Fahrrad fahren in Valencia (25.-28.01.2026)

Valencia ist nach Madrid und Barcelona die drittgrößte Stadt Spaniens- und wir wollten sie genauer erkunden. Da sich Großstädte und unser Fahrzeug nur schwer bis gar nicht vereinbaren lassen, suchten wir uns einen Stellplatz in Albalat dels Sorells, der in rund 11 km Entfernung zur Stadt lag. Dort sollte es einen ausgebauten Radweg zwischen Stellplatz und Stadt geben, perfekt also, um mit den Rädern zu pendeln und auch innerhalb der Stadt flexibel zu sein. Wir buchten gleich 3 Nächte, um ausreichend Zeit für unsere Stadterkundung zu haben.

Kaum angekommen, fand Christian zufällig heraus, dass ein paar Dörfer weiter verschiedene Akrobatikkurse angeboten wurden. Mila wurde gleich hellhörig und bekundete großes Interesse als sie erfuhr, dass es dort tatsächlich auch einen Vertikaltuchkurs gab. Schließlich ist sie schon seit 4 Jahren mit großer Freude beim Circus Momolo am Tuch. Ein paar Mails und Whats App-Nachrichten später war klar: Mila könnte an zwei Abenden zu zwei verschiedenen Tuchkursen kommen. (1. Kurs für 7-11 Jährige, 2. Kurs für 12-16 Jährige) Und Mila wollte natürlich zu beiden! Termine geklärt und abgespeichert – wir beschlossen eine kleine Radtour zu machen.

Der Radweg war leicht zu finden und gut ausgebaut. Er führte durch kleine Dörfer, vorbei an Artischockenfeldern und Gärten. Schneller als wir eigentlich dachten, kamen wir in Valencia an. Zahlreiche Radwege durchzogen die Stadt, die sich selbst entlang von sechsspurigen Kreisverkehren schlängelten. Der Verkehr war teils unübersichtlich. Der Radweg hörte immer mal wieder plötzlich auf und wurde auf der gegenüberliegenden Straßenseite fortgesetzt. Kreuzungen mit gefühlt 1000 Ampeln für jede Art von Verkehrsteilnehmer, von denen sich manche an allgemeine Verkehrsregeln hielten, andere dies eher als Empfehlung ansahen (vor allem verbreitet unter den E-Scooter-Fahrern). Jede Menge Trubel und wir mittendrin…

Wir entschlossen uns das Naturkundemuseum zu besichtigen, in dem auch eine Saurierausstellung zu sehen war, was besonders Malous Interesse weckte. Doch auch Mila kam, dank dem Einsatz einer 3D-Brille, auf ihre Kosten. Diese ließ uns glauben, Dinos, 15 m große Faultiere, Urzeitpferde und Säbelzahntiger zu sehen. Interessanterweise endete der 3D-Modus der Brille mit einem Säbelzahntigerangriff, was zu einigen lustigen Schreien und erschrockenen Touristen führte. Nach unserer Museumstour fuhren wir die 11 km wieder zurück zum Stellplatz und beendeten den Tag mit einer frischen Pizza.

Tag zwei führte uns mit dem Fahrrad zum Gulliver Park im Stadtgarten des Turia im Zentrum von Valencia. Hier gab es eine gigantische Gulliver Figur, die fast 70 m lang und 9m hoch ist. Zu unserer Überraschung bestand die Oberfläche übrigens quasi vollständig aus glasfaserverstärkten Kunststoff. Rampen, Treppen und Seile ermöglichten ein Hinaufklettern und eine Vielzahl an Rutschen das wieder Hinunterkommen. Ein Spaß für Groß und Klein – zumindest solange, bis rund 5 Schulklassen kleiner Spanier das Ding stürmten. 😉

Im Anschluss ging es zur Markthalle (Mercado Central), leider waren wir schon etwas spät dran, da diese bereits 15 Uhr schloss und so konnten wir von den rund 250 verschiedenen Ständen nur noch ein paar begutachten. Für einen ersten Eindruck reichte es jedoch, wobei uns die Vielzahl an Wurst- und Fleischwaren weniger überzeugen konnten. 😉 Außerdem waren dort nach unserer Auffassung „einfach“ nur sehr viele kleine Läden, Stände und Imbissbuden, die hier dauerhaft in der Markthalle stehen. So richtig exklusive, lokale Spezialitäten konnten wir dort zumindest nicht ausmachen.

Nach zwei stärkenden Foccacias (gefüllte Fladenbrote) zum stolzen Preis von 20€ (dafür aber wirklich super lecker), radelten wir, mit zeitweise reichlich Gegenwind, zurück.

Bei diesem Video unbedingt den Ton aktivieren 🙂

Nach kurzer Verschnaufpause schwangen sich Mila und Christian erneut aufs Rad, um den gebuchten Tuchkurs zu besuchen. Christian durfte von weiterweg zusehen und Mila schwang sich eine Stunde mittels Verständigung mit Hand und Fuß am Tuch, vollführte Abfaller, bei denen der spanischen Trainerin kurz die Luft wegblieb und war am Ende des Tages zufrieden und glücklich.

Am dritten Tag beschlossen wir die Räder stehen zu lassen und stattdessen die Metró zu nehmen. Der Bahnhof lag nur rund 2 km entfernt und nach kurzem Fußmarsch dorthin und einigem Rätselraten vor dem Ticketautomaten stellte sich heraus, wie super günstig die dortigen Fahrkartenpreise sind (10er Karte für 6 €). Deutsche Bahn bitte an dieser Stelle mal ein Beispiel nehmen!! Ich ergänzte mein Lob mal durch den zusätzlichen Hinweis auf die minutiöse Pünktlichkeit der spanischen Metró.

Nach rund 20-minütiger Fahrt „über und untertage“ beendeten wir unsere Fahrt und landeten wieder direkt im Park des Turia. Also nochmal schnell über Gullivers Rutschen gerutscht (ohne die Schulklassen war es dieses Mal auch wesentlich entspannter), um dann ein paar hundert Meter weiter zum Wissenschaftsmuseum zu gelangen.

Hier verbrachten wir einige Stunden in verschiedenen Ausstellungen. Thematisch war hier von Leonardo Da Vinci, über Weltall und Astronauten, bis zur Metamorphose in der Natur alles dabei. Aber so richtig begeistert hat uns das Alles jetzt nicht. Vielleicht waren unsere Erwartungen aufgrund der vielen positiven google-Rezensionen und des architektonisch eindrucksvollen Erscheinungsbildes dieses Museums besonders hoch. Aber schon aufgrund der Größe war alles ziemlich weitläufig und man hatte den Eindruck, dass hier mindestens doppelt so viele Ausstellungen sein müssten, um den Platz bzw. Zwischenraum zu füllen. Jedenfalls – wenn man in der Stadt ist kann man das Museum schon mal besuchen, aber man verpasst jetzt auch nicht wirklich etwas, wenn man nur daran vorbeiläuft.

Da Mila unbedingt zum Tuchkurs gehen wollte, waren wir zeitlich etwas unflexibel. Auf unserer Rückfahrt hatten wir zwar Glück die Metró noch kurz vor Abfahrt zu bekommen. Doch leider verpassten wir unsere Haltestelle knapp und haben dadurch dringend benötigte Minuten wieder verloren. Mila und Christian mussten dann ziemlich schnell mit den Rädern die 15 Minuten zum Kurs fahren und kamen gerade so noch pünktlich an. Mit den größeren Mädchen im Kurs konnte sich Mila dann auch viel besser auf Englisch verständigen, sodass sie viel Spaß hatte, einige Tricks lernte und ein paar Sachen zeigen konnte.

Was unsere Radtouren anging, waren wir eigentlich schon ziemlich gut ausgestattet. Christian kaufte mir vor der Reise noch ein neues gebrauchtes Rad, dazu gab es noch einen Gepäckträger und -Taschen. Außerdem haben wir einen speziellen Kindersitz für Malou gekauft, der an Christians Rad passt und bei dem sie vorne sitzen kann. Eine kleine entscheidende Sache fehlte aber: eine Handyhalterung, um bequem per google navigieren zu können. Das holte Christian auf dem Rückweg vom Tuchkurs nach, als er zufällig an einem Radladen vorbeifuhr. Er hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, dass Teil ein paar Kilometer weiter auf einem Pump-Track zu testen. Hier wollte er eigentlich nur ein paar geschmeidige Runden mit Mila auf dem Track fahren, aber die Hülle ist irgendwann einfach abgefallen. Nachdem Christians Telefon in den letzten zwei LKW-Ausbau-Jahren schon richtig oft runtergefallen ist, war das wohl einmal zu viel: Display gebrochen. ☹

Spoiler: das Telefon hat noch zwei Tage gut mit dem Displayschaden funktioniert – dann blieb es plötzlich dunkel und für Christian war digitales Fasten („Digital Detox“) angesagt. Das soll ja gut gegen Stress und Reizüberflutung wirken, die mentale Gesundheit stärken und helfen, den Fokus auf das reale Leben zu richten. 😊

Apropos reales Leben – nachdem wir am Anfang der Reise ausgiebig Schnee und Regen genossen haben, kam nun zunehmend starker Wind auf. Dank der Blattfedern wackelten der LKW und damit die ganze Kabine bei jedem starken Impuls. Der Effekt ist natürlich am höchsten Punkt und damit ungünstiger Weise gerade im Alkoven, besonders stark. Während man hier bei leichtem Wind sanft in den Schlaf gewogen wird, stellte sich bei Windböen ein gegenteiliger Effekt ein. Durch die entsprechende Geräuschkulisse ist es dann schon ziemlich schwierig in den Schlaf zu finden und dann auch durchzuschlafen. So ein paar Nächte mit mittelstarken Windböen hatten wir nun schon hinter uns und relativ problemlos überstanden. Allerdings wurden plötzlich in der Wettervorhersage mehrere Tage mit Sturm bzw. Sturmböen prognostiziert, wodurch das Thema nun doch zum Problem wurde. So ein knapp vier Meter hohes Reisemobil bietet schon reichlich Angriffsfläche für alle möglichen herumfliegenden Teile… und so mussten wir unsere Reiseplanung mit diesem Wetterphänomen und unserer Erwartungshaltung von Sonnenschein und 15-20°C (die wir zeitweise ja auch hatten), irgendwie in Einklang bringen.

Wir hatten eigentlich vor nach unserer Städtetour zwei Tage am Strand zu verbringen und dann einen Besuch in Sella bei Oli und seiner Familie einzulegen. Olis Familie lernten wir auf unserer Reise 2019 kennen und blieben sporadisch über die Jahre in Kontakt. Eigentlich wollten wir die letzten Jahre immer mal wieder Urlaub bei ihnen machen, aber so richtig hat es sich nicht ergeben. Nun waren für die ganze dortige Region in den kommenden Tagen Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h angesagt. Aber bei Sturm in die Berge von Sella zu flüchten; der Gedanke fühlte sich erstmal ziemlich abwegig an. Ein paar Whatsapp-Nachrichten mit Oli später und wir hatten direkt eine Einladung für den nächsten Tag, außerdem versicherte er uns, dass es „dort oben“ schon sehr heftig windig werden kann, bei Ihnen am Haus durch den Schutz der Berge aber eher weniger Wind ankommt. Für unseren Panik-Modus klang das bis dahin nur so halb beruhigend. Aber als am Abend und in der Nacht von den angesagten 90 km/h wohl nicht viel bei Olis Haus ankam, haben wir uns dann doch dazu entschieden die Fahrt nach Sella anzutreten…

PS: Zudem hatte Tili, Olis Tochter, am nächsten Tag ihren 11. Geburtstag und wir wurden hierzu herzlich eingeladen.

Hier noch ein paar Eindrücke von unterwegs in Valencia:

Endlich in Spanien…  (17.-24.01.2026)

Am 17.01. war es nun dann endlich soweit- wir überquerten die Grenze nach Spanien.

Spanien, das Land der Palmen, Mittelmeer, Berge, Sonne, Cocktails und gute Laune – oder graue Wolken und jede Menge Regen. Tja, man kann nicht alles haben.

Bei mäßig gutem Wetter überquerten wir und scheinbar auch die Regenwolken aus Frankreich die Grenze nach Spanien. Nach einer ersten, sehr regnerischen, Nacht auf einem Platz nahe Girona, führte uns unsere Stellplatzsuche nach Montbrió del Camp. Wir suchten eine Spanierin auf, die erst seit kurzem auf ihrem privaten Grundstück direkt an ihrem Haus Stellplätze anbot. Das Grundstück wurde von ihren zwei großen und auf den ersten Blick einschüchternden Hunden bewacht. Bei unserer Ankunft stellte sich heraus, dass die freundlich aussehende Frau jedoch nur Spanisch spricht und vorerst nicht so richtig wusste, was wir von ihr wollten. Ihr Übersetzungsprogramm auf dem Handy half wenig, da es lustigerweise nur spanische Texte ausgab und so oft sie auch sagte, dass es „Englisch“ übersetzen soll, dies nicht tat. Irgendwann war klar, dass wir mit unserem LKW hier stehen wollen, was zum Glück auch kein Problem war. Dank einiger Rateversuche und Tiergeräuschen bekamen wir sogar noch eine Hand voll Eier und frische Zitronen vom Baum geschenkt. Ein riesiges Trampolin im Hof lud vor allem Mila zum Turnen ein. Und auch mit den erst skeptisch wirkenden Hütehunden freundeten wir uns, zum Erstaunen der Besitzer, schnell an. Gerade die ausgiebigen Streicheleinheiten von Mila und ihre plötzlich handzahm wirkenden Hunde sorgten bei der Besitzerin für irritierte Blicke, Kopfschütteln und Lachen. Nach einer zweiten Nacht dort führte uns unsere Reise jedoch wieder weiter zu altbekannten Stränden.

Am 20.01. fuhren wir (wieder mal im Regen) nach Sant Jaume d’Enveja, einem kostenlosen Stellplatz mit Wasser-/ und Abwasserentsorgung. Wir verbrachten den Regentag mit kleineren Besorgungen und einer Menge Spielen. Auf unserer ersten Reise waren wir hier in der Region an einem zauberhaften, weiten, naturbelassenen Sandstrand namens Els Eucaliptus im Elbro-Delta, welcher sich besonders bei Christian ins Gedächtnis eingebrannt hat. Dort wollten wir unbedingt wieder hin. Gesagt getan, die Route klar, doch unterwegs standen wir vor riesigen Straßensperren, die den letzten Zufahrtsweg zum Strand versperrten. Wir suchten eine andere Route, parkten und sahen Wasser, viel Wasser. Nur leider keinen Strand mehr. Die großen Regenmengen der letzten Tage haben viele Küstengebiete des Deltas überschwemmt. Trotz vieler Versuche und verschiedener Zugangswege war an einen Strandspaziergang nicht mehr zu denken. Die Enttäuschung war groß. Kein Sand zwischen den Zehen, kein Muschelsuchen, kein über die Wellen hüpfen.

Nach einem kleinen Spaziergang auf einem Holzsteg nahe dem Strand führte unser Weg weiter nach Peniscola. Auf dem Weg dorthin hielten wir spontan an einem kleinen Stück Küste um wenigstens kurz einmal Sand unter den Füßen zu haben, doch auch hier war der Wind bereits zu stark, der Strand zu verschmutzt, sodass auch hier kein Sonne-, Strand-, Urlaubsfeeling aufkam.

Wir übernachteten auf einem „Bauernhof“. Auch hier regnete es wieder ordentlich und wir bemerkten, dass unser riesiges, durchgehendes Staufach am Heck unserer Kabine innen komplett nass war. Scheinbar schaffte es der viele Regen der letzten Tage an den Türdichtungen vorbei in die Klappen zu laufen. Mist, wie sollen wir das jetzt mal eben wieder trocken bekommen? Zumal es ja weiter regnete, ein einfaches Lüften hilft da wohl nicht mehr. Unsere Laune war also dementsprechend mies. Und die Umgebung bzw. die Tierhaltung auf unserem Hof machte es nicht besser. Wir haben schon einige schlecht gehaltene Tiere in verschiedenen Ländern gesehen, doch warum ein Bauernhof, der Stellplätze vermietet einen Strauß (ein Laufvogel in einem kleinen Gehege ohne Auslauf) benötigt, erschloss sich uns nicht. Wir lassen mal die Bilder für sich sprechen.

Am nächsten Tag suchten wir also nach einem Platz, um vor allem unsere Garage und deren Inhalt zu trocknen und mal wieder Wäsche zu waschen. Hier bot sich El Cid, ein mittelgroßer Campingplatz, in nur 8 km Entfernung an.

Nach Ankunft breiteten wir unseren gesamten Garageninhalt in unserer Parzelle aus, trockneten den Teppich, wuschen Wäsche und nutzten die Trockenzeit für einen ersten Fahrradausflug an die Promenade. Und siehe da, Sommer-/Urlaubsfeeling!! 😊

Wir besorgten uns verschiedene leckere Empanadas (gefüllte Teigtasche) und Croquetas (spanische Krokette mit verschiedenen Füllungen), turnten am Sandstrand, sammelten Muscheln, hüpften über Wellen – zumindest so lange bis Malou ins Wasser fiel und wir natürlich keine Wechselsachen dabei hatten. 😉 Herrlich!

Da unser Campingplatz völlig überlaufen und ausgebucht war, mussten wir schon nach einer Nacht weiterreisen. Wir verbrachten daraufhin zwei Tagen in Castello am Strand und mit einem Stadtspaziergang.

Danach beschlossen wir, dass wir uns als nächstes Valencia einmal näher anschauen wollen…

Die letzten Tage in Deutschland und der schnelle Ritt durch Frankreich

Mit nun wieder vollem Tank und funktionierender Standheizung blieben wir zwei Tage auf dem Campingplatz in Schellbronn. Wir nutzten die Zeit zum Duschen, Wäsche waschen und gönnten uns eine leckere Pizza beim Italiener um’s Eck. Ebenso saßen wir die angekündigten Orkanböen aus und sahen zu, wie der Schnee im Stundentakt schmolz und anschließend wieder 10 cm Neuschnee fielen.

Christian war immer noch nicht auf dem Wege der Besserung aber als wir erfuhren, dass am nächsten Tag der „Schellbronner Nachtumzug“ stattfand, welcher in einem riesigen Partyzelt nah neben unserem Campingplatz enden sollte und wir den Soundcheck der Generalprobe mitbekamen, war Bleiben keine Option.

Also… Paracetamol reingeschmissen und so fuhren wir am nächsten Tag also nach Bahlingen. Wir standen am Ende eines Gewerbegebietes in einer ruhigen Nebenstraße und blieben dort für 3 Tage.

Christians Gesundheitszustand verbesserte sich nicht wirklich. Dies und die Tatsache, dass wir hier irgendwie „festsitzen“ und nicht weiterkommen, frustrierte mich zu Beginn. Aber was soll man machen. Manche Dinge kann man nicht beeinflussen, also sitzen wir die Sache eben aus! Logistisch hätten wir einen schlechteren Ort treffen können, immerhin gab es dort einen Edeka sowie einen Spielplatz für die Kids in Laufnähe. Und als sich auch noch ein paar Sonnenstrahlen zeigten und der Schnee weggeschmolzen war, wurde alles doch ein wenig erträglicher. 😉

Am 13.01.2026 geschah dann das Wunder – Christian hatte kein Fieber mehr. Er war augenscheinlich über den Berg und so beschlossen wir weiterzufahren. Also – endlich ab nach Frankreich!! 😊

Wir fuhren die 240 km bis nach Jouhe, um dort neben einem Sportplatz zu übernachten. Hier war es recht ruhig und die Kinder konnten am nächsten Morgen den nebengelegenen Spielplatz erkunden, bevor es weitere 350 km durch Frankreich bis nach Grane ging. Dies war unsere bisher längste Tagestour und alle waren recht erschöpft. Wir sind mit dem LKW nur mit circa 75 km/h unterwegs und für so eine Strecke brauchen wir eine gefühlte Ewigkeit. Doch das Ziel lohnte sich.

Wir landeten auf einem Bio-Schweinehof mit eigenem Verarbeitungsbetrieb und vielfältigem Hofladen. Ein Trampolin, ein kleiner Spielplatz und jede Menge Platz wurden ebenfalls geboten. Wir blieben zwei Tage, um nach der langen Tour einen Tag zum Verschnaufen, Spielen und Duschen zu haben. Wir besuchten Schweine und Esel, ließen einige Euros im Hofladen (um die tierischen Produkte machten wir einen Bogen 😉) und genossen die Sonnenstrahlen.

Doch auch hier sollte sich das Wetter allmählich verschlechtern. Regen wurde angesagt und so machten wir uns auf den Weg. Wir füllten die Vorräte in einem großen Intermarché (vergleichbar mit Kaufland oder Globus) und fuhren die rund 250 km nach Béziers. Wir hielten auf einem großen Schotterparklatz direkt neben einem Wandergebiet und bereiteten unser Nachtlager vor. Gerne hätte wir ein paar Wanderwege erkundet, doch der Regen und das gebietsweise angekündigte Hochwasser motivierten uns doch die verbliebenen Kilometer in Frankreich hinter uns zu lassen und weiter in Richtung Spanien zu fahren…