Nach der Menge an Kultur stand uns nun die Überfahrt nach Frankreich bevor. Ich wollte unbedingt noch einmal an den Stellplatz in der Nähe von Beziers, um dort die naheliegenden Parcours zu laufen. Gesagt getan. Der Platz war schnell gefunden, wir konnten uns erholen und die Kids hatten ausreichend Platz zum Spielen. Außerdem stand wiedermal ein Geburtstag an. Ben wurde 10 Jahre alt und wir feierten diesen Tag mit einem leckeren Mittagessen, ausreichend Kuchen und einem Parcour. Während die Kinder spielten, hatten wir Erwachsenen Zeit zum Quatschen, in der Sonne sitzen und Pläne schmieden. Während dieser Tage durften wir auch Teil von Isabells und Daniels Weinprobe sein, wobei wir extra die kleinere Flasche (375 ml) testeten, in dem Glauben, es sei die für 14€. Was soll ich sagen… sehr süß, schwer und ein bisschen muffig im Abgang. 😀 Aber man gönnt sich ja sonst nix. Alle waren der Meinung, dass die Flasche wohl geschmacklich kaum die 14€ wert wäre. Als Daniel dann jedoch die Rechnung überprüfte und feststellte, dass diese kleine Flasche die für 60€ war, wurde uns dann schon etwas anders. Wahrscheinlich sind wir eben doch keine echten Weinkenner/ -genießer! 😉







Bei aller Planerei entschlossen wir uns zu einem weiteren, letzten gemeinsamen Stopp mit Isabell und Daniel in Frankreich. Wir wollten zusammen zum Pont du Gard, einem großen Aquädukt und stellten uns dafür zwei Nächte auf einen Naturcampingplatz am Fluss.








Nach ein paar letzten Tagen mit lieben Gesprächen, Spielen und Toben am Wasser, einer kleinen Wanderung, Kinderhöhlen bauen und leckerem Essen stand der (tränende) Abschied bevor. Schweren Herzens ließen wir Isabell, Daniel und die Jungs ziehen. Wir hatten eine tolle Zeit mit euch! Vielen lieben Dank dafür – irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder! 😉
Nach all dem Herzschmerzabschied musste ein aufbauendes Erlebnis her – ein Besuch im Dinopark. Dieser lag auf unserem Weg durch Frankreich, bot uns einen kostenlosen Stellplatz für zwei Nächte und verhalf uns zu einem super entspannten Tag mit vielen lehrreichen Dinoinfos. Klare Empfehlung! Besonders die Fahrgeschäfte mit einer kleinen Wildwasserbahn, einem Dinoritt auf Schienen und das Flugsauerier-Karussell haben es den Kids angetan. Da wir fast die einzigen im Park waren, konnten so die Kinder ohne Wartezeit ihre Runden drehen – immer und immer wieder. 😀

















Auf unserem weiteren Rückweg in die Heimat überlegten wir uns noch zwei größere Stopps in Deutschland einzulegen. Tübingen und Schwäbisch Hall. Christian und ich stellten fest, dass wir innerhalb Deutschlands noch nicht wirklich viel rumgekommen waren und so wollten wir die Chance nutzen uns (bspw.) Tübingen näher anzusehen.
Über die Plattform bewelcome (ähnlich Couchsurfing) machte Christian „Jonny“ ausfindig. Einen Anfang 20-jährigen Medizinstudenten aus Tübingen, der ein paar Stunden Zeit hatte und sich bereit erklärte, uns sein Tübingen etwas näher zu bringen. Wir parkten unseren LKW also etwas außerhalb der Stadt und fuhren am nächsten Tag mit den Rädern ins Zentrum. Wir trafen uns am Hölderlinturm, um dort eine „Stocherkahnfahrt“ (DAS traditionelle Highlight in Tübingen) mit Jonny zu machen. Jonny war super lieb. Er gab uns einen Einblick in die Historie der Stadt, zeigte uns sehenswerte Gebäude und wir tauschten uns über unsere verschiedenen Lebenspläne aus. Wir hatten mit Jonny wirklich riesiges Glück, denn einerseits ist so eine Stocherkahnfahrt relativ teuer, andererseits ist dies quasi immer ein Gruppenevent. Die Fachschaft Medizin in Tübingen hat allerdings einen eigenen Stocherkahn. Da unser Stocherkahnführer Jonny Humanmedizin studiert und Mitglied in der Fachschaft ist, hatten wir so ein Boot für uns alleine. Und das Beste – Christian durfte auch mal eine Runde Stochern. Das war tatsächlich viel schwerer als angenommen.









Nach unserer Bootsfahrt gesellte sich noch Jonnys Freundin zu unserer Gruppe und beide führten uns zu einem veganen Restaurant. Hier nahmen wir uns etwas „auf die Hand“ mit und genossen unser Essen im Klostergarten der Stadt. Wunderschön! Nach einem kleinen spontanen Fotoshooting, welches Christian von Jonny und seiner Freundin machte, verabschiedeten wir uns von beiden und stromerten allein weiter durch die Altstadt Tübingens. Fachwerk über Fachwerk, viele vegane Restaurants, super kleine niedliche Lädchen und Kaffeestuben. Alles wirkte so besinnlich und friedlich. Warum Tübingen als Stadt mit der höchsten Lebensqualität Deutschlands gilt, wurde uns hier klar. Nachdem wir erschöpft wieder zurück zum LKW radelten, informierte ich mich spaßendhalber mal über die Mietpreise in Tübingen und ich verstand, warum Tübingen nicht nur eine hohe Lebensqualität mit sich bringt, sondern auch die Stadt Deutschlands mit den höchsten Mietpreisen ist. Teuer teuer- sag ich mal. Nach einer weiteren Nacht zogen wir mit all unserer Begeisterung für Tübingen weiter – wer weiß, vielleicht sieht uns Tübingen zu gegebener Zeit wieder! 😉
Panorama Tübingen, bitte anklicken: Panorama Tübingen


















Unser nächster Stopp war eine Wohngemeinschaft in Schwäbisch Hall. Durch eine Reisebekanntschaft aus Spanien erfuhren wir von einem kreativen Wohnprojekt: einer Art Kommune in der Nähe von Schwäbisch Hall, in der 15 Menschen (9 Erwachsene und 6 Kinder) gemeinsam auf einem Grundstück lebten. Wir hatten deren Kontaktdaten und meldeten uns spontan bei ihnen, mit der Bitte ein paar Tage auf ihrem Grundstück stehen zu dürfen und ein paar Einblicke in ihr Zusammenleben zu erhaschen. Zusätzlich wurde unser Aufenthaltswunsch durch den Umstand befeuert, dass Teile der Gruppe Mitglieder eines Wanderzirkus waren und es dort vor allem für Mila die Möglichkeit gäbe etwas akrobatisch aktiv zu werden. Nach einigen Nachrichten hin und her durften wir vorfahren. Wir blieben rund 5 Tage und lernten nacheinander fast alle Bewohner (oberflächlich) kennen. Malou hatte dadurch mal wieder Kontakt zu Kindern in ihrer Altersgruppe und wir haben uns über das Wohnen, Reisen und Fahrzeugtechnik unterhalten. Solche Wohnkonzepte mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen/Räumen und eigenem Wohnraum sind durchaus attraktiv. Man muss aber dazu schreiben, dass es die Rechtssituation in Deutschland solchen alternativen Wohnprojekten wirklich schwer macht(baurechtliche Zulässigkeit usw.). Gerade die dort entstandenen verschiedenen Behausungen (Wohnwagen/Wohnanhänger, Eigenbauten, Jurte, großes Haus/Restaurationsobjekt) als legale Dauerwohnnutzung genehmigt zu bekommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Also entweder man hat das Budget, Zeit und die Ressourcen das rechtssicher umzusetzen (welche dann eventuell für die Umsetzung der Behausungen fehlen), oder man macht das halt einfach und schaut, was passiert. 😉
Wobei es die Frage ist, wie man mental mit so einer Rechtsunsicherheit umgeht, denn die Frage ist, wie lange so ein Wohnprojekt bestehen bleiben kann, bevor es dann doch aufgrund der baurechtlichen Belange gestoppt wird. Für uns war das jedenfalls ein wirklich spannendes Thema, sowas mal in der praktischen Umsetzung zu erleben.
Natürlich war es für uns auch interessant zu erfahren, wie so ein gemeinsames Wohnen mit verschiedenen Generationen funktioniert und was es für Vor- und Nachteile mit sich bringt. Es würde jetzt den Beitrag sprengen dies tiefgehend zu erörtern (wer möchte, kann sich mit uns dazu ja direkt austauschen), aber für uns hat sich das soziale Miteinander dort sehr stimmig angefühlt. Es braucht aber definitiv viel Austausch, Kommunikation und Toleranz. Letztendlich steht und fällt alles mit den gemeinsam vereinbarten Vorstellungen und Werten UND einem stetigen Austausch und Meinungsabgleich. Für uns war es definitiv eine sehr bereichernde Erfahrung, mit unserem alternativen Wohnprojekt für ein paar Tage hier zusammen zuwohnen – vielen Dank für eure Gastfreundschaft!













