Holen wir uns einen Hund? – Hundewelpen am Playa de Carolina – (23.03.-02.04.2026)

Nach der Franzosen-Techno-Party haben wir uns entschieden, ein paar Buchten weiter zu einem neuen Strandabschnitt „Playa de Carolina“ zu fahren. Obwohl dieser mit dem Auto nur 15 km entfernt war, musste sich Mila leider nach einer Woche Spiel und Spaß von Lou und Nelly verabschieden. Dafür haben wir unsere neuen Bekanntschaften (Ina, Martin mit ihrem Sohn Jona + Isabell und Daniel mit den Kindern Till, Ben) zum neuen Stellplatz mitgenommen. Die Anfahrt haben wir gleich noch mit einer Versorgungsrunde (Frischwasser, Abwasser, Wäsche waschen und Einkaufen bei Aldi) kombiniert, sodass wir am Ende doch wieder ewig unterwegs waren…

Playa Carolina hat sich dabei signifikant von Arroz unterschieden. Es gab für die Stellplätze nur zwei Ebenen und der Platz war auch sehr beschränkt, sodass die Fahrzeuge relativ eng-an-eng standen. Wir haben trotzdem noch mit allen drei Fahrzeugen einen guten Platz hintereinander bekommen und die Unebenheiten wurden schnell mit ein paar großen Steinen unter den Rädern ausgeglichen.

Stellplatz

Am Playa Carolina gab es die Möglichkeiten binnen weniger Minuten fußläufig vier verschiedene Strände zu erreichen, wobei deren Buchten alle in andere Windrichtungen zeigten, sodass wir je nach Wetterlage entscheiden konnten, ob wir den Wind und die Wellen suchen oder lieber meiden wollten. Außerdem verteilten sich so die ganzen Menschen und wir fanden stets ruhige, menschenleere Stellen zum Chillen.

Bereits am zweiten Tag besuchten wir den sogenannten Palmenstrand. Dies war eher etwas traurig, denn obwohl der Strand wunderschön und verlassen war – von den früher mal dagewesenen Palmen waren nur noch rund 10 Stück zu finden.

Auf dem 10-minütigen Weg dorthin kamen wir an einer alten Ruine vorbei. Diese war mit reichlich Graffiti besprayed, Sofas standen vor der Tür, ebenso zwei größere Trucks. Im Vorbeigehen wurde uns überschwänglich gewunken und wir wurden mit einem „Wir haben ganz kleine Hundewelpen. Schaut mal.“ begrüßt. Marie und Christian, zwei Deutsche, die diese schöne Ruine seit drei Jahren besetzten, stellten sich uns vor. Sie erklärten, dass sie drei kleine Hundewelpen (erst rund 4 Wochen alt) ausgesetzt in einem Karton an der Straße gefunden haben und nun neue Besitzer für diese suchen. So gleich schauten wir uns die drei kleinen – zuckersüßen – Welpen an und zumindest Mila und ich verliebten uns etwas. In den darauffolgenden Tagen lernten wir Christian und Marie noch etwas besser kennen und verbrachten Zeit mit ihnen und den Welpen am Strand oder beim gemeinsamen Lagerfeuer. Um Mila war es nun vollends geschehen. Ben und sie fuhren jeden Tag mehrfach mit seiner kleinen Elektro-Cross zu den Welpen. Nach ihrer Rückkehr führten wir dann tägliche Diskussionen, ob wir nicht einen der Welpen adoptieren könnten.

Dieses Welpenvideo ist ohne Ton

Dank des guten Wetters unternahmen wir einige Strandausflüge mit den anderen und saßen oft bei einem alkoholischen Getränk abends noch quatschend zusammen. Die Kinder sausten durch Büsche, pflückten Blumen, spielten Phantasiespiele usw. Groß und Klein waren also zufrieden!

Höhepunkt für die Kids und uns junggebliebene Erwachsene war der Partyabend mit Fake-Lagerfeuer. Den Kids wurde irgendwann harter, spanischer Techno in die Playlist gespült und so tanzten wir wild drauf los. Wir Erwachsene versuchten natürlich mitzuhalten, was in einer guten Dance-Session für alle endete.  

Technoparty dafür mit Ton 🙂

An einem Abend waren wir dann aber doch noch am Palmenstrand und haben dort ein gemeinsames, richtiges Lagerfeuer gemacht. Unser erstes Lagerfeuer auf unserer Reise überhaupt. Es gab dann sogar Pizza vom Lieferdienst. *Herzlichen Dank an den „spanischen“ Christian an dieser Stelle.*

Nach 6 Tagen verabschiedeten wir Ina, Martin und Jona, die weiter Richtung süden fuhren. Wir blieben mit Isabell und Daniel noch ein paar Tage am Stellplatz. Sie hatten sich tatsächlich dazu entschieden, einen der Welpen zu adoptieren und haben deshalb ihre Reisepläne geändert. Es war somit klar, dass Isabell und Daniel samt Kinder noch länger in der Gegend um Carolina verweilen, um dem Welpen noch etwas Zeit mit seinen Geschwistern zu ermöglichen.

Kurz vor Ostern wurde es dann aber immer voller, da nun auch vermehrt spanische PKWs und Wohnmobile auf dem Platz parkten. Wir hatten immer wieder von anderen Reisenden gehört, dass es über Ostern an den Stränden sehr voll werden soll. Auch Spanier können lautstark und lange feiern und darauf hatten wir irgendwie keine Lust. Daher haben wir uns nach längerem Überlegen für die Tage um Ostern einen Platz auf einem Pferdehof gebucht.

Wir verabschiedeten uns also herzlich von Isabell, Daniel und den Jungs – und wussten insgeheim schon, dass wir uns wohl schon bald wiedersehen werden.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Fotos.

Begegnungen am Playa del Arroz (16.03.-23.03.2026)

Über eine WhatsApp Reisegruppe erfuhr ich von einem Strand namens Arroz, an welchem man freistehen kann und an dem derzeit viele (deutschsprachige) Familien stehen sollen. Das klang perfekt. Ein kostenloser Platz mit bestenfalls vielen neuen Kontakten und Spielgelegenheiten für die Mädels.

Wir machten uns also auf den Weg zum rund 240 km entfernten neuen Ziel. Die übliche Versorgung (Frischwassertank befüllen, Abwassertank und Toilette entleeren, sowie Vorräte auffüllen) erledigten wir unterwegs. Wir erreichten gegen 18:30 den Stellplatz und hatten Glück, denn wir ergatterten einen erste Reihe Platz am Meer. Nach dem kurzen Erkunden der Gegend stellten wir fest, dass dieser Ort aufgrund seiner Umgebung nicht unbedingt besucht werden muss…aber….

Der Ort überzeugte uns schnell durch die offenen und herzlichen Menschen.

Kaum angekommen, kam ein junger Mensch, leicht untersetzt, mit langen Haaren und Hippiehose im geschätzten Alter von 11 Jahren auf uns zu und eröffnete ein Gespräch über die Vorteile unseres Fahrzeuges, wobei er seine Begeisterung kaum zurückhalten konnte. Er stellte sich unter dem Namen „Piu“ vor, gab uns schnell eine kleine Platzeinweisung, samt aller stattfindenden Veranstaltungen, und kehrte dann schnell zurück, um mit Christian über diverse technische Details zu fachsimpeln. Dabei scheute er sich auch nicht vor indirekter Kritik, als er nachfragte, warum wir den LKW nicht einfach verlängert haben um mehr Platz zu bekommen. Er hätte das ja so gemacht. Am Ende verabschiedete er sich mit den Worten „wir werden uns morgen sicher wiedersehen“. Was für ne Type… 😀 In den kommenden Tagen lernten wir auch Pius Mutter kennen und führten noch weitere Gespräche. Ich musste dabei regelmäßig herzhaft lachen, da sich zeigte, dass Piu ein alter Mann/Rentner gefangen im Körper eines 11-Jährigen war. Wie jeder gute Platzwart machter er täglich seine Runde mit einer Tasse Kakao in der Hand (Zitat: „Uuhh. Der Kakao ist heute aber ein bisschen süß geworden. Da muss ich nochmal ran….“) und schaute, dass alles seine Ordnung hatte. Er fachsimpelte über das Leben, die alltäglichen Verpflichtungen und den Sinn oder Unsinn von Schule. Als er eines Morgens neben mir am LKW stand und ich ihn fragte, was er heute noch vor hatte, bekam ich ein: „Naja…. eigentlich wollten wir heute auf diesen Hügel da laufen… aaaaaber … (er streckte sich und sein Bauch blitzte unten am Shirt raus) ich glaub, dass wird heut nix mehr!“ Ich musste innerlich sehr lachen… Diese Situationskomik. Ich konnte nicht mehr!

Mila schlug noch am Abend unserer Ankunft zwei, drei Räder am Strand und schon gesellten sich zwei französische Mädchen in ihrem Alter zu ihr. Die Zwei „Lou und Nelly“, sprachen allerdings nur Französisch und Spanisch, was der gegenseitigen Verständigung mit Mila aber keinen Abbruch tat. Mit Händen und Füßen und mit Hilfe des google Übersetzers vereinbarten sie ein Treffen für den nächsten Tag. Und ab da war Mila nicht mehr gesehen. Täglich gegen 11:30 Uhr wurde sie, ausgestattet mit Handy und Schlüssel, von den beiden abgeholt und kam erst am Abend wieder zurück. An guten Tagen sahen wir sie kurz zum Mittagessen. Mila hatte eine tolle Zeit. Sie konnte SUP und Schlauchboot fahren, gut gewärmt durch ihren Neoprenanzug. Gemeinsam turnten sie, spielten Fangen oder Gesellschaftsspiele und erweiterten ihre Sprachkenntnisse. Und wenn das alles erledigt war, knuddelten sie die zahlreichen Hunde am Platz. 

Am nächsten Morgen fiel mir auf wie ruhig und harmonisch alles zuging. Es standen rund 70 Camper an diesem Strandabschnitt verteilt und bildeten eine bunt gemischte Vanlife community. Von jung bis alt, von alleinreisend bis zu Familien – alle waren vor Ort vertreten. Dabei bildeten Deutsche, Franzosen und Belgier den Hauptanteil der Camper. Alle Menschen waren sehr offen und kontaktfreudig, grüßten sich gegenseitig und wenn man wollte, entwickelte sich sehr schnell ein Gespräch. Zu all den vielen Menschen kamen 15-20 Hunde, von denen fast alle frei am Platz umherliefen.

Jedes Lebewesen genoss große Freiheit und verhielt sich gleichzeitig total rücksichtsvoll.

Doch dann… kamen „die Franzosen“. Auf dem zentralen Platz stand ein großer LKW eines französischen Paares mit drei Hunden, welche dort dauerhaft lebten. Am Freitag bekamen diese Besuch von Freunden und feierten dies mit lauter Musik. Wir standen ja nur eine LKW-länge entfernt und was mit tänzelnder Begeisterung begann, verwandelte sich gegen Mitternacht in Missmut über den laut dröhnenden Bass. Aber was solls… gönnt man den anderen ja mal. In vorauseilendem Pessimismus, dass es ab jetzt jede Nacht zu derartiger Lärmbelästigung kommen wird, entschieden wir unseren LKW umzuparken. Wir nutzen die Gelegenheit, fuhren ins Nachbardorf um einzukaufen und stellten uns dann auf einen Platz weiter hinten am Strand.

Dort lernten wir Ingmar kennen (ein rund 60-jähriger Langzeitreisender) sowie unsere neuen Stellplatznachbarn Ina, Martin und deren 4-jährigen Sohn Jona. Endlich hatte Malou auch jemanden zum Spielen in ihrem Alter und auch wir Erwachsene stellten schnell ein paar Gemeinsamkeiten fest und verquatschten uns den ganzen Tag. Nach einer Platzrunde stellten wir fest, dass die angereisten Franzosen am Abend eine größere Party planten. Sie zogen dazu zwar extra hinter eine kleine Anhöhe abseits des Strandes, doch ihre Musik war bereits am Nachmittag hörbar. Wir schauten uns das also einfach mal an. Angekommen wurden wir herzlich begrüßt, man bot uns Getränke an und lud uns ein zur Party wiederzukommen. Die Ausstattung wirkte fast professionell, mit Turntables, großen PA-Boxen und Generator…  was auf eine lange und laute Partynacht schließen ließ. Wir bedankten uns nach kurzen Gesprächen und wollten am Abend für 1-2h zurückkommen. Wenn man der Party schon nicht entkommen kann, kann man sie ja wenigstens sinnvoll nutzen.

Wir sind also gegen 21 Uhr nochmal zur Partylocation gegangen. Wobei die Teilnehmerzahl mit 10-15 Franzosen relativ überschaubar war. Dafür hatten sie sogar ein paar Laser und Projektoren für stimmungsvolles Ambiente aufgestellt. Dazu gab es ziemlich laute, schlechte Technomusik und standesgemäß ein Lagerfeuer in der Tonne, an welchem der Großteil herumlungerte. Zu unserer Überraschung jonglierten bei unserer Ankunft zwei Menschen mit Feuer-Pois und einem Feuerstab, was aufgrund ihres berauschten Zustands einen amateurhaft bis gewagten Eindruckt auf uns machte. Dennoch wurden wir wieder sehr aufgeschlossen und freudig empfangen. Uns wurden sofort Getränke angeboten und die beiden „DJs“ und Eigentümer der Audiotechnik begrüßten uns überschwänglich. Fast so als wären sie froh, dass endlich jemand vom eigentlichen Arroz-Stellplatz zu ihnen stößt. Den Eindruck hatten wir am Nachmittag auch schon, doch von dem mitschwingenden schlechten Gewissen war jetzt aufgrund des berauschten Zustands der beiden DJs nicht mehr viel zu bemerken. Vielmehr waren es so ziemlich die einzigen beiden, die die Musik lautstark beklatschten und sich regelmäßig so nah wie möglich von der Audioanlage beschallen ließen. Wir haben uns das dann ungefähr eine Stunde lang mit angeschaut und angehört. Dazu muss man erwähnen – es waren auch zwei Deutsche anwesend, mit denen wir uns unterhielten (also nicht nur Franzosen). Danach kehrten wir wieder in unseren LKW zurück und begaben uns nach und nach zur Nachtruhe. Wobei es sowas wie Ruhe quasi nicht mehr gab. Obwohl die Anlage ziemlich weit entfernt aufgestellt wurde, war der Bass bei uns noch sehr deutlich hörbar. Selbst mit sehr guten Ohrstöpseln.

Die Musik wurde im Laufe der Nacht nicht besser…

Am nächsten Tag sah man den enormen Schlafmangel sowie den damit verbundenen Frust allen Campern im Gesicht an. Daher stand rumgammeln auf dem Plan. Die Kids waren ja alle mit Spielpartnern versorgt und wir konnten so den Tag in Ruhe über die Bühne bringen. 😉 Um einer weiteren Partynacht zu entkommen, entschlossen wir uns am Nachmittag die Partyfranzosen mal nach ihren Plänen für den Abend zu fragen. Nach einem „Heute ist Ruhetag.“, waren wir beruhigt und dem Nachholen des fehlenden Schlafes stand scheinbar nichts im Wege.

An diesem Tag lernten wir auch noch Isabell und Daniel mit ihren zwei Jungs Til und Ben kennen. Die Familie reiste bereits seit 3 Jahren und sollte uns noch weiter begleiten. Doch dazu im nächsten Blogbeitrag mehr… 

Sella Teil 2 – (21.2. – 15.3)

Nach rund drei Wochen Aufenthalt in Sella eröffnete sich uns die Möglichkeit ein Leihauto zu mieten. Wir nahmen die Chance wahr und besorgten uns einen kleinen Toyata Jaris für die Zeitdauer von 13 Tage zu einem günstigen Preis von 160€, ohne Selbstbeteiligung. Ein richtiges Schnäppchen also 😉.

Wir hatten nun also unsere Wohnbasis auf dem Grundstück von Oli und seiner Familie in Sella und konnten durch diesen kleinen Flitzer unabhängig über die schmalen Wege und Straßen der Region düsen.

In diesen 13 Tagen unternahmen wir einige Tagesflüge. Hier eine kleine Aufzählung mit anschließenden fotografischen Eindrücken.

  • Wir fuhren nach Elche um Christians geschrottetes Handy reparieren zu lassen, Miniburger zu essen, ein bisschen zu shoppen sowie einen wunderschönen Palmenhain inklusive Spielplatz zu besuchen.
  • Wir besuchten die Wasserfälle Fonts d’Algar.
  • Wir wanderten zum Leuchtturm von Albir und genossen den wunderbaren Ausblick auf das Meer und die Costa Blanca.
  • Wir verbrachten zwei Tage an einem tollen Strand (Platja Torres) in Villajoyosa.
  • Wir verlebten einen Tag im Dino Park Algar.
  • Wir tauchten ein ins Stadtleben von Alicante, besuchten das Museum für zeitgenössische Kunst und bestaunten die Altstadt.
  • Wir bildeten uns in Murcia weiter im Science & Water Museum, schlenderten durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale und schlugen uns die Bäuche voll mit einem 4-Gänge-Menü in einem super leckeren veganen Restaurant.  

Nach rund 6 Wochen Aufenthalt bei Oli und seiner Familie war es für uns Zeit weiterzuziehen. Wir fühlten uns in dieser Zeit bei Ihnen stets willkommen, wurden bei allem unterstützt und erhielten die Chance uns auszuruhen und Kräfte zu sammeln.

Durch viele Unternehmungen entdeckten wir auch die Region um Sella noch einmal neu.

Außerdem war es eine besondere Erfahrung, so viel privaten Kontakt zu einer Familie zu haben, wie man ihn im normalen Alltag sonst nicht hat – es sei denn, man lebt in einer Kommune oder einer ähnlichen Gemeinschaftsform.

Vielen Dank für diese schöne Zeit!!

Für euren weiteren Weg wünschen wir euch nur das Beste – möge eure Zukunft voller Freude, Gesundheit und wunderbarer gemeinsamer Erlebnisse sein…

Elche

Wasserfälle Fonts d’Algar

Leuchtturm von Albir

Dino Park Algar

Alicante

Murcia