Nach unserem Aufenthalt in Meknes fuhren wir weiter die N13 Richtung Süden. Unterwegs kamen wir an dieser atemberaubenden Aussicht vorbei, welche ihr euch als interaktives Panorama hier anschauen könnt:
Panorama Meknes-AzrouUnser Ziel war ein Campingplatz in Azrou, um unsere Wasservorräte aufzufüllen und noch ein paar Tage zu entspannen.
Der Campingplatz „Eurocamping“ war der wohl abgefahrenste Stellplatz, den wir bisher gesehen haben. Wer die TV-sendung Takeshi’s Castle noch kennt fühlt sich sofort in das dortige Szenario versetzt. Eine riesige Hotelanlage gebaut von den Vereinigten Arabischen Emiraten für sicherlich zig Millionen schmückte den Campingplatz.

Das Doofe an der Sache war nur, dass dieses prunkvolle 5-Sterne-Hotel nicht genutzt werden kann. Scheinbar hat sich niemand vor Baubeginn die klimatische und geografische Beschaffenheit der Region angeschaut. In Azrou liegt im Winter nämlich auch manchmal Schnee; reichlich Schnee und Regen fällt dort auch ab und an in größeren Mengen. Der Hotelkomplex ist am Fuße eines Berges gebaut und das gesamte Gelände mehr oder weniger betoniert… wenn Schnee oder Regen fällt, staut sich das ganze Wasser IM Hotel… blöd gelaufen, könnte man meinen. Der Bau wurde jedenfalls beendet und das Hotel steht nun leer. Lediglich das Grundstück drum herum wird nun noch als Stellplatz für Camper vermietet. Warum man die Hotelanlage nicht umbaut und regen- bzw. schnee-sicher gestaltet ist allerdings ein Rätsel. Eventuell wollten die Emirate nur ihre Beziehung zu Marokkos König verbessern, ein paar Millionen investieren und kümmern sich jetzt nicht weiter um die Details. Für uns jedenfalls ein Glück, denn wir verbringen hier die letzten 3 Tage mit Rene in aller Ruhe und mit ausreichend Platz, Wasser sowie Dusch- und Toilettennutzungsmöglichkeiten. Neben ein paar Übungen auf der Slackline ruhten wir uns viel aus und machten einen Waldspaziergang in den nahegelegenen Zedernwald und zu den Berber-Affen. Aufmerksame Leser unseres Blogs haben jetzt ein Déjà-vu, denn wir haben diese schon auf Gibraltar gesehen. Dort leben sie aber mehr oder weniger in einem Wildpark und nicht richtig frei. Außerdem sind die Gibraltaer Affen viele Menschen gewöhnt, weshalb der Besuch ihrer „freien“ Artgenossen doch nochmal eine andere Erfahrung war. Auch hier konnten wir sie aus nächster Nähe beobachten und dieses Mal auch füttern (war ja auf Gibraltar verboten). Die Affen waren super entspannt und freuten sich über jedes Stückchen Apfel, welches sie von Mila bekamen.



Wir beobachteten sie eine ganze Weile beim Rumrennen und Klettern in den Bäumen, bevor wir unsere Wanderung fortsetzten. Ein paar Meter weiter im Wald kamen wir an eine Stelle an der – Achtung, Achtung – Schnee lag. Ja, Schnee in Marokko bei über 20°C ! Wir fuhren also „Schlittschuh“ in kurzen Hosen und T-Shirt über die gefrorene Schneedecke und hatten so unseren Spaß. Besonders Mila konnte es nicht fassen und hat sich sehr über die Abwechslung gefreut.


Am 05.03. mussten wir uns dann von Rene verabschieden. Er fuhr wieder nach Rabat um von dort zurück nach Deutschland zu fliegen. Mit seiner Heimreise war unsere Stimmung etwas gedrückt. Wir waren alle sehr froh über seinen Besuch und die miteinander verbrachten Tage. Gleichzeitig fehlte uns ein Plan wie die nächsten Tage weitergehen sollten. Wir nutzten also den restlichen Tag um in uns zu gehen und herauszufinden, was wir nun wollen!