebte Wanderroute würde sich um Längen vergrößern. Dazu hatte Malou nicht gut geschlafen und ihre Laune war schon den ganzen Tag mies. Also…umplanen. Wir entschlossen uns nicht zu laufen, sondern die Räder zu nehmen. Wir fuhren ein paar Meter Schotterpiste bis wir zu einem Berg mit riesen Anstieg und zu befahrenden Serpentinkurven kamen. Meine Motivation sank direkt und ich tat meinen Unmut kund. Nach langem Hin und Her und zum Leidwesen von Christian suchten wir einen anderen Strandabschnitt auf und verbrachten dort den Tag. Es wurde noch recht sonnig und die Kids konnten im Meerwasser matschen, Muscheln sammeln und über Felsen klettern.

Wir entschlossen uns eine weitere Nacht auf dem vorher angefahrenen Stellplatz zu bleiben und einen weiteren ruhigen Strandtag einzuplanen. Wir mussten uns mal wieder etwas orientieren, brauchten Zeit zum Planen der weiteren Route und wollten nicht schon wieder aufbrechen.

Über den Tag gesellten sich immer mal wieder andere Reisende oder auch mehrere Spanier zu uns, von denen nicht wenige direkt mal eine „Wohnungsführung“ durch den LKW wollten, um dann mit fröhlich leuchtenden Augen und viel „Precioso, gracias.“ (Wunderschön, danke!) wieder auszusteigen. Leider stellten wir auch hier wieder fest, dass viele Spanier scheinbar kein bis kaum Englisch sprechen. Viele wollten Gespräche führen, hatten spezifische Fragen aber unsere Kommunikation war oft nur stark eingeschränkt möglich. Dennoch waren alle stets super freundlich, interessiert und aufgeschlossen.

Nach unserem kurzen Aufenthalt in Cabo de Gata beschlossen wir, dass dies der südlichste Punkt unserer (Spanien-)Reise werden sollte. Wir fuhren nach einem zweitägigen Zwischenstopp in Carolina, bei dem wir uns über ein Wiedersehen mit Isabell, Daniel, Ben und Til freuten, weiter nach Arroz. Arroz war der Platz, an dem Mila die zwei französischen Mädchen Nelly und Lou kennenlernte.

da stehen wir wieder am Strand von Arroz 🙂

Die Mädels standen über die letzten Tage stets telefonisch miteinander in Kontakt. Lou hatte am 11.04. Geburtstag und als sie hörte, dass wir noch in der Nähe sind, hat sie Mila umgehend eingeladen. Lous Familie blieb über Ostern in Arroz und so trafen wir sie dort wieder. Nach einem herzlichen Willkommen und einer Runde „Fangen Spielen Extrem“, wurden wir zu leckerem Kuchen eingeladen und vor allem Mila genoss den Kontakt zu „ihren Mädchen“. Die hatten sich „nicht gesucht“, aber direkt gefunden!! 😉So verbrachten sie wieder eine tolle Zeit zusammen.

Von einer weiteren Begegnung muss ich aber noch berichten. Am Arroz lernten wir auch Andreas kennen. Einen alleinreisenden Deutschen Anfang 40, der mit der kreativen Aufmachung seines Wohnmobils für seine selbstgegründete Partei Werbung machte und so auf „Promotour“ durch Europa war. Wir unterhielten uns übers Reisen, Land und Leute und natürlich auch über sein selbstgeschriebenes Parteiprogramm, mit welchem man Zitat „alle Probleme der Welt lösen“ könnte. Wie so oft durften wir innerhalb weniger Minuten Teil haben an seiner Biografie sowie den Hochs und Tiefs seines Lebens. Wir verbrachten letztendlich den restlichen Tag miteinander, luden Andreas bei uns im LKW zum Abendessen ein und erhielten zum Dank einen Crashkurs im Handpan spielen als Familie (also zu viert an einem Instrument). << Vielen Dank nochmal dafür, Andreas!! <<

Nach drei Tagen Aufenthalt am Strand von Arroz mussten wir uns jedoch wieder von allen verabschieden, da wir weiter auf einen Reiterhof wollten – diesmal eine Empfehlung von Isabell und Daniel. Noch schnell holten wir uns von den Franzosen ein paar Tipps für zukünftige Stellplätze und schon ging es am 14.04. los Richtung Alicante.

Wir buchten den Hof von Maren für drei Übernachtungen. Hier standen wir mit rund 4-5 anderen Familien und vielen Tieren. Hühner, Gänse, Meerschweine, Kanarienvögel, Ziegen, Hunde, ein Wasserbüffel und natürlich Pferde. Mila konnte in den drei Tagen auch hier ihre Reitkünste erweitern und an einer Trainingsstunde, diesmal in einer spanischen Gruppe, teilnehmen. Malou erweiterte ihre Skills beim Roller fahren, ich beim Basketballspielen und Christian fand Gefallen daran dem Wasserbüffel das Leben durch Massagen mit einer Metallharke zu versüßen. Alles in allem verbrachten wir hier 3 entspannte Tage und lernten nebenbei eine weitere deutsche Reisefamilie kennen.

Am 17.4. führte uns unser Rückweg noch einmal nach Villajoyosa, um einen letzten Strandtag mit Maya, deren Mutter und Bruder zu verbringen. Wir genossen die Sonne, das Meer und ein paar nette Gespräche bevor wir weiter in Richtung Valencia starteten. Ein Geheimtipp der Franzosen versprach uns einen weitläufigen Strand kurz unterhalb von Valencia.

Und die Franzosen hatten Recht… der Strand war der Hammer. Weitläufig, feiner warmer Sand, eine kleine Community von Vanlifern am Strandrand. Für ein paar Tage (18.-22.04.) Strandurlaub perfekt! Wir genossen die Sonne, gingen baden und verbrachten so den Tag. Wie so oft lernten wir auch hier durch einen Zufall wieder super liebe Menschen kennen. Diesmal waren es Sandra und Ralf, die sich Hilfe suchend an Christian wandten, da in ihrem Van die 230 V Stromversorgung nicht mehr ging. Christian hat sich dem angenommen und nach kurzer Zeit eine durchgebrannte Sicherung als Ursache ausgemacht. Wir hatten noch eine ähnliche Sicherung dabei, die wir kurzerhand zur Verfügung stellten, sodass innerhalb kurzer Zeit alles wieder funktionierte. Sandra und Ralf waren begeistert und wir hatten gute Gesprächspartner gefunden, tranken gemeinsam Kaffee, bestaunten gegenseitig unsere Fahrzeuge und hatten viel über vergangene und zukünftige Reisen zu erzählen. Ein paar Tage später gesellte sich Andreas zu uns, der mit seinem Wohnmobil um die Ecke bog und sich an diesem tollen Ort mit seiner ebenfalls reisenden Cousine treffen wollte. Wir wurden direkt von ihm zum Abendessen eingeladen und da Andreas immer (zu) viel Energie hat, hatte nun auch Mila einen Gefährten zum Turnen und Kunststücke machen am Strand. 😊 Als dann auf einmal auch noch die Franzosen (Nelly und Lou) auf den Parkplatz parkten, war die Freude über diese ungeplante Zusammenkunft riesengroß und die Turngruppe perfekt – menschliche Pyramide – es ging los!!

Ostern auf dem Reiterhof (geschrieben von Mila) (02.-06.04.2026)

Mila liebt Pferde und das Reiten. Daher kam der Wunsch auf einen Reiterhof zu gehen immer mal wieder auf. Da wir über Ostern einen ruhigen Platz im Inland suchten, ließ sich dies gut verbinden.

Mila beschreibt daher nun ihre Eindrücke von unserem Aufenthalt. Viel Spaß! 😊

Endlich fuhren wir weiter auf den Pferdehof in Sorbas. Die Begeisterung war groß, da es die Möglichkeit für mich gab dort reiten zu gehen. Wir fuhren ca. eine Stunde mit dem LKW und machten auf der Hälfte eine Pause zum Einkaufen und Mittagessen. Mit vollem Bauch fuhren wir also weiter und wurden bei unserer Ankunft von dem freundlichen Hund „Balou“ begrüßt, welcher uns von nun an überall hin begleitete. Die Eigentümer, namens Melanie und Roland, zeigten uns das Gelände und wir begrüßten nach dem Ankommen die Ponys/Pferde. Zwei super süße Islandponys kamen auf uns zu und beschnupperten uns. Sie waren sehr zutraulich und neugierig. Es gab dort auch ein Mini-Schettlandpony namens Schneewitchen und noch zwei weitere Pferde, sowie Hühner und neben Balou noch 3 andere Hunde.  

Nach einer Besprechung wie wir unsere nächsten Tage gestalten wollen, machten wir zwei Reittermine für Freitag und Sonntag, für jeweils 45Minuten, aus. Ich freute mich natürlich sehr darauf und konnte es kaum erwarten auf dem netten Islandpony Poka zu reiten. Die Tage verliefen recht entspannt. Wir knuddelten Balou, spielten Gesellschafts- oder Outdoorspiele (ein lustiges Klettspiel) oder erledigten die üblichen Alltagsaufgaben.

Dann war es endlich so weit, Melanie kam runter und holte Poka von der Koppel. Sie legte eine Voltegierdecke auf Pokas Rücken. Sie führte das Pferd zum Platz und ich stieg auf. Nun wurde ich im Kreis im Schritt, Trab und Galopp geführt. Ich turnte etwas auf dem Pferd und wir machten verschiedene Übungen. Es machte mir riesen Spaß und Melanie war eine super Lehrerin, die gut erklären konnte. Am Stundenende sagte sie, dass ich eine gute Koordination und Balance habe und sie nun einen guten Eindruck für die nächste Reitstunde von mir hat.

Papa beschloss am Nachmittag mit dem Fahrrad ins Dorf zu fahren, um sich eine Osterprozession auszusehen. Dabei beschrieb er seine Eindrücke wie folgt:

Melanie hatte uns schon bei unserer Anreise informiert, dass es an den folgenden Tagen einige Prozessionen im Dorf zu sehen gibt. Wir wussten, dass es in Spanien aufwändige Festlichkeiten zu den Osterfeiertagen gibt, hatten aber eigentlich schon abgehakt, uns irgendwas davon anzusehen. Zum einen können wir mit der Christlich-Katholischen Religiosität nicht viel anfangen, zum anderen dachten wir nicht, dass das hier so halb im Hinterland auf dem Dorf großartig gefeiert wird. Anne und Mila hatten trotzdem wenig Interesse sich das mal anzuschauen und so beschloss ich am nächsten Tag alles alleine mit dem Rad zu erkunden.

Sorbas hat nur ungefähr 2500 Einwohner und liegt auf einem Plato, welches von einer Art Canyon umgeben ist. Das Dorf mit Umgebung sieht so unterschiedlich zu den letzten Standorten aus, dass es einem vorkommt, als wäre man plötzlich in einem anderen Land. Hier gibt es auf google maps ein 360° Drohnen Panorama:

<https://maps.app.goo.gl/2qLbr52RB5sdoFW58?g_st=ac>

Mit dem Fahrrad ist man schnell vom Reiterhof durch den Canyon, hoch in das Dorf gefahren. Dieses ist nicht besonders groß, hat dafür aber viele kleine, verwinkelte Gassen. An diesem Tag war wirklich super viel los, sodass ich mein Fahrrad direkt irgendwo angeschlossen habe und zu Fuß zum Kirchplatz gelaufen bin. Dieser war voller Menschen und die Prozession schon in vollem Gange. Laute Musik von der Kapelle, jede Menge Menschen die zuschauten, wobei die Träger der jeweiligen Bruderschaft schon dabei waren eine schwere Pasos Konstruktion um den Platz zu schaukeln. Insgesamt war das schon ein ziemliches Spektakel, zumal ich mich im Vorfeld nicht weiter über die Semana Santa („Heilige Woche“) informiert hatte. Insofern war ich von der Größe der Menschenansammlung und dem Aufwand, der betrieben wurde, überrascht. Gerade wenn man dabei die Größe des kleinen Dorfes in Relation sieht. Anscheinend war hier wirklich das ganze Dorf involviert. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass hier oftmals auch ganze Familien mit den Großeltern und Onkel/Tanten dabei waren. Überrascht hat mich außerdem, dass gerade so viele junge und sehr junge Menschen Teil der Prozession waren. Denn in meiner Wahrnehmung identifizieren sich immer weniger junge Menschen mit dem christlichen Glauben und speziell mit der katholischen Konfession. Insgesamt sehe ich es kritisch, dass dieses Fest den christlichen Glauben in einer derart öffentlichen und nach außen gerichteter Weise repräsentiert hat. Als Außenstehender habe ich dies eher als ein aufwendig inszeniertes, performatives Schauspiel wahrgenommen. Aber eigentlich werden hier ja tief verwurzelte Glaubens- und Wertvorstellungen nach außen getragen und vermittelt. Und genau genommen werden diese mit solchen Festlichkeiten auch an die nächste Generation weitergegeben. Man kann schon davon ausgehen, dass sich die jungen Menschen in so einem Dorfverbund dem kaum entziehen können. Entweder man ist Teil dieser Inszenierung oder wahrscheinlich schnell Außenseiter. Jedenfalls wird der soziale Druck hier sicherlich eine gewisse Rolle spielen…

Davon unabhängig hatten die ganzen Traggestelle, Gewänder, Symbole und Zeichen, sowie die dazugehörige Musik, eine gewisse Ästhetik und Anmutung. Daran hat man auch wunderbar erkennen können, wie über Ästhetik eine große Bedeutsamkeit vermittelt wird. Gerade bei den jungen Menschen ist mir besonders aufgefallen, dass sie diese Bedeutsamkeit mit Körperhaltung, Mimik und Gestik selbstbewusst nach außen trugen. So war dies einerseits irgendwie schön anzusehen, gleichzeitig hatte es aber einen eher unangenehmen Beigeschmack. Ich wäre jedenfalls dafür, dass Kinder erst ab einem bestimmten Alter über ihre religiöse Zugehörigkeit entscheiden sollten. Im Sinne der Religionsfreiheit sollten sie hier auch frei selbst darüber entscheiden können. Insofern halte ich es für problematisch, Kinder schon in so jungen Jahren in religiöse Rituale einzubinden. Aber naja…  Nach zwei Stunden bin ich jedenfalls mit vielen Gedanken, Eindrücken und ein paar neuen Fotos zurück zu unserem Stellplatz gefahren.

Dazu eine Anmerkung: die Kopfbedeckungen (Capirotes oder Capuchones) der Büßer (Nazarenos) sollen die Demut vor Gott symbolisieren und es den Büßern ermöglichen, anonym zu bleiben. Es hat also nichts mit einer Mitgliedschaft im KKK zutun.

Weiter geht‘s im Text mit Milas Beschreibungen.

Am Samstag sollte Mama eigentlich zur Massage gehen, doch Melanie wurde krank und ihr Termin musste auf Montag verschoben werden. So hatten wir viel Zeit miteinander, also spielten wir viele Spiele. Ich suchte ganz viele Seile um mit Malou Pferd zu spielen. Wir bauten uns eine Koppel und ich benutzte meine Hürden zum Training des Pferdes Murmel (so hieß Malou als Pferd.). Es machte ihr und mir viel Spaß, auch wenn das Pferd Murmel recht frech war und manchmal abhaute. Später durfte ich mit Melanies Erlaubnis dann sogar noch ein echtes Pferd putzen und es so richtig verwöhnen.

Am Nachmittag machten Papa, Mama, Malou und ich dann noch eine kleine Fahrradtour ins Dorf. Hier gab es allerdings, bis auf einen geöffneten Keramikladen, nicht besonders viel zu entdecken.

Die Nächte auf dem Reiterhof waren angenehm und nur manchmal hörte man ein Pferd mit dem Futtereimer spielen. Die Zeit verging wie im Flug und schon war Sonntag, Ostersonntag.

Nach einer kurzen abgewandelten Ostereiersuche im LKW, wobei wir 5 Paar Socken finden mussten, erhielten Malou und ich ein Überraschungsei. Doch das Schönste kam noch. Pünktlich um 11Uhr war ich bereit, um draußen bei der Pflege der Pferde zu helfen. Danach vertrieb ich mir mit einem Ballspiel und dem Basteln einer Karte für die Eigentümer die Zeit. Endlich kam Melanie und machte Poka bereit. Die Wartezeit fühlte sich einfach ewig an, doch jetzt musste ich nicht mehr warten. Wir gingen auf den Platz und sie erklärte mir, wie ich bei einem Islandpony richtig aufsteige, da das anders ist als bei anderen Pferden. Am Anfang wurde ich noch geführt. Wir übten die korrekte Treibweise und andere Sachen. Dann durfte ich frei reiten, ohne führen. Sie zeigte mir ein paar Tricks wie man die Pferde besser unter Kontrolle hat. Das machte mir riesen Spaß. Ich habe sehr viel gelernt und Neues erlebt.

Nach dem Reiten waren Spiele angesagt. Ich zeichnete manchmal was oder knuddelte Balou. Ich fand es super schön dort, war aber auch traurig, dass wir nur noch einen Tag hatten. Am Montag ging Mama 10:30 Uhr zur Massage und ich war mit Papa und Malou im LKW. Wir spielten Spiele und ich durfte mit Halfter und Putzzeug allein in die Box von Schneewitchen, dem Mini Schettlandpony. Ich ging also in die Box und band sie an, um sie dort zu striegeln. Das machte mir viel Spaß und die anderen Pferde in der Nähe schauten uns zu. Nachdem ich fertig war, kochten wir Mittagessen und räumten nebenbei immer mal etwas auf. Danach machten wir den LKW startklar und verabschiedeten uns von den Leuten dort. Nun fuhren wir los – zum Strand Cabo de Gata.

Kleine abschließende Anmerkung von den Eltern: Malou hatte auch sehr viel Freude an den Pferden, aber seht selbst:

Holen wir uns einen Hund? – Hundewelpen am Playa de Carolina – (23.03.-02.04.2026)

Nach der Franzosen-Techno-Party haben wir uns entschieden, ein paar Buchten weiter zu einem neuen Strandabschnitt „Playa de Carolina“ zu fahren. Obwohl dieser mit dem Auto nur 15 km entfernt war, musste sich Mila leider nach einer Woche Spiel und Spaß von Lou und Nelly verabschieden. Dafür haben wir unsere neuen Bekanntschaften (Ina, Martin mit ihrem Sohn Jona + Isabell und Daniel mit den Kindern Till, Ben) zum neuen Stellplatz mitgenommen. Die Anfahrt haben wir gleich noch mit einer Versorgungsrunde (Frischwasser, Abwasser, Wäsche waschen und Einkaufen bei Aldi) kombiniert, sodass wir am Ende doch wieder ewig unterwegs waren…

Playa Carolina hat sich dabei signifikant von Arroz unterschieden. Es gab für die Stellplätze nur zwei Ebenen und der Platz war auch sehr beschränkt, sodass die Fahrzeuge relativ eng-an-eng standen. Wir haben trotzdem noch mit allen drei Fahrzeugen einen guten Platz hintereinander bekommen und die Unebenheiten wurden schnell mit ein paar großen Steinen unter den Rädern ausgeglichen.

Stellplatz

Am Playa Carolina gab es die Möglichkeiten binnen weniger Minuten fußläufig vier verschiedene Strände zu erreichen, wobei deren Buchten alle in andere Windrichtungen zeigten, sodass wir je nach Wetterlage entscheiden konnten, ob wir den Wind und die Wellen suchen oder lieber meiden wollten. Außerdem verteilten sich so die ganzen Menschen und wir fanden stets ruhige, menschenleere Stellen zum Chillen.

Bereits am zweiten Tag besuchten wir den sogenannten Palmenstrand. Dies war eher etwas traurig, denn obwohl der Strand wunderschön und verlassen war – von den früher mal dagewesenen Palmen waren nur noch rund 10 Stück zu finden.

Auf dem 10-minütigen Weg dorthin kamen wir an einer alten Ruine vorbei. Diese war mit reichlich Graffiti besprayed, Sofas standen vor der Tür, ebenso zwei größere Trucks. Im Vorbeigehen wurde uns überschwänglich gewunken und wir wurden mit einem „Wir haben ganz kleine Hundewelpen. Schaut mal.“ begrüßt. Marie und Christian, zwei Deutsche, die diese schöne Ruine seit drei Jahren besetzten, stellten sich uns vor. Sie erklärten, dass sie drei kleine Hundewelpen (erst rund 4 Wochen alt) ausgesetzt in einem Karton an der Straße gefunden haben und nun neue Besitzer für diese suchen. So gleich schauten wir uns die drei kleinen – zuckersüßen – Welpen an und zumindest Mila und ich verliebten uns etwas. In den darauffolgenden Tagen lernten wir Christian und Marie noch etwas besser kennen und verbrachten Zeit mit ihnen und den Welpen am Strand oder beim gemeinsamen Lagerfeuer. Um Mila war es nun vollends geschehen. Ben und sie fuhren jeden Tag mehrfach mit seiner kleinen Elektro-Cross zu den Welpen. Nach ihrer Rückkehr führten wir dann tägliche Diskussionen, ob wir nicht einen der Welpen adoptieren könnten.

Dieses Welpenvideo ist ohne Ton

Dank des guten Wetters unternahmen wir einige Strandausflüge mit den anderen und saßen oft bei einem alkoholischen Getränk abends noch quatschend zusammen. Die Kinder sausten durch Büsche, pflückten Blumen, spielten Phantasiespiele usw. Groß und Klein waren also zufrieden!

Höhepunkt für die Kids und uns junggebliebene Erwachsene war der Partyabend mit Fake-Lagerfeuer. Den Kids wurde irgendwann harter, spanischer Techno in die Playlist gespült und so tanzten wir wild drauf los. Wir Erwachsene versuchten natürlich mitzuhalten, was in einer guten Dance-Session für alle endete.  

Technoparty dafür mit Ton 🙂

An einem Abend waren wir dann aber doch noch am Palmenstrand und haben dort ein gemeinsames, richtiges Lagerfeuer gemacht. Unser erstes Lagerfeuer auf unserer Reise überhaupt. Es gab dann sogar Pizza vom Lieferdienst. *Herzlichen Dank an den „spanischen“ Christian an dieser Stelle.*

Nach 6 Tagen verabschiedeten wir Ina, Martin und Jona, die weiter Richtung süden fuhren. Wir blieben mit Isabell und Daniel noch ein paar Tage am Stellplatz. Sie hatten sich tatsächlich dazu entschieden, einen der Welpen zu adoptieren und haben deshalb ihre Reisepläne geändert. Es war somit klar, dass Isabell und Daniel samt Kinder noch länger in der Gegend um Carolina verweilen, um dem Welpen noch etwas Zeit mit seinen Geschwistern zu ermöglichen.

Kurz vor Ostern wurde es dann aber immer voller, da nun auch vermehrt spanische PKWs und Wohnmobile auf dem Platz parkten. Wir hatten immer wieder von anderen Reisenden gehört, dass es über Ostern an den Stränden sehr voll werden soll. Auch Spanier können lautstark und lange feiern und darauf hatten wir irgendwie keine Lust. Daher haben wir uns nach längerem Überlegen für die Tage um Ostern einen Platz auf einem Pferdehof gebucht.

Wir verabschiedeten uns also herzlich von Isabell, Daniel und den Jungs – und wussten insgeheim schon, dass wir uns wohl schon bald wiedersehen werden.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fotos.

Begegnungen am Playa del Arroz (16.03.-23.03.2026)

Über eine WhatsApp Reisegruppe erfuhr ich von einem Strand namens Arroz, an welchem man freistehen kann und an dem derzeit viele (deutschsprachige) Familien stehen sollen. Das klang perfekt. Ein kostenloser Platz mit bestenfalls vielen neuen Kontakten und Spielgelegenheiten für die Mädels.

Wir machten uns also auf den Weg zum rund 240 km entfernten neuen Ziel. Die übliche Versorgung (Frischwassertank befüllen, Abwassertank und Toilette entleeren, sowie Vorräte auffüllen) erledigten wir unterwegs. Wir erreichten gegen 18:30 den Stellplatz und hatten Glück, denn wir ergatterten einen erste Reihe Platz am Meer. Nach dem kurzen Erkunden der Gegend stellten wir fest, dass dieser Ort aufgrund seiner Umgebung nicht unbedingt besucht werden muss…aber….

Der Ort überzeugte uns schnell durch die offenen und herzlichen Menschen.

Kaum angekommen, kam ein junger Mensch, leicht untersetzt, mit langen Haaren und Hippiehose im geschätzten Alter von 11 Jahren auf uns zu und eröffnete ein Gespräch über die Vorteile unseres Fahrzeuges, wobei er seine Begeisterung kaum zurückhalten konnte. Er stellte sich unter dem Namen „Piu“ vor, gab uns schnell eine kleine Platzeinweisung, samt aller stattfindenden Veranstaltungen, und kehrte dann schnell zurück, um mit Christian über diverse technische Details zu fachsimpeln. Dabei scheute er sich auch nicht vor indirekter Kritik, als er nachfragte, warum wir den LKW nicht einfach verlängert haben um mehr Platz zu bekommen. Er hätte das ja so gemacht. Am Ende verabschiedete er sich mit den Worten „wir werden uns morgen sicher wiedersehen“. Was für ne Type… 😀 In den kommenden Tagen lernten wir auch Pius Mutter kennen und führten noch weitere Gespräche. Ich musste dabei regelmäßig herzhaft lachen, da sich zeigte, dass Piu ein alter Mann/Rentner gefangen im Körper eines 11-Jährigen war. Wie jeder gute Platzwart machter er täglich seine Runde mit einer Tasse Kakao in der Hand (Zitat: „Uuhh. Der Kakao ist heute aber ein bisschen süß geworden. Da muss ich nochmal ran….“) und schaute, dass alles seine Ordnung hatte. Er fachsimpelte über das Leben, die alltäglichen Verpflichtungen und den Sinn oder Unsinn von Schule. Als er eines Morgens neben mir am LKW stand und ich ihn fragte, was er heute noch vor hatte, bekam ich ein: „Naja…. eigentlich wollten wir heute auf diesen Hügel da laufen… aaaaaber … (er streckte sich und sein Bauch blitzte unten am Shirt raus) ich glaub, dass wird heut nix mehr!“ Ich musste innerlich sehr lachen… Diese Situationskomik. Ich konnte nicht mehr!

Mila schlug noch am Abend unserer Ankunft zwei, drei Räder am Strand und schon gesellten sich zwei französische Mädchen in ihrem Alter zu ihr. Die Zwei „Lou und Nelly“, sprachen allerdings nur Französisch und Spanisch, was der gegenseitigen Verständigung mit Mila aber keinen Abbruch tat. Mit Händen und Füßen und mit Hilfe des google Übersetzers vereinbarten sie ein Treffen für den nächsten Tag. Und ab da war Mila nicht mehr gesehen. Täglich gegen 11:30 Uhr wurde sie, ausgestattet mit Handy und Schlüssel, von den beiden abgeholt und kam erst am Abend wieder zurück. An guten Tagen sahen wir sie kurz zum Mittagessen. Mila hatte eine tolle Zeit. Sie konnte SUP und Schlauchboot fahren, gut gewärmt durch ihren Neoprenanzug. Gemeinsam turnten sie, spielten Fangen oder Gesellschaftsspiele und erweiterten ihre Sprachkenntnisse. Und wenn das alles erledigt war, knuddelten sie die zahlreichen Hunde am Platz. 

Am nächsten Morgen fiel mir auf wie ruhig und harmonisch alles zuging. Es standen rund 70 Camper an diesem Strandabschnitt verteilt und bildeten eine bunt gemischte Vanlife community. Von jung bis alt, von alleinreisend bis zu Familien – alle waren vor Ort vertreten. Dabei bildeten Deutsche, Franzosen und Belgier den Hauptanteil der Camper. Alle Menschen waren sehr offen und kontaktfreudig, grüßten sich gegenseitig und wenn man wollte, entwickelte sich sehr schnell ein Gespräch. Zu all den vielen Menschen kamen 15-20 Hunde, von denen fast alle frei am Platz umherliefen.

Jedes Lebewesen genoss große Freiheit und verhielt sich gleichzeitig total rücksichtsvoll.

Doch dann… kamen „die Franzosen“. Auf dem zentralen Platz stand ein großer LKW eines französischen Paares mit drei Hunden, welche dort dauerhaft lebten. Am Freitag bekamen diese Besuch von Freunden und feierten dies mit lauter Musik. Wir standen ja nur eine LKW-länge entfernt und was mit tänzelnder Begeisterung begann, verwandelte sich gegen Mitternacht in Missmut über den laut dröhnenden Bass. Aber was solls… gönnt man den anderen ja mal. In vorauseilendem Pessimismus, dass es ab jetzt jede Nacht zu derartiger Lärmbelästigung kommen wird, entschieden wir unseren LKW umzuparken. Wir nutzen die Gelegenheit, fuhren ins Nachbardorf um einzukaufen und stellten uns dann auf einen Platz weiter hinten am Strand.

Dort lernten wir Ingmar kennen (ein rund 60-jähriger Langzeitreisender) sowie unsere neuen Stellplatznachbarn Ina, Martin und deren 4-jährigen Sohn Jona. Endlich hatte Malou auch jemanden zum Spielen in ihrem Alter und auch wir Erwachsene stellten schnell ein paar Gemeinsamkeiten fest und verquatschten uns den ganzen Tag. Nach einer Platzrunde stellten wir fest, dass die angereisten Franzosen am Abend eine größere Party planten. Sie zogen dazu zwar extra hinter eine kleine Anhöhe abseits des Strandes, doch ihre Musik war bereits am Nachmittag hörbar. Wir schauten uns das also einfach mal an. Angekommen wurden wir herzlich begrüßt, man bot uns Getränke an und lud uns ein zur Party wiederzukommen. Die Ausstattung wirkte fast professionell, mit Turntables, großen PA-Boxen und Generator…  was auf eine lange und laute Partynacht schließen ließ. Wir bedankten uns nach kurzen Gesprächen und wollten am Abend für 1-2h zurückkommen. Wenn man der Party schon nicht entkommen kann, kann man sie ja wenigstens sinnvoll nutzen.

Wir sind also gegen 21 Uhr nochmal zur Partylocation gegangen. Wobei die Teilnehmerzahl mit 10-15 Franzosen relativ überschaubar war. Dafür hatten sie sogar ein paar Laser und Projektoren für stimmungsvolles Ambiente aufgestellt. Dazu gab es ziemlich laute, schlechte Technomusik und standesgemäß ein Lagerfeuer in der Tonne, an welchem der Großteil herumlungerte. Zu unserer Überraschung jonglierten bei unserer Ankunft zwei Menschen mit Feuer-Pois und einem Feuerstab, was aufgrund ihres berauschten Zustands einen amateurhaft bis gewagten Eindruckt auf uns machte. Dennoch wurden wir wieder sehr aufgeschlossen und freudig empfangen. Uns wurden sofort Getränke angeboten und die beiden „DJs“ und Eigentümer der Audiotechnik begrüßten uns überschwänglich. Fast so als wären sie froh, dass endlich jemand vom eigentlichen Arroz-Stellplatz zu ihnen stößt. Den Eindruck hatten wir am Nachmittag auch schon, doch von dem mitschwingenden schlechten Gewissen war jetzt aufgrund des berauschten Zustands der beiden DJs nicht mehr viel zu bemerken. Vielmehr waren es so ziemlich die einzigen beiden, die die Musik lautstark beklatschten und sich regelmäßig so nah wie möglich von der Audioanlage beschallen ließen. Wir haben uns das dann ungefähr eine Stunde lang mit angeschaut und angehört. Dazu muss man erwähnen – es waren auch zwei Deutsche anwesend, mit denen wir uns unterhielten (also nicht nur Franzosen). Danach kehrten wir wieder in unseren LKW zurück und begaben uns nach und nach zur Nachtruhe. Wobei es sowas wie Ruhe quasi nicht mehr gab. Obwohl die Anlage ziemlich weit entfernt aufgestellt wurde, war der Bass bei uns noch sehr deutlich hörbar. Selbst mit sehr guten Ohrstöpseln.

Die Musik wurde im Laufe der Nacht nicht besser…

Am nächsten Tag sah man den enormen Schlafmangel sowie den damit verbundenen Frust allen Campern im Gesicht an. Daher stand rumgammeln auf dem Plan. Die Kids waren ja alle mit Spielpartnern versorgt und wir konnten so den Tag in Ruhe über die Bühne bringen. 😉 Um einer weiteren Partynacht zu entkommen, entschlossen wir uns am Nachmittag die Partyfranzosen mal nach ihren Plänen für den Abend zu fragen. Nach einem „Heute ist Ruhetag.“, waren wir beruhigt und dem Nachholen des fehlenden Schlafes stand scheinbar nichts im Wege.

An diesem Tag lernten wir auch noch Isabell und Daniel mit ihren zwei Jungs Til und Ben kennen. Die Familie reiste bereits seit 3 Jahren und sollte uns noch weiter begleiten. Doch dazu im nächsten Blogbeitrag mehr… 

Sella Teil 2 – (21.2. – 15.3)

Nach rund drei Wochen Aufenthalt in Sella eröffnete sich uns die Möglichkeit ein Leihauto zu mieten. Wir nahmen die Chance wahr und besorgten uns einen kleinen Toyata Jaris für die Zeitdauer von 13 Tage zu einem günstigen Preis von 160€, ohne Selbstbeteiligung. Ein richtiges Schnäppchen also 😉.

Wir hatten nun also unsere Wohnbasis auf dem Grundstück von Oli und seiner Familie in Sella und konnten durch diesen kleinen Flitzer unabhängig über die schmalen Wege und Straßen der Region düsen.

In diesen 13 Tagen unternahmen wir einige Tagesflüge. Hier eine kleine Aufzählung mit anschließenden fotografischen Eindrücken.

  • Wir fuhren nach Elche um Christians geschrottetes Handy reparieren zu lassen, Miniburger zu essen, ein bisschen zu shoppen sowie einen wunderschönen Palmenhain inklusive Spielplatz zu besuchen.
  • Wir besuchten die Wasserfälle Fonts d’Algar.
  • Wir wanderten zum Leuchtturm von Albir und genossen den wunderbaren Ausblick auf das Meer und die Costa Blanca.
  • Wir verbrachten zwei Tage an einem tollen Strand (Platja Torres) in Villajoyosa.
  • Wir verlebten einen Tag im Dino Park Algar.
  • Wir tauchten ein ins Stadtleben von Alicante, besuchten das Museum für zeitgenössische Kunst und bestaunten die Altstadt.
  • Wir bildeten uns in Murcia weiter im Science & Water Museum, schlenderten durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale und schlugen uns die Bäuche voll mit einem 4-Gänge-Menü in einem super leckeren veganen Restaurant.  

Nach rund 6 Wochen Aufenthalt bei Oli und seiner Familie war es für uns Zeit weiterzuziehen. Wir fühlten uns in dieser Zeit bei Ihnen stets willkommen, wurden bei allem unterstützt und erhielten die Chance uns auszuruhen und Kräfte zu sammeln.

Durch viele Unternehmungen entdeckten wir auch die Region um Sella noch einmal neu.

Außerdem war es eine besondere Erfahrung, so viel privaten Kontakt zu einer Familie zu haben, wie man ihn im normalen Alltag sonst nicht hat – es sei denn, man lebt in einer Kommune oder einer ähnlichen Gemeinschaftsform.

Vielen Dank für diese schöne Zeit!!

Für euren weiteren Weg wünschen wir euch nur das Beste – möge eure Zukunft voller Freude, Gesundheit und wunderbarer gemeinsamer Erlebnisse sein…

Elche

Wasserfälle Fonts d’Algar

Leuchtturm von Albir

Dino Park Algar

Alicante

Murcia

Sella Teil 1 – (28.1.2026 – 20.2.2026)

Von unserem letzten Besuch in Sella Anfang des Jahres 2020 konnten wir uns noch ein bisschen an den Weg zu Olis Haus erinnern. Dabei blieb uns die „vermeintliche Abkürzung durch das Dorf“ besonders im Kopf, welche wir uns dieses Mal natürlich ersparen wollten. Wir vereinbarten daher einen Treffpunkt am Dorfrand mit Oli, welcher uns bis zu seinem Haus, unserem neuen Stellplatz, eskortierte.

Die ersten 3/4 der Strecke bis zu Olis Grundstück waren echt OK, aber dann kamen ein paar Stellen mit tiefhängenden Ästen. Zähneknirschend fuhr Christian im Schritttempo drunter durch, mit dem Resultat, dass am Ende zwei Scheinwerfer vom Dach baumelten. Direkt an der Einfahrt vom Grundstück zeigte sich das nächste Hindernis. Ein Baum, mit viel zu tief hängenden Ästen, machte jede Weiterfahrt unmöglich. Zur Zeit unserer Ankunft besuchten zwei weitere Freunde die Familie – Katrin und „Zotti“. Nach kurzer Begutachtung der Situation lief Oli hoch zum Haus und kam mit einer Motorsäge und Zotti, als tätkräftigem Unterstützer, zurück. Dann hieß es Motorsäge an und leider mussten reichlich Äste dran glauben… eben so viele, bis wir mit unseren rund 3,80m mühelos drunter durch passten. Beim Wegräumen der Äste und Stämme ist es dann passiert: Christian rutschte ein Stamm aus der Hand und fiel ihm direkt auf den kleinen Zeh. Das fühlte sich aufgrund fehlender Stahlkappe im Schuhwerk ziemlich unangenehm an. Es war aber durchaus noch ertragbar, sodass er den LKW noch bis zum Stellplatz fahren konnte und nach erfolgreichem Abstellen seinen Zeh erstmal vergaß. Unser neuer Stellplatz war nur 50 Meter von Olis Haus entfernt und sogar eingeebnet und betoniert. Luxus pur also.

unser Stellplatz für die nächsten Wochen

Nach der ersten Aufregung begrüßten wir uns erstmal alle oben am Haus. Matilda („Tili“) hatte ihren 11. Geburtstag, der an diesem Tag nur klein in der Familie gefeiert wurde. Tili und Mila brauchten etwas Zeit um miteinander „warm“ zu werden. Aber irgendwann haben sie dank Tilis Hobby-Horses/Steckenpferden zusammengefunden. Es folgte an diesem Tag ein gemeinsames Abendessen mit Olis Freunden Katrin und Zotti sowie Oli, Antje und den beiden Kindern Max und Tili, ergänzt durch uns Vier. Es gab gutes Essen, wir redeten und blödelten rum und am Ende des Tages freute sich Tili, das Geburtstagskind, und sagte, dass ihr Geburtstagswunsch heute in Erfüllung gegangen sei: wir sind zu ihrem Geburtstag bei ihnen. 😊

Als wir am Abend zurück in den LKW gingen, meldete sich auch Christians Zeh zurück. Dieser war mittlerweile leider total blau/schwarz angelaufen und gut angeschwollen. Sicher gebrochen, so unsere Vermutung. Einen Arzt braucht man bei sowas ja nicht unbedingt aufzusuchen. Also war klar: Christian wird die nächsten Wochen wohl etwas kürzertreten müssen. So ein „mobility Detox“ passt natürlich sehr gut zum laufenden „digitalen Detoxing“ (aufgrund des immer noch defekten Smartphones, welches auch die nächsten 4 Wochen nicht repariert wurde). Folglich kommt es also entweder bald zum „Total Shutdown & Restart“ oder zum psychischen Zusammenbruch von Christian. Bleibt gespannt! 😉

In den nächsten Tagen folgte dann der angekündigte Sturm. Die erste Nacht war super. Wir dachten schon der Wetterbericht hat sich vertan, doch die zweite Nacht lehrte uns etwas anderes. Sturmböen, die gegen unseren LKW knallten, grollender Lärm, der LKW schwankte, die Möbel im LKW knarzten und das alles obwohl der Stellplatz noch relativ windgeschützt lag. Das Ergebnis dieser Nacht waren ganze 4 Stunden Schlaf. Wir mussten den LKW also für die kommende Nacht „upgraden“. Damit der LKW nicht bei jeder stärkeren Böe hin und her schwankte, stützte Christian zusammen mit Oli diesen mit ein paar Holzpfählen unter dem Fahrzeugrahmen ab. Ebenso montierten wir die Fahrräder samt Plane ab, um die Geräuschkulisse zu minimieren. Das Ergebnis überzeugte! Nach weiteren zwei bis drei Sturmnächten wurde das Wetter auch endlich wieder besser, sodass wir kleine Ausflüge mit Olli und dessen Familie machten, bei denen Mila zusammen mit den beiden Kindern am Fels klettern durfte.

Dann kam das erste Wochenende – Tilis Geburtstag im Dorf. Üblicherweise mietet man zu Geburtstagen eine Barraca (Art Clubhaus) im Dorf und es kommt die ganze Schulklasse des Kindes – plus Eltern(-teil). Erweitert durch ein paar Freunde und Verwandte kann das schnell zu einer gefühlten Großveranstaltung werden. Tili feierte gemeinsam mit einem anderen Kind aus ihrer Schule. Die Feier fand am Samstag von 17-20 Uhr statt. Es war schon stark unterschiedlich zu dem, was man so von deutschen Kindergeburtstagen kennt. Es gab eigentlich kein Programm. Einige Frauen (Mütter der Geburtstagskinder plus Helfer) fertigten über den gesamten Zeitraum ständig neue Snacks und Pizza für ein Buffet an. Die Erwachsenen saßen rum und erzählten, während die Kinder in Kleingruppen draußen im Dorf unterwegs waren und fangen spielten. Alles endete mit dem großen Finale – dem Geburtstagslied mit anschließendem Kuchenessen. Der Geburtstag endete an diesem Tag jedoch recht abrupt durch einen Stromausfall im gesamten Dorf, der durch den Sturm an diesem Tag verursacht wurde.

In der nächsten Woche folgte Olis Familie ihrem normalen Alltag, welchen wir ein bisschen begleiten durften. Vormittags ging bei uns meistens nicht viel. Ausschlafen, frühstücken, aufwaschen, ein bisschen aufräumen und schon ist es wieder Zeit zum Mittagessen. Mila nutzte die Zeit um etwas für die Schule zu machen. Hierfür zeigte sich, dass sie am besten mit einem Wochenplan für alle Fächer und Aufgaben zur eigenständigen Erarbeitung arbeiten kann.

Die Gestaltung der Nachmittage passte sich meist dem AG- und Hobby-Angebot der Familienkinder Max und Tili an. So spazierten wir mal im Dorf, fuhren mit den Rädern auf einem Pumptrack, Mila war mit Tili beim Reitunterricht, wir kauften ein, usw. In der verbliebenen Freizeit haben die Kinder meist etwas zusammen gemacht. Obwohl Max mit seinen 7 Jahren deutlich älter als Malou war, haben sie oft zusammengespielt. Hier konnten die beiden nicht genug von Christians Kuscheltier-Rollenspiele bekommen und forderten sich dieses regelmäßig ein. Oft aßen wir am Abend zusammen und gingen gegen 21 Uhr zurück in unseren LKW.

Neben den vielen kleinen Fahrten und Ausflügen besuchten wir außerdem gemeinsam einen Trampolin-/Indoor-Spielplatz „Airjump“ (in Finistrat), sowie die Stadt Benidorm. In Benidorm machten wir am Ende einen Essensstopp bei Oli’s Bekannten. Diese hatte ein englisches Fish & Chips Restaurant. Das wir in Spanien mal in einem Fish & Chips Restaurant essen gehen – damit haben wir echt nicht gerechnet. Aber ganz ohne landestypisches Essen mussten wir dann doch nicht auskommen, denn Oli hat für uns an einem Wochenende auch Paella gekocht, die wirklich super lecker war. Kulinarisch kamen wir also auf unsere Kosten.

Bällebad und Indoorspielplatz als Kleinkindbereich in der Trampolinhalle

Tili und Mila hatten zwischendurch sehr viel Freude daran, synchron die Ausgaben von ChatGPT vorzulesen oder uns Eltern zu testen, indem sie möglichst identisch „Mama“ oder andere Sachen zu uns sagten. Dies führte tatsächlich zu der ein oder anderen Verwechslung und die synchronen ChatGPT Sprachausgaben der beiden Mädels waren für alle ziemlich lustig und etwas gruselig zugleich.

Wochentags gab es dann abends öfter von den Kindern ausgewählte YouTube-Videos auf dem Fernseher zu sehen. Besonders in den ersten Wochen liefen abends ständig „The Voice Kids“ Szenen, in denen zumeist talentierten Kinder die Lieder nachsingen. Besonders „cover me in sunshine“ von Pink hat es den beiden Mädels angetan. In den kommenden Tagen und Wochen wurde das Lied ständig abgespielt und mitgesungen – ob im Auto oder mit kleinem Bluetooth-Lautsprecher durchs Dorf spazierend. Irgendwann kam die Idee auf, mal eine Videoaufnahme von ihrer Performance machen zu wollen. Christian schlug daraufhin vor, dass er doch mit seiner Kamera die Szenen aufnehmen könnte. Naja und wenn er schon dabei ist, kann er den Audio-Aufnahmeteil mithilfe von Laptop und Mikro auch gleich übernehmen. Daraus wurde dann schnell ein umfangreiches Projekt, mit einem ordentlichen Zeitaufwand und damit verbundenen Motivationshöhen und -tiefen. Aber alle Beteiligten haben es bis zum Ende durchgezogen und bestimmt viel daraus mitgenommen. Bis dato ist die Nachbearbeitung jedoch noch in vollem Gange und wir müssen mal schauen, ob wir das Videoergebnis hier online stellen dürfen.

Wir haben dann einerseits aufgrund der immer mal wieder auftretenden Unwetterwarnung bzgl. Sturm und Regen, andererseits aufgrund der vielen Unternehmungen und dem Kontakt zu Oli und seiner Familie unsere Abreise immer weiter nach hinten geschoben.  Eigentlich wollten wir ja nur für circa drei Tage bleiben und dann weiterfahren. Stattdessen haben wir in den ersten vier Wochen in Sella super viel unternommen und die Kinder hatten sehr viel Spaß zusammen…

verlassenes Haus

Es folgen noch ein paar Landschaftsaufnahmen rund um Sella 🙂