Cabo de Gata und ein Wiedersehen mit „alten“ Bekannten (06.04.-22.04.2026)

Nach den letzten Tagen auf dem Reiterhof im Inland von Spanien zog es uns mal wieder an den Strand. Genauer gesagt in ein großes Naturschutzgebiet namens Cabo de Gata.

Panorama vom Inland – bitte draufklicken:

Panorama Inland

Die Gegend rund um das Kap ist vulkanischen Ursprungs. Wunderschöne Sandstrände liegen eingebettet in steile Küstenabschnitte. Trockene Täler bilden zwischen den Bergen der Sierra de Gata, die eine Höhe von knapp 500 Metern erreichen, einen starken Kontrast. Das alles hörte sich fantastisch an.

Wir verließen das Inland mit der malerischen Landschaft Richtung Küste…

Der Weg ins Naturschutzgebiet führte uns jedoch erst einmal durch zahlreiche Gewächshaussiedlungen. Diese sind typisch für Südspanien und werden oft als „Plastikmeer von Almeria“ bezeichnet. Das über 35.000 Hektar große zusammenhängende Anbaugebiet ist sogar aus dem Weltraum sichtbar und produziert jährlich rund 3,5 Millionen Tonnen Obst und Gemüse. Nicht unbedingt schön anzusehen, aber klar, irgendwo müssen die Tomaten im Winter in Deutschland ja herkommen. … Wir fuhren und fuhren, bis uns das Navigationsgerät mal wieder einen Streich spielte und uns direkt immer tiefer ins Plastikmeer führte. Irgendwann gab es keinen anderen Weg mehr zum ausgemachten Ziel, also hofften wir auf ausbleibenden Gegenverkehr und fuhren weiter bis ans Ende der Gewächshäuder… Danach, durchatmen, alles ging gut. Aber für den Rückweg brauchten wir eine Alternative. 😉

Wir erreichten unseren Stellplatz am späten Nachmittag und konnten direkt an einem Strandabschnitt parken. Den LKW gerade abgestellt erhielten wir Besuch von einem alten Freund – dem Wind. Es wurde wieder einmal laut, wackelig und unsere Laune sank etwas. Christian ließ sich davon nicht entmutigen und beschloss, ausgerüstet mit Stirnlampe und Wanderschuhen, noch eine Bergbesteigung anzugehen. Ich dagegen ging mit den Kindern an den Strand Muscheln sammeln. So verbrachten wir die letzten Stunden des Tages und auch Christian kam mit Einbruch der Dunkelheit wieder unbeschadet am LKW an.

Wir planten eine Wanderung durchs Naturschutzgebiet für den nächsten Tag. Wir wollten mit dem LKW ein paar Kilometer ins Gebiet reinfahren und anschließend die Wanderwege quer durch den Naturpark zu einer Wanderdüne laufen. Leider mussten wir schnell feststellen, dass wir mit unserem LKW kaum weiter als 2-3km ins Gebiet fahren konnten. Das hieß also die angestrebte Wanderroute würde sich um Längen vergrößern. Dazu hatte Malou nicht gut geschlafen und ihre Laune war schon den ganzen Tag mies. Also…umplanen. Wir entschlossen uns nicht zu laufen, sondern die Räder zu nehmen. Wir fuhren ein paar Meter Schotterpiste bis wir zu einem Berg mit riesen Anstieg und zu befahrenden Serpentinkurven kamen. Meine Motivation sank direkt und ich tat meinen Unmut kund. Nach langem Hin und Her und zum Leidwesen von Christian suchten wir einen anderen Strandabschnitt auf und verbrachten dort den Tag. Es wurde noch recht sonnig und die Kids konnten im Meerwasser matschen, Muscheln sammeln und über Felsen klettern.

Wir entschlossen uns eine weitere Nacht auf dem vorher angefahrenen Stellplatz zu bleiben und einen weiteren ruhigen Strandtag einzuplanen. Wir mussten uns mal wieder etwas orientieren, brauchten Zeit zum Planen der weiteren Route und wollten nicht schon wieder aufbrechen.

Über den Tag gesellten sich immer mal wieder andere Reisende oder auch mehrere Spanier zu uns, von denen nicht wenige direkt mal eine „Wohnungsführung“ durch den LKW wollten, um dann mit fröhlich leuchtenden Augen und viel „Precioso, gracias.“ (Wunderschön, danke!) wieder auszusteigen. Leider stellten wir auch hier wieder fest, dass viele Spanier scheinbar kein bis kaum Englisch sprechen. Viele wollten Gespräche führen, hatten spezifische Fragen aber unsere Kommunikation war oft nur stark eingeschränkt möglich. Dennoch waren alle stets super freundlich, interessiert und aufgeschlossen.

Nach unserem kurzen Aufenthalt in Cabo de Gata beschlossen wir, dass dies der südlichste Punkt unserer (Spanien-)Reise werden sollte. Wir fuhren nach einem zweitägigen Zwischenstopp in Carolina, bei dem wir uns über ein Wiedersehen mit Isabell, Daniel, Ben und Til freuten, weiter nach Arroz. Arroz war der Platz, an dem Mila die zwei französischen Mädchen Nelly und Lou kennenlernte.

da stehen wir wieder am Strand von Arroz 🙂

Die Mädels standen über die letzten Tage stets telefonisch miteinander in Kontakt. Lou hatte am 11.04. Geburtstag und als sie hörte, dass wir noch in der Nähe sind, hat sie Mila umgehend eingeladen. Lous Familie blieb über Ostern in Arroz und so trafen wir sie dort wieder. Nach einem herzlichen Willkommen und einer Runde „Fangen Spielen Extrem“, wurden wir zu leckerem Kuchen eingeladen und vor allem Mila genoss den Kontakt zu „ihren Mädchen“. Die hatten sich „nicht gesucht“, aber direkt gefunden!! 😉So verbrachten sie wieder eine tolle Zeit zusammen.

Von einer weiteren Begegnung muss ich aber noch berichten. Am Arroz lernten wir auch Andreas kennen. Einen alleinreisenden Deutschen Anfang 40, der mit der kreativen Aufmachung seines Wohnmobils für seine selbstgegründete Partei Werbung machte und so auf „Promotour“ durch Europa war. Wir unterhielten uns übers Reisen, Land und Leute und natürlich auch über sein selbstgeschriebenes Parteiprogramm, mit welchem man Zitat „alle Probleme der Welt lösen“ könnte. Wie so oft durften wir innerhalb weniger Minuten Teil haben an seiner Biografie sowie den Hochs und Tiefs seines Lebens. Wir verbrachten letztendlich den restlichen Tag miteinander, luden Andreas bei uns im LKW zum Abendessen ein und erhielten zum Dank einen Crashkurs im Handpan spielen als Familie (also zu viert an einem Instrument). << Vielen Dank nochmal dafür, Andreas!! <<

Nach drei Tagen Aufenthalt am Strand von Arroz mussten wir uns jedoch wieder von allen verabschieden, da wir weiter auf einen Reiterhof wollten – diesmal eine Empfehlung von Isabell und Daniel. Noch schnell holten wir uns von den Franzosen ein paar Tipps für zukünftige Stellplätze und schon ging es am 14.04. los Richtung Alicante.

Wir buchten den Hof von Maren für drei Übernachtungen. Hier standen wir mit rund 4-5 anderen Familien und vielen Tieren. Hühner, Gänse, Meerschweine, Kanarienvögel, Ziegen, Hunde, ein Wasserbüffel und natürlich Pferde. Mila konnte in den drei Tagen auch hier ihre Reitkünste erweitern und an einer Trainingsstunde, diesmal in einer spanischen Gruppe, teilnehmen. Malou erweiterte ihre Skills beim Roller fahren, ich beim Basketballspielen und Christian fand Gefallen daran dem Wasserbüffel das Leben durch Massagen mit einer Metallharke zu versüßen. Alles in allem verbrachten wir hier 3 entspannte Tage und lernten nebenbei eine weitere deutsche Reisefamilie kennen.

Am 17.4. führte uns unser Rückweg noch einmal nach Villajoyosa, um einen letzten Strandtag mit Maya, deren Mutter und Bruder zu verbringen. Wir genossen die Sonne, das Meer und ein paar nette Gespräche bevor wir weiter in Richtung Valencia starteten. Ein Geheimtipp der Franzosen versprach uns einen weitläufigen Strand kurz unterhalb von Valencia.

Und die Franzosen hatten Recht… der Strand war der Hammer. Weitläufig, feiner warmer Sand, eine kleine Community von Vanlifern am Strandrand. Für ein paar Tage (18.-22.04.) Strandurlaub perfekt! Wir genossen die Sonne, gingen baden und verbrachten so den Tag. Wie so oft lernten wir auch hier durch einen Zufall wieder super liebe Menschen kennen. Diesmal waren es Sandra und Ralf, die sich Hilfe suchend an Christian wandten, da in ihrem Van die 230 V Stromversorgung nicht mehr ging. Christian hat sich dem angenommen und nach kurzer Zeit eine durchgebrannte Sicherung als Ursache ausgemacht. Wir hatten noch eine ähnliche Sicherung dabei, die wir kurzerhand zur Verfügung stellten, sodass innerhalb kurzer Zeit alles wieder funktionierte. Sandra und Ralf waren begeistert und wir hatten gute Gesprächspartner gefunden, tranken gemeinsam Kaffee, bestaunten gegenseitig unsere Fahrzeuge und hatten viel über vergangene und zukünftige Reisen zu erzählen. Ein paar Tage später gesellte sich Andreas zu uns, der mit seinem Wohnmobil um die Ecke bog und sich an diesem tollen Ort mit seiner ebenfalls reisenden Cousine treffen wollte. Wir wurden direkt von ihm zum Abendessen eingeladen und da Andreas immer (zu) viel Energie hat, hatte nun auch Mila einen Gefährten zum Turnen und Kunststücke machen am Strand. 😊 Als dann auf einmal auch noch die Franzosen (Nelly und Lou) auf den Parkplatz parkten, war die Freude über diese ungeplante Zusammenkunft riesengroß und die Turngruppe perfekt – menschliche Pyramide – es ging los!!

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